It’s Playoff-Time!
Das erste Playoff-Wochenende hat bereits gezeigt, dass allein Heimvorteil in den Playoffs nicht ausreicht. Zumindest Cleveland und L.A. haben bewiesen, dass sie zurecht als Top-Favoriten gehandelt werden. Und auch Dirk Nowitzki hat Grund zur Zuversicht, wie unsere NBA Snapshots zeigen.

Posted by Emrah Kilic on April 23, 2009

Eastern Conference

Cleveland Cavaliers – Detroit Pistons
Nach der glorreichen Regular Season (66 Siege) will LeBron James auch in den Playoffs regieren – jetzt soll der Titel her. Inklusive der Finals werden die Cavs in jeder Serie Heimvorteil haben und gelten neben den L.A. Lakers als größter Favorit auf die Meisterschaft.

Mit 38 Punkten, acht Rebounds und sieben Assists zeigte der Small Forward und MVP-Kandidat gleich im ersten Spiel, dass an den Cavs kein Weg vorbei führt. Mit 102:84 gelang ein deutlicher Erfolg, während die Detroit Pistons sich in den nächsten Partien erheblich steigern müssen, wenn sie noch eine Chance haben wollen. Sechs Jahre in Folge schafften es die Pistons mindestens bis in die Conference Finals, doch damit wird wohl 2009 Schluss ein.

Boston Celtics – Chicago Bulls
In Boston brennt der Baum. Erst die Hiobsbotschaft, dass Kevin Garnett wegen seiner Knieprobleme vorerst nicht zum Einsatz kommen kann, dann auch noch die ärgerliche Heimpleite zum Auftakt der ersten Runde. Gegen die frech aufspielenden Chicago Bulls verlor der Champ nach Verlängerung mit 105:108 und sollte spätestens jetzt gemerkt haben, dass die Titelverteidigung kein Spaziergang wird.

Bei den Bulls überzeugte Rookie-Playmaker Derrick Rose mit 36 Punkten und sorgte dafür, dass Chicago zum ersten mal überhaupt ein Playoff-Spiel gegen Boston gewinnen konnte. Das hat selbst Michael Jordan nicht geschafft.

„Derrick braucht keine Playoff-Erfahrung“, erklärt sein Mitspieler Ben Gordon. „Er ist schon viel weiter und tritt schon wie ein Veteran auf.“

Doch trotz der Heimpleite sind die Celtics der Favorit in dieser Serie, schließlich sind 62 Siege in der regulären Saison kein Zufall gewesen. „Ich hoffe, dass war für uns ein Weckruf“, sagte Paul Pierce nach der ersten Partie. „Jetzt müssen wir richtig loslegen.“

Orlando Magic – Philadelphia 76ers
Auch wenn die Magic mit Dwight Howard den vielleicht besten Center der Liga in ihren Reihen haben, gelang ihnen in den Playoffs bisher recht wenig. Doch 2009 soll sich das ändern. Auch wenn die Magic fünf der letzten neun Spiele verloren haben, gehen sie selbstbewusst in die Serie.

Während Orlando das Inside-outside-Game zelebriert und jede Menge Dreier nimmt, setzen die Sixers seit der Verletzung von Elton Brand vermehrt auf Fastbreak-Basketball.

Am Ende werden die 76ers den Magic allerdings nichts entgegen zu setzen haben, da Orlandos Frontcourt mit Dwight Howard, Hedo Türkoglu und Rashard Lewis einfach zu stark besetzt ist.

Atlanta Hawks – Miami Heat
Ein Favorit ist in dieser Serie nur sehr schwer auszumachen. Während die Miami Heat mit Dwyane Wade den besten Scorer der Liga im Kader haben, sind die Atlanta Hawks in der zweiten Saisonhälfte vor heimischem Publikum kaum zu besiegen gewesen. Und auch letztes Jahr haben die Hawks in den Playoffs gegen Boston bewiesen, dass sie zuhause eine Macht sind.

Auch wenn die Heat 2006 mit Wade die Meisterschaft gewonnen haben, muss man abwarten wie die Rookies Mario Chalmers und Michael Beasley mit dem erhöhten Druck fertig werden. Auch Heat-Coach Erik Spoelstra steht zum ersten Mal als Cheftrainer in der Postseason an der Seitenlinie.

Ungewiss ist noch, ob bei den Atlanta Hawks Marvin Williams nach seiner Rückenverletzung zu seiner alten Form zurück findet.

Western Conference

L.A. Lakers – Utah Jazz
Wenn es vergangene Saison ohne Andrew Bynum und einer schwachen Bank für die Finals gereicht hat, müsste es diese Saison doch mit Bynum und einem tieferen Kader doch locker für den Titel reichen, oder?

Das jedenfalls ist der Play von Kobe Bryant und Co, die als bestes Team im Westen in der ersten Runde wohl kaum Probleme bekommen dürften. Dazu waren die Utah Jazz in den letzten Wochen einfach zu schwach.

Im ersten Duell im Staples Center fehlte den Jazz auch noch ihr Starting-Center Mehmet Okur, während bei den Lakers zurzeit alle Mann an Bord sind. L.A. gewann zum Auftakt 113:100 und machte deutlich, dass im Westen die Lakers das Maß der Dinge sind.

Denver Nuggets – New Orleans Hornets
Schafft es Carmelo Anthony endlich in die zweite Playoff-Runde? Mit Chauncey Billups an seiner Seite könntes es zum ersten Mal klappen. Der im November verpflichtete Point Guard hat die Nuggets vor allem in der Defense verstärkt, sorgt mit seiner Erfahrung aber auch im Angriff für die nötige Routine.

Dass die Hornets in den Playoffs kein Kanonenfutter sind, haben letztes Jahr die Dallas Mavericks zu spüren bekommen, als sie mit 4:1-Siegen in die nächste Runde einzogen.

So gut Chris Paul auch ist, vielmehr wird davon abhängen, ob seine Mitspieler James Posey, Tyson Chandler und Peja Stojakovic auf voller Höhe sind. Da die Hornets im Sommer auf Sparkurs gehen möchten, könnte es für einige Spieler vielleicht sogar die letzte Chance auf einen Meisterschaftsring sein

San Antonio Spurs – Dallas Mavericks
Mit einem Auswärtssieg haben die Dallas Mavericks einen phantastischen Einstieg in die Playoffs hingelegt. 105:97 siegten Dirk Nowitzki und Co. bei den San Antonio Spurs, wobei es nach dem ersten Viertel kaum nach einem Erfolg aussah. 18:29 lagen die Mavs da noch zurück, zudem kassierte Nowitzki zu Beginn des zweiten Abschnitts bereist sein drittes Foul. Trotzdem kam der deutsche Superstar am Ende noch 19 Zähler. Noch stärker präsentierte sich sein Teamkollege Josh Howard, der 25 Punkte auflegte, obwohl er im letzten Viertel wegen seines angeschlagenen Knöchels nur wenige Sekunden zum Einsatz kam.

Bei den Spurs überzeugte vor allem Tim Dincan (27 Punkte), doch seine beiden Frontcourt-Partner Matt Bonner und Kurt Thomas konnten keinen einzigen Zähler erzielen. Vermisst wird bei den Spurs auch Manu Ginobili, der in den diesjährigen Playoffs wohl nicht mehr zum Einsatz kommen wird.

Die Mavs sollten aber gewarnt sein: Auch 2007 verloren die Spurs das erste Spiel der ersten Runde (gegen Denver) … und wurden danach noch NBA-Champ.

Portland Trail Blazers – Houston Rockets
Defense wins Championships. Ginge es danach, hätten die Houston Rockets dieses Jahr gute Chancen, die NBA-Trophy zu gewinnen. Bei den sonst so heimstarken Blazers gewannen die Texaner eindrucksvoll mit 108:81.

In der Offense sorgte Yao Ming für den Unterschied, der All-Star-Center traf alle neun Wurfversuche und kam am Ende auf 24 Punkte in ebenso vielen Minuten Einsatzzeit. Ähnlich auffällig präsentierte sich Point Guard Aaron Brroks mit 27 Zählern.

Doch es war wieder einmal die starke Verteidigung von Shane Battier und Ron Artest, die die junge Blazers-Truppe zur Verzweiflung brachte. Portland traf nur 41,7 Prozent ihrer Würfe, nur Brandon Roy und Greg Oden punkteten zweistellig.

Die Rockets müssen zwar auf Tracy McGrady verzichten, doch auch ohne ihren Superstar dürften sie zum ersten mal seit 1997 in die zweite Runde einziehen.

Chris Paul
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Dwyane Wade
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Josh Howard
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