Aus dem Englischen übersetzt von Johannes Berendt


Team-By-Team Fantasy Previews

SOUTHWEST DIVISION

MEMPHIS GRIZZLIES
Pau Gasol für Fantasy-Manager nicht viel zu holen. Mike Miller mögen wir auch recht gerne. Er gehört zu der aussterbenden Sorte von Spielern, die um die 50 Prozent aus dem Feld schießen und dabei auch mal zwei Dreier treffen. Eddie Jones ist nicht Cal Ripken, darum wird Miller konstant 30-32 Minuten spielen.

Wir raten ab von:
Allen, die nicht auf die Namen Gasol oder Miller hören. Man kann diesem Team sein Talent nicht absprechen, doch es läuft auf das alte Problem hinaus. Es gibt nicht genügend Spielzeit für alle. Sieben oder acht Spieler sind jeweils in der Lage, 30 Punkte einzuschenken, doch leider wird sich ihnen viel zu selten die Gelegenheit dazu bieten.

Ausblick:
Jason Williams und Bonzi Wells sind weg. Damon Stoudamire und Bobby Jackson gelten als gleichwertiger Ersatz. 50 Siege sind drin.

NEW ORLEANS HORNETS
Wir lieben:
Es wird oft vergessen, dass Jamaal Magloire letztes Jahr noch ein All-Star war. Verletzungsbedingt hat er einen Großteil der vergangenen Saison verpasst, doch gegen Ende feierte er sein lang ersehntes Comeback. Von ihm wird einiges zu erwarten sein, zumal wir ihn nicht für verletzungsanfällig halten. In den vier Jahren davor hat er nur vier Spiele verpasst. Viele könnten Magloire dieses Jahr übersehen. Behaltet ihn im Auge und schnappt ihn Euch in einer der späteren Runden. Es wird sich lohnen.

Wir raten ab von:
Speedy Claxtons Statistiken der letzten Saison muten beeindruckend an. 11.5 Punkte, 6.0 Assists und 1.76 Steals in 30 Minuten. Doch bevor Ihr ihn auswählt, denkt daran, dass Chris Paul der Starting Point Guard der Hornets sein wird. Komme, was wolle: Claxton spielt vielleicht 20 Minuten und wird bei weitem nicht so effektiv sein wie letztes Jahr.

Ausblick:
Chris Paul wird J.R. Smith mit Alley-oops füttern. Das war es auch schon.


HOUSTON ROCKETS
Wir lieben:
Yao Ming steht unmittelbar vor dem Durchbruch. Zum ersten Mal konnte er den Sommer ohne die lästigen Verpflichtungen mit dem chinesischen Nationalteam verbringen. Er sollte also frisch ausgeruht in die Saison gehen. Eine regelgerechte Plage waren seine vielen Fouls, 3.7 in nur 30.6 Minuten. Trotzdem war Yao alles andere als eine Enttäuschung: Trefferquote, Freiwurfquote, Blocks und Punkteschnitt gingen jedes Jahr nach oben. Außerdem hat er nur zwei von 246 Spielen verpasst. Er wird den hohen Erwartungen (widergespiegelt in seiner Draft-Position) sicher gerecht werden.

Stromile Swift könnte ein interessanter Sleeper sein, nicht zuletzt wegen seiner unglaublichen Sprungkraft. Unter Hubie Brown und Mike Fratello steckte er in einer Zehn-Mann-Rotation fest, doch in Houston ist er bestimmt für 30 Minuten, 15 Punkte, acht Rebounds und mindestens zwei Blocks gut. Swift sollte man sich schnappen, bevor er den endgültigen Durchbruch schafft.

Wir raten ab von:
David Wesley hat keinen Wert mehr für Fantasy Spieler. Bei den Hornets war er offensiv eine der wichtigsten Waffen (13.2 Schüsse pro Spiel bei 4,2 Assists), doch in Houston verkam er zur vierten Option (9.2 Schüsse, 2.9 Assists). Mit Neuzugang Derek Anderson als Konkurrenten wird seine Spielzeit weiter abnehmen. Die Zeiten, wo er dank seiner Dreier und Steals ein Fantasy-Starter war, sind endgültig vorbei.

Ausblick:
Die Rockets greifen nach dem Titel, und mit ihrem Fantasy-Wert verhält es sich ähnlich. Aber noch sind sie keine Topfavoriten. Und auch den Spielern fehlt noch ein Tacken, um Fantasy-Superstars zu sein.

DALLAS MAVERICKS
Wir lieben:
Josh Howard war ein echter Glücksfall aus dem Shawn Marion Trade. Am Anfang der letzten Saison musste er sich ganz hinten auf den Flügel-Positionen anstellen, doch nach einigen Verletzungen wurde er plötzlich zum Starter. Diesen Job gab er die gesamte Saison nicht mehr ab. Trotz all dem Talent, das die Mavs auf den Flügeln besitzen, ist Howard der einzige, der garantiert so viel Spielzeit wie ein Starter bekommen wird. Er hat nämlich eine besondere Qualität, die Johnson sehr schätzt - er kann verteidigen. Vorne muss man bei ihm auch keine Bedenken haben. Er hat sich in jeder Kategorie als wertvoll erwiesen. Mit dem angereicherten Erfahrungsschatz einer weiteren Saison wird Howard einen Level erreichen, der ihm in Fanatsy Leagues viel Respekt einbringen wird.

Wir raten ab von:
Viele Jahre lang wurde Keith van Horn gnadenlos unterschätzt. Aber dieses Jahr irrt Ihr Euch nicht, wenn Ihr ihn nicht nehmt. Er mag einer der effizientesten Fantasy Spieler sein, solange er eine wichtige Rolle in einem Team innehat. Bei den Mavericks ist aber einfach kein Platz für ihn. Nehmt ihn lieber nicht. Es sei denn, jemand vor ihm verletzt sich.

Ausblick:
Das Glück der Mavericks - und das aller Fantasy-Teams - liegt einzig und allein in den Händen von Nowitzki.



SAN ANTONIO SPURS
Wir lieben:
Manu Ginobilis starke Leistungen kamen nicht von ungefähr. Er begeisterte an beiden Enden des Courts. Manche kritisieren seine Field Goal Quote von 41,8 Prozent, doch man sollte in Betracht ziehen, dass das System der Spurs recht komplex sein kann und viele Spieler einige Zeit brauchen, um sich daran zu gewöhnen (man frage Brent Barry).

Ginobili musste sich als Import aus Argentinien nicht nur an ein neues System gewöhnen, sondern auch an den American Way of Life. Er ist ein gnadenloser Angreifer (seine Freiwurfquote steigt jedes Jahr) und zusätzlich in der Crunch Time äußerst verlässlich. Er könnte einer der besten Spieler in der Fantasy-Welt werden.

Seine Spielzeit sollte die 30-Minuten-Marke durchbrechen, wenn Popovich endlich den wahren Wert des Argentiniers erkennt. In den Playoffs lag sein Schnitt auch schon bei 33.5 Minuten.

Tony Parker hat in der vergangenen Saison ebenfalls einen erstaunlichen Schritt nach vorn gemacht. Parkers Leistungen waren famos – er setzte persönliche Bestmarken in Field Goal Percentage (48,2%), Assists (6.1), Freiwurf-Versuchen (4), Rebounds (3.7) und Punkten (16.6). Trotz seiner schwachen Freiwurf- und Dreierquote kann er bald zur Elite der Fantasy Point Guards aufschließen.

Wir raten ab von:
Unglücklicherweise entspricht der wahre Wert eines Spielers nicht immer seinem Fantasy-Wert. Tim Duncan ist der beste Spieler in der NBA, doch er bereitet Fantasy-Spielern zunehmend Sorgen, in erster Linie wegen seiner Freiwurfschwäche. In den letzten beiden Spielzeiten hat er zusammen 29 Spiele verpasst, und seine Knöchelverletzung scheint nie so richtig zu verschwinden. Die Spurs können ihm ohne Probleme weniger Spielzeit geben (letztes Jahr ein Karriere-Tief von 33.4). Er ist weder ein Kandidat, an Nummer eins gewählt zu werden, noch der beste Fantasy Center (Amare Stoudamire!).

Ausblick:
Die Reichen werden immer reicher – die Spurs sind noch besser geworden. Die besten Spieler des Teams sind gleichzeitig auch die wertvollsten in der Fantasy-Welt. Viel Spaß mit ihnen.

 
 
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