Cavaliers unter Druck
Spannender geht es wirklich nicht mehr: Während die Cleveland Cavaliers gegen die Orlando Magic mit dem Rücken zur Wand stehen, konnten die Denver Nuggets gegen die favorisierten L.A. Lakers ausgleichen.

Posted by Emrah Kilic on Mai 26, 2009

Eastern Conference

Cleveland Cavaliers – Orlando Magic 1:2
Die Cleveland Cavaliers stehen in den Conference Finals mächtig unter Druck, nachdem sie gegen die Orlando Magic zwei der ersten drei Partien verloren haben. Eine ungewohnte Situation für das beste Team der regulären Saison, schließlich hatten die Cavs in den ersten beiden Playoff-Runden alle Spiele klar gewonnen.

Den ersten Dämpfer bekamen LeBron James und Co. direkt beim ersten Duell verpasst. Obwohl sie zur Halbzeit noch mit 63:48 in Führung lagen, gaben sie die Partie noch aus der Hand – und das vor eigenem Publikum. 107:106 stand es am Ende für die Orlando Magic, die 55,1 Prozent ihrer Würfe trafen. Bester Mann war natürlich wieder einmal Dwight Howard mit 30 Punkten und 13 Rebounds.

„Das ist ein großartiger Erfolg für uns“, erklärte Howard nach der Partie. „Auch wenn wir immer in Rückstand lagen, haben wir weiter an uns geglaubt.“

Zwar war auch LeBron James wieder in Topform (49 Punkte), doch vor allem von der Bank bekam der Star-Foward zu wenig Unterstützung (nur magere fünf Zähler).

Auch in Spiel zwei sah zunächst alles nach einem klaren Erfolg für Gastgeber aus, 64:50 führten die Cavs im dritten Viertel, doch schon wieder ließen sie die Magic wieder heran kommen.

Hedo Turkoglu brachte Orlando eine Sekunde vor Ende sogar mit 95:93 in Führung.

Würden die Cavs etwa beide Heimspiele verlieren und in den Conference Finals frühzeitig jegliche Titelträume platzen lassen?

Natürlich hatte der wertvollste Spieler der Liga etwas dagegen: Der erfolgreiche Dreipunktewurf von LeBron James in allerletzter Sekunde dürfte schon jetzt zu den größten Momenten der Playoff-Geschichte gehören und rettete die Cavs vor einer weiteren Niederlage.

„Das war der wichtigste Wurf meiner Karriere“, freute sich LeBron, der insgesamt 35 Zähler auflegte, über den knappen 96:95-Erfolg. „Die Fans haben diesen Sieg verdient.“

In Spiel drei waren es von Beginn an die Orlando Magic, die den Rhythmus bestimmten und von Anfang bis Ende in Führung lagen und mit 99:89 gewannen.

Zwar erzielte LeBron James 41 Punkte, doch wieder einmal bekam er von seinen Teamkollegen zu wenig Unterstützung. Insgesamt trafen die Cavs nur 37,2 Prozent ihrer Würfe.

Die Partie wurde durch viele Fouls unterbrochen, allein Orlando bekam 51 Freiwürfe zugesprochen.

Die Cavs haben sechs ihrer letzten sieben Spiele in Orlando verloren und müssen nun unbedingt die vierte Partie gewinnen, um nicht fast aussichtslos in 1:3-Rückstand zu geraten.

Western Conference

L.A. Lakers – Denver Nuggets 2:2
Wie auch schon in der Serie gegen die Houston Rockets muss der NBA-Finalist des Vorjahres wieder bis an seine Grenzen gehen, um am Leben zu bleiben.

Bereits das erste Spiel im Staples Center war schon eine Zitterpartie, die die Lakers nur knapp mit 105:103 gewinnen konnten. Matchwinner war, wer sollte es auch sonst sein, Kobe Bryant mit 40 Punkten.

Doch schon in der darauf folgenden Partie bekamen die Lakers zu spüren, wozu die Denver Nuggets in dieser Saison fähig sind.

L.A. führte kurz vor der Halbzeit noch mit 53:40, doch dann drehten die Gäste aus Denver auf und entführten den Sieg aus Kalifornien, was ihnen in der Postseason seit 1985 nicht mehr gelungen war

„Wir wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen“, analysierte Nuggets-Coach George Karl die Leistung seiner Mannschaft. „Wir sind viel smarter geworden, das ist der Unterschied zum letzten Jahr.“

In Spiel drei war es wieder einmal Kobe Bryant, der seine Lakers zum 103:97-Sieg führte. 41 Zähler legte der Shooting Guard auf, vor allem im letzten Viertel traf er einen Wurf nach dem anderen. Mit 20 Punkten und elf Rebounds fiel auch Pau Gasol positiv auf, während die Nuggets weniger als 40 Prozent ihrer Würfe versenkten und mit Foulproblemen zu kämpfen hatten.

Die richtige Antwort gab es nur zwei Tage später: Denver gewann deutlich mit 120:101 und machte damit deutlich, dass es in dieser Serie keinen klaren Favoriten gibt.

Da störte es noch nicht einmal, dass Carmelo Anthony mit nur drei Treffern bei 16 Würfen aufgrund von Magenbeschwerden und Knöchelproblemen einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte. Dafür steuerte Backup-Guard J.R. Smith 24 Zähler bei, für Chris Andersen standen am Ende zehn Punkte und 14 Rebounds auf dem Statistikbogen.

Die nächste Partie findet wieder in Los Angeles statt.

Dwight Howard
NBAE/ Getty Images

Kobe Bryant
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J.R. Smith
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