Die offiziellen NBA.com Power Rankings

Rolf Hasbargen
Direkt aus dem Mutterland des Basketballs präsentiert unser Blogsquad-Autor Rolf Hasbargen ab sofort jede Woche die offiziellen NBA Power Rankings. Die Rangliste ermittelt die aktuellen Kräfteverhältnisse zwischen den 30 NBA-Teams und bietet zugleich einen informativen Wochenrückblick – inklusive Analysen und Hintergrund-Stories.

Blickpunkt der Woche: Das Duell um den achten Platz der Western Conference

Grant Hill
Alvin Gentry & Grant Hill - Wie geht es weiter bei den Suns?
NBAE/Getty Images

Am Sonntag stand für die Phoenix Suns in der Partie gegen die Dallas Mavericks einiges auf dem Spiel. Nur mit einem Triumph gegen den direkten Konkurrenten konnte das Team aus dem Bundesstaat Arizona die Chance auf die Playoffqualifikation wahren. Das Team von Interim Head Coach Alvin Gentry hatte sich vor der Auswärtsbegegnung dementsprechend einiges vorgenommen. "Wir sind Italien und reisen nach Frankreich, um dort um den Weltmeistertitel zu spielen – also: keine Ausreden”, bemühte Kosmopolit Grant Hill vor der Partie Vergleiche mit nationalen Rivalitäten. Für die notwendige Motivation schien im Lager der Wüstensöhne also gesorgt zu sein

Das Ende einer Ära

Was folgte, war ein Desaster nationalen Ausmaßes für die Phoenix Suns: Eine 140- 116 Klatsche – bereits zur Halbzeit führten die Mavericks mit 81- 59. "Ich habe keine Erklärung – ehrlich nicht”, ringt Alvin Gentry nach dem kompletten Zusammenbruch mit den Worten. “Ich hätte nie und nimmer gedacht, dass wir in einem so wichtigen Spiel eine solche Vorstellung abliefern.”
Der 37-jährige Veteran Hill ergänzt resigniert: "Ich habe ein umkämpftes Spiel erwartet. Ich dachte, dass wir kämpfen und dagegenhalten. Junge, hab’ ich da falsch gelegen.”

Das endgültige Playoffaus ist die Quittung für die ambivalente Spielweise der Suns: Auf der einen Seite des Spielfelds laufen die Offensivkünstler zur Höchstform auf und führen die Bestenlisten der Liga an (die meisten Punkten pro Spiel: durchschnittlich 109,5: die beste Trefferquote: 50,5%), auf der anderen Seite bieten Jason Richardson & Co ihren Gegnern auf den Weg zum erfolgreichen Korbabschluss höflich Begleitschutz.
In der Offensive hui – in der Defensive pfui! In der besten Basketballliga der Welt kann man so keinen Blumentopf gewinnen. "Wenn wir ein gutes Team sein wollen, müssen wir in der Defensive besser werden und konstanter agieren”, kommentiert Alvin Gentry das Offensichtliche. „Wir müssen einfach viel, viel besser verteidigen.”
Die Phoenix Suns haben nach dieser verkorksten Saison einen Identitätswechsel bitter nötig. In den folgenden Monaten wird die Chefetage um den General Manager Steve Kerr alle Hände voll damit zu tun haben die Trümmer des Teams aufzulesen und vor Beginn der neuen Saison eine schlagkräftige Truppe zusammenzustellen. Welche Rolle die alternden Superstars Steve ‘Captain Canada’ Nash und Shaquille ‘The Big Cactus’ O’Neal in den Planungen spielen werden, bleibt abzuwarten.

Ein Meilenstein in Dallas

Jason Kidd
Jason Kidd - der Guard macht sich den Schlendrian der Gegner zunutze
NBAE/Getty Images
Auf Seiten der Dallas Mavericks war die Freude nach dem deutlichen Triumph gegen die Phoenix Suns dahingegen groß. Die 20.968 Zuschauer in der ausverkauften American Airlines Arena erlebten eine wahrhaft spektakuläre Vorstellung ihrer Mannschaft: In der ersten Halbzeit schien jeder Wurf der Mavericks seinen Weg durchs Netz zu finden, in der Schlusssekunde des zweiten Viertels sorgte der wiedergenese Josh Howard mit einem Buzzerbeater aus 21 Metern für Begeisterungsstürme auf den Rängen.

Jason Kidd sorgte an diesem unterhaltsamen Sonntagnachmittag für einen weiteren emotionalen Höhepunkt:
Mit seinem 10142. Assist verdrängte der Guard sein Jugendidol Earvin “Magic” Johnson von Platz Drei der ewigen NBA-Bestenliste. Das Publikum in Texas verneigte sich mit minutenlangen Standing Ovations vor dem 36-jährigen.
Nach dem Spiel verriet die Playmakerlegende ein pikantes Geheimnis seiner ausgefuchsten Spielführung: "Ich denke darüber nach, wer in der gegnerischen Mannschaft keine Verteidigung spielt - und es gibt in dieser Liga eine Menge Spieler, die keine Lust haben zu verteidigen.”

Die Mavericks können sich nach dem beflügelnden Sieg gegen die Phoenix Suns nun voll und ganz auf das nächste Ziel konzentrieren: Das Team von Head Coach Rick Carlisle liebäugelt mit dem siebten Platz der Western Conference, um einem Erstrundenduell gegen die Los Angeles Lakers aus dem Weg zu gehen. Topscorer Dirk Nowitzki (25,6 Punkte im Schnitt) macht aus der Vermeidungsstrategie keinen Hehl: “Ich bin Realist. Wir haben alle drei Partien gegen die Lakers verloren – das ist kein Geheimnis.”
Bereits am Mittwoch Abend bietet sich den Mavericks (bisherige Bilanz 46-31) im Heimspiel gegen den direkten Kontrahenten Utah Jazz (47-30) die Möglichkeit Boden in der Tabelle gut zu machen.

Hinweis: Die nachstehenden offiziellen NBA Power Rankings wurden von www.nba.com Redakteur John Schuhmann verfasst und werden in freier Übersetzung von Rolf Hasbargen präsentiert.


Team (letzte Woche) Bilanz Analyse
1 L.A. Lakers (2) 61-16 Andrew Bynum wird voraussichtlich am Donnerstag gegen die Nuggets sein Comeback feiern. Den Lakers bleibt vor Beginn der Playoffs nicht viel Zeit, um ihren Center in das Mannschaftsgefüge zu integrieren. Die schwache Defensive kann aber jegliche Verstärkung gebrauchen – Bei dem umkämpften 88-85 Erfolg haben die Clippers im letzten Viertel 29 Punkte erzielt.
2 Orlando (3) 57-19 Die 95-99 Niederlage gegen die Raptors hat die Magic wachgerüttelt – der 29-Punkte-Sieg gegen die Cavaliers am Freitag war eine beeindruckenden Trotzreaktion. Das Team von Head Coach Stan Van Gundy hat gegen die Celtics, Lakers und Cavaliers je zweimal den Triumph davongetragen – sie verbuchen gegen diese Spitzenmannschaften damit eine imponierende Bilanz von sechs Siegen gegenüber drei Niederlagen.
3 Cleveland (1) 62-15 Am Mittwoch kommen die Wizards zu Besuch in die Quicken Loans Arena und die Cavaliers brennen nach der 101-109 Schlappe auf die Revanche. Delonte West & Co fehlen nur noch drei Heimsiege, um den Rekord der Celtics aus der Saison 1985-86 einzustellen.
4 Boston (4) 58-19 Die Celtics sind auch ohne den verletzten Kevin Garnett auf Erfolgskurs. Um auf den zweiten Platz der Eastern Conference vorzurücken, muss das Team von Head Coach Doc Rivers am Sonntag die Cleveland Cavaliers niederringen und auf einen Ausrutscher der Magic hoffen.
5 Denver (9) 52-26 Die Nuggets siegen weiter: Das Team aus dem Bundesstaat hat elf ihrer letzen zwölf Begegnungen für sich entschieden – der zweite Platz der Western Conference ist damit in erreichbare Nähe gerückt. Am Donnerstag reisen Chauncey Billups & Co zum prestigeträchtigen Duell gegen die L.A. Lakers an die Westküste.
6 Houston (5) 49-28 Die Rockets haben die Auswärtsniederlagen gegen die Suns und Lakers verkraftet – am Sonntag konnten Shane Battier & Co dank einem furiosen letzten Viertel (30 Punkte) einen wichtigen Sieg gegen den direkten Kontrahenten Portland Trailblazers einfahren.
7 San Antonio (6) 49-17 Das Team aus San Antonio musste in drei ihrer letzten vier Spiele Niederlagen hinnehmen. Nach einer Auswärtspartie gegen die Thunder kommen die Trailblazers und Jazz zu Besuch in die heimische Arena. Langsam müssen sich die Spurs wohl mit dem Gedanken anfreunden ohne Heimvorteil in die erste Runde der Playoffs zu starten.
8 Portland (10) 48-28 Am Sonntag lagen für die Trailblazers Freud und Leid dicht beieinander: Die Niederlage der Suns gegen die Mavericks sicherte dem Team aus den Bundesstaat Oregon die erste Qualifikation für die Playoffs seit sechs Jahren – Steve Blake & Co verspielten aber durch die deutliche 88-102 Niederlage gegen die Houston Rockets den Heimvorteil für die erste Playoffrunde.
9 Utah (7) 47-30 Na endlich – Die Jazz konnten sich am Sonntag in New Orleans seit Monaten mal wieder in der Fremde gegen eine starke Mannschaft durchsetzen. Das Team von Head Coach Jerry Sloan muss am Mittwoch in Dallas den siebten Platz der Western Conference verteidigen.
10 Dallas (12) 46-31 Die Mavericks haben am Sonntag in beeindruckender Manier die Playoffträume der Suns zerstört. Am Mittwoch erwarten Josh Howard & Co die Utah Jazz zu einem richtungsweisenden Duell – der siebte Platz der Western Conference steht auf dem Spiel.
Team (letzte Woche Bilanz Analyse
11 New Orleans (11) 47-29 Die gute Nachricht: Das Team aus dem ‘Big Easy’ wird voraussichtlich in der ersten Runde der Playoffs nicht auf die Jazz treffen – nach der Heimniederlage am Sonntag verzeichnet Chris Paul gegen das Team aus Utah eine Bilanz von 2-11. Die schlechte Nachricht: Alle verbleibenden Gegner der angeschlagenen Hornets verbuchen eine positive Bilanz.
12 Atlanta (8) 43-34 Die Hawks sollten eine Blumenstrauß und Pralinen nach New Jersey schicken: Die Nets haben dem Ansturm der 76ers auf den vierten Platz der Eastern Conference Einhalt geboten. Drei der verbleibenden fünf Spiele muss das auswärtsschwache Team aus Atlanta in der Fremde antreten.
13 Phoenix (13) 42-35 Die deutliche Niederlage gegen die Mavericks steht symptomatisch für die verkorkste Saison der Suns: In einem entscheidenden Duell lassen sich Steve Nash & Co von ihrem Gegner ganze 140 Punkte einschenken.
14 Chicago (14) 37-40 Ben Gordon hat am Samstag gegen die New Jersey Nets zunächst zehn Würfe in Folge verschossen – der Guard sorgte dann aber für die spielentscheidenden Punkte und hält die Bulls auf dem siebten Platz der Eastern Conference. Das Team von Headcoach Vinny Del Negro muss noch auswärts gegen den direkten Konkurrenten Detroit Pistons antreten.
15 Philadelphia (17) 40-36 Nach drei Siegen in Folge waren die 76ers auf dem besten Weg auf den vierten Platz der Eastern Conference vorzurücken – nach einer desolaten Vorstellung gegen die New Jersey Nets sind Andre Igoudala & Co aber wieder auf den sechsten Platz abgerutscht. In den nächsten Tagen warten schwierige Aufgaben auf das Team aus dem Bundesstaat Pennsylvania.
16 Miami (15) 41-36 Auch die Heat sollten den Nets ein kleines Dankeschön zukommen lassen: Vor der Niederlage der 76ers gegen New Jersey deutete alles darauf hin, dass Dwyane Wade & Co in der ersten Runde der Playoffs auf die Orlando Magic oder Boston Celtics treffen werden. In vier der abschließenden fünf Partien müssen die Heat gegen Playoffteams antreten.
17 Detroit (16) 37-40 Am Sonntag stand nach der Disqualifikation von Rip Hamilton die Qualifikation für die Playoffs auf Messers Schneide – doch dann übernahm Will Bynum in der Begegnung gegen die Charlotte Bobcats das Kommando: Der Rookie erzielte 26 seiner 32 Punkte im letzten Viertel und stellte damit einen neuen Franchiserekord für die meisten Punkte in einem Viertel auf.
18 Indiana (19) 33-44 Die Pacers haben fünf ihrer letzten sieben Spiele gewonnen und haben mathematisch immer noch minimale Chancen auf die Playoffs. Rookie Roy Hibbert feierte gegen die Oklahoma City Thunder am Sonntag den vorläufigen Höhepunkt seiner jungen Karriere: 17 Punkte und acht Rebounds.
19 Charlotte (18) 34-43 Drei Niederlagen in Folge zerstörten die Hoffnungen auf die erste Playoffteilnahme der Franchisegeschichte. Die Bobcats verspielten gegen die Boston Celtics eine komfortable Führung, erzielten gegen die Miami Heat einfach nicht genug Punkte und konnten in Detroit den Rookie Will Bynum nicht stoppen.
20 New Jersey (20) 32-45 Obwohl die Saison für die Nets praktisch vorbei ist, zeigen Vince Carter & Co immer noch vollen Einsatz: In der letzten Woche behielt das Team von Head Coach Lawrence Frank gegen die Detroit Pistons und die Philadelphia 76ers die Oberhand. In den Begegnungen gegen die Celtics, Pistons und Magic haben sie nun weitere Möglichkeiten, die Playoffplatzierungen zu beeinflussen.
Team (letzte Woche) Bilanz Analyse
21 Toronto (21) 30-46 Die Sechs-Spiel-Siegeserie fand am Sonntag gegen die New York Knicks ein jähes Ende. In den letzten Wochen haben die Raptors aber ein Erfolgsrezept gefunden: Schnelles Spiel und harte Arbeit in der Defensive. Forward Shawn Marion ist eine wichtiger Baustein für die neue Identität des Teams.
22 Golden State (22) 28-49 Am Freitag gegen die New Orleans Hornets führte Jamal Crawford die ersatzgeschwächten Warriors mit 39 Punkte zu einem überraschenden 111-103 Erfolg Wenn die Tage des trickreichen Guards in der Bay Area wirklich gezählt sein sollten, so verabschiedet er sich mit überaus couragierten Vorstellungen.
23 Memphis (29) 22-54 Die Grizzlies haben in fünf ihrer letzten sechs Spiele den Platz als Sieger verlassen. O.J. Mayo & Co laufen eigentlich genau zum richtigen Zeitpunkt zur Höchstform auf – wenn sie bloß nicht zuvor eine Bilanz von 17 Siegen gegenüber 53 Niederlagen eingefahren hätten.
24 Milwaukee (23) 32-46 Die Bucks haben lediglich einen Sieg aus den letzten neun Spielen davontragen können. Richard Jefferson hat sicherlich Genugtuung verspürt, als er sein altes Team am Montag endgültig aus dem Playoffrennen gekegelt hat – der Forward verbuchte gegen die New Jersey Nets in nur 29 Minuten 29 Punkte und 10 Rebounds.
25 New York (24) 30-47 Präsident Donnie Walsh hat wieder Integrität in die Chefetage im Madison Square Garden gebracht und Head Coach Mike D’Antoni hat der Mannschaft neues Leben eingehaucht – am Ende der Saison verpassen die Knicks aber dennoch die fünfte Saison in Folge die Qualifikation für die Playoffs.
26 Oklahoma City (21) 21-55 Die Thunder verbuchen in dieser Saison gegen drei Teams eine positive Bilanz: Die Kings, Grizzlies und Spurs. Am Dienstag haben Kevin Durant & Co die Möglichkeit das dritte Mal in Folge gegen die Spurs zu triumphieren .
27 Minnesota (28) 22-55 Auch wenn Mike Miller & Co am Freitag ganze 23 Turnover produzierten – irgendwie konnten die Timberwolves in Salt Lake City gegen die Jazz die erste Geige spielen. Im trauten Heim wurden sie aber daraufhin von den Denver Nuggets mit 87-110 abgefertigt.
28 Washington (30) 18-60 Der 109-101 Sieg gegen den Lokalrivalen Cleveland Cavaliers am Donnerstag sorgt immerhin für ein versöhnliches Ende einer auf ganzer Linie enttäuschenden Saison.
29 L.A. Clippers (27) 18-59 Trotz einer langen Verletzungsliste brachten die Clippers die Lakers im Lokalderby an den Rand einer Niederlage. In den letzten fünf Spielen warten auf Zach Randolph & Co drei lösbare Aufgaben
30 Sacramento (26) 16-60 Die Sacramento Kings haben (wieder einmal) vier Spiele in Serie verloren – Kevin Martin & Co haben sich damit den letzten Platz der Power Rankings und die Auszeichnung zur schlechtesten Defensivmannschaft der gesamten Liga redlich verdient.