Kein Yao, kein Problem
Turbulente Tage liegen hinter uns: Während Houston sich vom Yao-Schock allerdings schnell erholen konnte, ist die Stimmung in Dallas alles andere als gut. Währenddessen freut sich Boston über einen Last-Minute-Erfolg. Den Namen des Matchwinners erfahrt Ihr in unseren Snapshots.

Posted by Emrah Kilic on Mai 4, 2009

Los Angeles Lakers – Houston Rockets 2:2
Nachdem bereits Tracy McGrady für die gesamten Playoffs ausfällt, müssen die Houston Rockets zukünftig auch noch ohne ihren All-Star-Center Yao Ming auskommen.

Das scheint sie jedoch umso mehr zu beflügeln. Ming brach sich in Spiel drei den linken Fuß und wurde so von der Seitenlinie aus Zeuge, wie die restlichen Rockets in Spiel vier die favorisierten L.A. Lakers sensationell mit 99:87 bezwangen.

„Wir hatten schon so viele Verletzungen und Spielerwechsel während der Saison“, weiß Small Forward Shane Battier, „doch wir haben uns davon nie entmutigen lassen, sondern immer an uns geglaubt. Das tun wir immer noch.“

Die Rockets legten los wie die Feuerwehr und führten schnell mit 19:4 und konnten den Vorsprung zum Ende des dritten Viertels sogar noch erhöhen (83:54).

Für Yao startete Chuck Hayes, der mit zwei Punkten in 35 Minuten Spielzeit eher unauffällig blieb, während Point Guard Aaron Brooks mit 34 Punkten zum Held des Tages avancierte.

„Ohne Yao wollten wir aggressiver spielen“, berichtet Brooks, der erst in seiner zweiten NBA-Saison ist. „Es war mehr Platz in der Zone, also haben wir das ausgenutzt.“

Spiel fünf findet Dienstag Nacht in Los Angeles statt.

Denver Nuggets – Dallas Mavericks 3:0
Die Dallas Mavericks stehen mit dem Rücken zur Wand und sind nur eine Niederlage vom erneuten Playoff-Aus entfernt.

Spiel drei verloren die Texaner unglücklich mit 105:106, nachdem Denvers Carmelo Anthony eine Sekunde vor Schluss mit einem wilden Dreier für die Entscheidung gesorgt hatte. Zuvor wollte ihn sein Gegenspieler Antoine Wright noch foulen, doch die Schiedsrichter bleiben stumm.

Nach einigen turbulenten Tagen und der Verhaftung seiner angeblichen Freundin, war es vor allem Dirk Nowitzki, der mit viel Energie ins Spiel ging. Doch der Würzburger konnte trotz seiner 33 Punkte und 16 Rebounds am Ende keine Akzente mehr setzen und muss wohl nun früher als erwünscht in den Urlaub gehen.

„Das war eine der schlimmsten Wochen meines Lebens“, gesteht der 2,13 Meter große Power Forward. „Aber wenn ich auf dem Court stehe, bin ich voll da.“

Geholfen hat es leider nichts …

Cleveland Cavaliers – Atlanta Hawks 3:0
Nur eine Halbzeit konnten die Hawks in Spiel drei mithalten, dann legten die Cavaliers in Defense einen Gang zu – Atlanta verlor mit 82:97 und spätestens jetzt sieht alles nach einer einfachen Serie für LeBron James und Co. aus.

Der frischgebackene MVP erzielte 47 Punkte und zwölf Rebounds und zerlegte die sonst so heimstarken Hawks fast im Alleingang.

„Man hat ihm angesehen, dass er auf keinen Fall verlieren will“, erklärte sein Teamkollege Joe Smith. Wenn er erstmal heiß läuft, kann ihn niemand in dieser Liga stoppen.“

Die Cavs sind das erste Team in der Playoff-Historie, welches die ersten sieben Spiele mit einer Differenz von mindestens zehn Punkten gewinnen konnte. Noch ein Sieg, dann wartet der Gewinner aus der Serie …

Boston Celtics – Orlando Magic 2:2
Geht dem amtierenden Champion nach der anstrengenden Sieben-Spiele-Serie in Runde eins gegen Chicago etwa die Puste aus?

Die Boston Celtics, die weiterhin auf ihren Power Forward verzichten müssen, stehen trotz der ausgeglichen Bilanz mächtig unter Druck.

In Spiel drei war es wieder einmal Dwight Howard, der das Geschehen dominierte, obwohl er wegen Foulproblemen nur 28 Minuten, davon zwei Minuten im letzten Viertel, spielen konnte. Die reichten allerdings für 17 Punkte, 14 Rebounds und fünf Blocks.„Ich muss dafür sorgen, dass es in der Defense stimmt“, sagt Howard. „Das ist mein Job.“

Bei den Magic fehlte Rafer Alston, der wegen einer Tätlichkeit im Spiel zuvor für eine Partie gesperrt wurde. Für ihn sprang Anthony Johnson in die Breche und zeigte mit 13 Punkten eine ansprechende Leistung. Orlando gewann locker mit 117:96

Ganz so einfach sollte es dann aber doch nicht sein, wie Spiel vier zeigte. Mit der Schlusssirene verwandelte ausgerechnet Garnett-Ersatz Glen Davis mit einem Sprungwurf aus der Mitteldistanz und sorgte so für den knappen 95:94-Erfolg.

„Ich habe immer geglaubt, dass ich so einen Wurf verwandeln kann“, freute sich Davis hinterher. „Du musst dich nur auf den Moment konzentrieren und dir vorstellen, dass der Ball im Korb landet.“

Dirk Nowitzki
NBAE/ Getty Images

LeBron James
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Glen Davis
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