Wilde Wechselspiele
Auch wenn es im Vergleich zu 2008 keine großen Knaller zu vermelden gibt, ist zur Trading Deadline doch jede Menge passiert. Es lohnt sich also, in unseren NBA Snapshots einen Blick auf die wichtigsten Wechsel zu werfen.

Posted by Emrah Kilic on Februar 23, 2009 12:05 p.m. ET

Die Orlando Magic haben auf den Verlust ihres All-Star-Playmakers Jameer Nelson reagiert und Rafer Alston von den Houston Rockets an Land gezogen. Im Gegenzug gaben die Magic gleich drei Rollenspieler ab: Brian Cook (nach Houston), Adonal Foyle und Mike Wilks (beide nach Memphis).

Die Chicago Bulls haben von den Sacramento Kings Brad Miller und John Salmons erhalten, mussten sich dafür allerdings von Drew Gooden, Cedric Simmons, Andres Nocioni und Michael Ruffin trennen. Von Chicago nach Oklahoma wechselt der Schweizer Thabo Sefolosha, die Bulls erhalten dafür einen Draftpick für diesen Sommer. Zudem haben sich die Bulls auch von Larry Hughes getrennt, der nach New York wechselt (im Tausch für Tim Thomas, Jerome James und Anthony Roberson).

Einen Vier-Spieler-Deal haben die Minnesota Timberwolves und die Sacramento Kings ausgehandelt. Minnesota erhält Ex-BBL-Akteur Bobby Brown und Shelden Williams, nach Sacramento wechseln dafür Rashad McCants und Calvin Booth.

Da die Kings auch Willie Solomon von den Raptors ergattern konnten, begrüßt der Klub, der in der Western Conference abgeschlagen auf den letzten Platz steht, sieben neue Spieler im Kader.

Chandler-Trade annuliert
Fast wäre auch Tyson Chandler von New Orleans nach Oklahoma City getradet worden, allerdings fiel der 2,16 Meter große Center bei den Thunder durch den medizinischen Test, so dass der Wechsel nicht zu Stande kam.

„Ich bin froh, dass ich in New Orleans bleiben darf“, erklärt Chandler, der seit einem Monat wegen einer Fußverletzung zum Zuschauen verdammt ist. „Schließlich will ich mit den Hornets die Meisterschaft gewinnen“

McGrady lässt sich am Knie operieren
überhaupt nicht mehr zum Einsatz wird Tracy McGrady kommen. Der Shooting Guard der Houston Rockets lässt sich am linken Knie operieren, welches ihm schon seit fast einem Jahr starke Schmerzen bereitet.

Mehr als den Verlust seines (ehemals) besten Spielers ärgert Coach Rick Adelman allerdings die Tatsache, dass er von T-Macs OP aus der Zeitung erfahren hat. Für McGrady ist Ron Artest zurück in die Starting Five gerutscht.

Phoenix Suns auch ohne Stoudemire heiß
Gute und schlechte Nachrichten für Steve Nash und Co. Die schlechte zuerst: Wegen einer Verletzung am Auge wird All Star Amare Stoudemire bis zu acht Wochen ausfallen. Die gute Nachricht: Auch ohne ihren Power Forward sind die Suns verdammt heiß! Nachdem das Team bereits zwei Mal in Folge 140 Punkte mehr erzielt hat (jeweils gegen die L.A. Clippers), gelang ihnen das selbe Kunststück gegen Oklahoma City Thunder. In den letzten 18 Jahren war dies keiner anderen Mannschaft gelungen.

Dass die Suns in der Offense wieder wie in den vergangenen Jahren Punkte wie am Fließband erzielen, liegt vor allem am Trainerwechsel. Nachdem Terry Porter erst vor dieser Saison als Nachfolger von Mike D’Antoni verpflichtet wurde, musste er zum All-Star-Break auch schon wieder Abschied nehmen. Das Kommando an der Seitenlinie hat nun sein ehemaliger Assistent Alvin Gentry übernommen, der wieder mehr Wert auf das schnelle Fastbreak-Spiel legt.

„Wir sind froh, dass es wieder so gut läuft“, berichtet Suns-Manager Steve Kerr. „Doch auch die Gesundheit von Amare Stoudemire ist uns wichtig, deshalb freuen wir uns, dass die Operation an seinem rechten Auge erfolgreich verlaufen ist.“

LeBron in MVP-Form
Gegen die Milwaukee Bucks bewies Cavaliers-Star LeBron James mal wieder seine Ausnahmestellung. Der Small Forward erzielte 55 Punkte und versenkte dabei acht Dreier, zudem steuerte er neun Assists und fünf Rebounds bei. Cleveland gewann die Partie 111:103.

Es war das siebte Mal, dass LeBron bei einem Auswärtsspiel 50 Punkte oder mehr aufgelegt hat. „Gegen Milwaukee sah es so aus, als ob es ein Videospiel wäre“, scherzte Cavs-Mitspieler Zydrunas Ilgauskas hinterher. Und Coach Mike Brown fügte hinzu: „Mein Job ist einfach. Ich muss mich nur auf meinen Platz setzen und mir die Show ansehen, das ist alles.“

Leichtes Spiel für Mavs
70 Punkte zur Halbzeit, so viele wie noch nie zuvor in dieser Saison – da konnte am Ende für die Dallas Mavericks natürlich nicht mehr viel schief gehen. Dallas bezwang die Sacramento Kings ohne viel Mühe mit 116.95. Dabei waren es diesmal die Bankspieler, die zusammen 54 Zähler auflegten, während beispielsweise Dirk Nowitzki mit zwölf Punkten in nur 26 Minuten einen eher ruhigen Abend ablieferte.

Besonders auffällig präsentierte sich Backup-Forward James Singleton, der allein in der ersten Halbzeit zwölf Punkte auflegte, die meisten davon durch Dunks nach Anspiel von Jason Kidd, insgesamt waren es 19 Zähler. Brandon Bass steuerte 20 Punkte bei.

„Unsere Starter waren müde nachdem sie am Tag zuvor in Houston so lange auf dem Feld stehen mussten“, gab Singleton zu Protokoll. „Also war es wichtig, dass die Bankspieler ihren Beitrag leisten.“

Auf der anderen Seite spürte man die Unsicherheit der Kings, die nach all den Trades noch zusammen finden müssen. „Das war ziemlich hart für mich“, erklärt Andres Nocioni, der nach seinem Wechsel von Chicago nach Sacramento zum ersten Mal im Kings-Dress auflief. „Ich hatte kein einziges Training mit meiner neuen Mannschaft und kannte die Spielzüge nicht.“ Gut für die Mavs!

Andres Nocioni
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Tracy Mcgrady
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Amare Stoudemire
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LeBron James
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James Singleton
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