Power Rankings - 2/11/2009

Rolf Hasbargen
Direkt aus dem Mutterland des Basketballs präsentiert unser Blogsquad-Autor Rolf Hasbargen ab sofort jede Woche die offiziellen NBA Power Rankings. Die Rangliste ermittelt die aktuellen Kräfteverhältnisse zwischen den 30 NBA-Teams und bietet zugleich einen informativen Wochenrückblick – inklusive Analysen und Hintergrund-Stories.

Hinweis: Die nachstehenden offiziellen NBA Power Rankings wurden von www.nba.com Redakteur John Schuhmann verfasst und werden in freier Übersetzung von Rolf Hasbargen präsentiert.


Nach einer nahezu perfekten Woche haben sich die Lakers den Spitzenplatz in den Power Rankings zurückgeholt. Für die Nets geht es aufwärts, für die Raptors hingegen nach unten.

Lamar Odom
Lamar Odom - Lachen ist gesund
NBAE/Getty Images

Die Los Angeles Lakers haben sich nach einer nahezu perfekten Woche die Spitzenposition in den Power Rankings zurückerobert:

Zu Wochenbeginn stellte Kobe Bryant zunächst unter Beweis, dass er immer noch in der Lage ist, einen Gegner im Alleingang an die Wand zu spielen. In einer individuellen Basketballsternstunde erzielte er bei dem 126-117 Sieg gegen die Knicks im Madison Square Garden 61 Punkte.

Am Donnerstag feierten die Lakers dann in Boston dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung einen hart umkämpften 110-109 Triumph über die Celtics.

„Genug ist genug. Wir waren in der Lage bei ihrem physischen Spiel dagegenzuhalten“, kommentierte Kobe Bryant im Anschluss an die von beiden Seiten verbissen geführte Partie.

Nach einem lockeren Schaulaufen am Samstag gegen die Memphis Grizzlies (115-98), stand tags darauf in Cleveland der Showdown zwischen den beiden MVP-Kandidaten auf dem Programm.

Die Black Mamba musste allerdings arg geschwächt von einer fiesen Virusinfektion zu dem Duell mit König LeBron antreten: Der arme Kobe zitterte am ganzen Leib vor fiebriger Kälte, musste vor der Partie spucken und benötigte zum Halbzeitpausentee eine intravenöse Flüssigkeitsinjektion.

Lamar Odom sprang jedoch für seinen kränkelnden Topscorer in die Bresche, lieferte eine imponierende Leistung ab (28 Punkte und 17 Rebounds) und hatte einen beträchtlichen Anteil daran, dass die Cavaliers in dieser Saison nach 23 siegreichen Spielen in der heimischen Quicken Loans Arena erstmals eine Niederlage einstecken mussten.

„Das war eines der besten Spiele, das er je für uns absolviert hat'', lobte Lakers Headcoach Phil Jackson nach dem 101-97 Sieg den 2,08 m großen Forward. „Lamar hat bereits einige spektakuläre Spiele aufs Parkett gelegt, aber dieses war einfach herausragend. Er hat heute die gesamte Bandbreite seines Spiels gezeigt.“ Und jetzt, meine Damen und Herren: Die Auf- und Absteiger der letzten Woche im Fokus. Präsentiert von Gastredner Mike Liem.

Brook Lopez
Brook Lopez - Hermann, das Monster
NBAE/Getty Images
Aufsteiger der Woche: New Jersey Nets

Wir alle kennen die Qualitäten von Devin Harris, Vince Carter und Coach Lawrence Frank. Das Trio hält die Nets – wider Erwarten – im schwachen Osten in Playoff-Reichweite. Ein großer Grund für den aktuellen Aufschwung ist das überraschend handfeste Spiel von Brook Lopez (20 Jahre, 30 Minuten, 12 Punkte, 8 Rebounds). Der Rookie-Center erinnert an Hermann, das Monster, und zählt zu den besten Neulingen in der NBA.

Endlich aufgewacht ist auch Second-Round Pick Ryan Anderson. In der Abwesenheit von „Power Forward“ Yi Jianlian erzielte er als Starter beim Sieg gegen Milwaukee 19 Punkte und 7 Rebounds. Wenn die Nets (24-28) jetzt noch Verstärkung auf dem Transfermarkt finden, dann sieht es mit dem letzten Playoff-Platz für die Männer aus New Yorks Hinterhof gar nicht so schlecht aus. Immerhin.

Absteiger der Woche: Toronto Raptors

Mittlerweile sechs Niederlagen in Folge – auch die Rückkehr des Spaniers José Calderon hat die Raptors (19-34) nicht wieder auf Zack gebracht. Das Team aus Kanada spielte eine unerwartet schlechte und enttäuschende Saison, die persönliche Bilanz von Interimscoach Jay Triano: 11 Siege, 25 Niederlage.

Nach knapp der Hälfte der Spielzeit lassen sich unter anderem folgende Ursachen festhalten: Der Trade für Center Jermaine O`Neal war ein Fehlgriff und der Italiener Andrea Bargnani ist – trotz vermehrter Spielzeit – noch immer nicht die Light-Version von Dirk Nowitzki. Dazu behaupten einige Insider hartnäckig, dass Allstar Chris Bosh, der eine wechselhafte, von vielen Verletzungen geplagte Saison spielt, auf dem Markt feilgeboten wird. Na dann, gute Nacht.


Team (letzte Woche) Bilanz Analyse
1 L.A. Lakers (3) 42-9 Was für eine Woche für die Lakers: Das Team aus Los Angeles konnte alle Partien einer harten Auswärtsspielserie gewinnen. Am Sonntag zeigte Lamar Odom im Spiel gegen Cleveland genau zum richtigen Zeitpunkt eine herausragende Leistung.
2 Cleveland (4) 39-11 Die Niederlage am Sonntag gegen die Lakers setzte der bisher perfekten Heimbilanz in der Quicken Loans Arena (23-0) ein Ende. Die Cavaliers sind aber weiterhin das beste Team in der Eastern Conference und haben bisher noch nicht zwei Spiele in Folge verloren.
3 Boston (1) 37-9 Nach den Pleiten gegen die Lakers und Spurs in der heimischen Arena hat das Team aus Boston in dieser Saison nun vier ihrer fünf Spiele gegen die Mannschaften aus den aktuellen Top 4 der Power Rankings verloren.
4 San Antonio (4) 35-15 `Big Shot Rog´ hat wieder zugeschlagen: Roger Mason hat in der letzten Woche die Clippers, Suns, Lakers und Celtics abgeschossen. Natürlich darf nicht vergessen werden, dass ihm am Sonntag gegen die Celtics Tim Duncan, Manu Ginobili und Tony Parker nach deren Verschnaufpause gegen Denver wieder unterstützend unter die Arme griffen.
5 Orlando (2) 38-12 Auf dem Papier sind die Magic immer noch das drittbeste Team der Eastern Conference - es ist aber zu befürchten, dass die Mannschaft nach der Verletzung von Jameer Nelson keine Rolle mehr im Rennen um den Titel spielen wird. Ohne ihren Guard war die Defensive in der letzten Woche nicht in der Lage den Mavericks und Pacers Einhalt zu gebieten.
6 Denver (6) 35-17 Die Nuggets haben zunächst vier Spiele in Folge gewonnen, bevor sie am Samstag gegen die New Jersey Nets mit einem Punkteabstand von 44 Punkten regelrecht abgefertigt wurden. Vor dem All-Star Wochenende stehen Besuche in Miami und Orlando auf dem Programm.
7 Dallas (10) 31-20 Die Mavericks haben fünf ihrer letzten sechs Spiel für sich entscheiden können, obwohl ihre Defensive nicht gerade außergewöhnliche bzw. konstante Leistungen aufs Parkett gelegt hat. Die Verletzung von Jason Terry (Handbruch) könnte dem Team um Dirk Nowitzki nun ihren Rhythmus nehmen.
8 Portland (7) 29-17 Brandon Roy konnte mit seinem unwiderstehlichen Zug zum Korb in der allerletzten Sekunde des Spiels gegen die New York Knicks verhindern, dass die Trailblazers drei Spiele in Folge verlieren. Das Team aus dem Bundesstaat Oregon kann sich am Mittwoch in der heimischen Arena für die Niederlage gegen die Oklahoma Thunder vom Freitag Abend revanchieren.
9 New Orleans (8) 30-19 Nachdem Chris Paul am Montag gegen Portland verletzungsbedingt ausscheiden musste, kippte das Spiel ( 17-42 in den 13 1/2 Minuten) – ein weiterer Beweis für die gewichtige Rolle CP3´s im Mannschaftsgefüge der Hornets. Auch ohne ihren Guard hat das Team aus New Orleans am Sonntag dank eines spielentscheidenden Dunkings von Sean West gegen die Timberwolves gewonnen.
10 Houston (9) 31-21 Auf dem Terminkalender der Rockets stehen zur Zeit zumeist Partien gegen vergleichsweise schwächere Gegnern - bei dem Team aus Houston sind jedoch zur Zeit keine Siege garantiert: Am Mittwoch konnten sie z.B. den Grizzlies nicht in die Schranken weisen und verloren damit in dieser Saison bereits das zweite Mal gegen Memphis.
Team (letzte Woche Bilanz Analyse
11 Philadelphia (11) 23-23 Der bisherige Saisonverlauf zeigt das Potential der 76ers auf: Das Team aus Philadelphia verkraftete in dieser Saison sowohl einen Trainerwechsel, als auch mit Elton Brand den Verlust ihres bestbezahltesten Spielers - und hat trotzdem immer noch eine realistische Chance auf den vierten Playoffrang der Eastern Conference.
12 Utah (14) 29-23 Die Jazz hoffen auf die Rückkehr von Carlos Boozer und Andre Kirilenko und geben derweil ihr Bestes, um in der Reichweite von Houston, Dallas und Phoenix zu bleiben. Guard Deron Williams sorgt dafür, dass das Team auf Kurs bleibt: 33.5 Punkte im Schnitt in den letzten vier Spielen.
13 Phoenix (13) 28-22 Während General Manager Steve Kerr die Trademöglichkeiten abwägt, konnten die Suns am Sonntag zumindest in dem Krisengipfel gegen die Detroit Pistons gewinnen. Nachdem acht der letzten zwölf Spiele verloren gingen, zeigte das Team aus Arizona im Laufe der letzten Woche zwei gute Defensivleistungen.
14 Detroit (15) 27-23 Allen Iverson & Co abgelenkt vom Sonntagsgottesdienst? Mit der Niederlage gegen die Suns haben die Pistons nun alle sechs Heimspiele verloren, die an dem biblischen Ruhetag ausgetragen wurden. In der regulären Saison stehen noch sechs weitere Sonntagsspiele auf dem Terminkalendar.
15 Miami (12) 27-24 Die Heat mussten gegen ihren direkten Tabellennachbarn aus Philadelphia am Sonntag (auch aufgrund einer Erkältung von Dwyane Wade) eine schmerzliche Niederlage hinnehmen. James Jones wurde für seine Shooterqualitäten rekrutiert, seine Wurfquote konnte aber bisher nicht so recht überzeugen: In den letzten vier Spielen magere 2-13 von Downtown, insgesamt lediglich 6-28.
16 Atlanta (15) 30-21 Die Hawks haben ohne Joe Johnson (Grippe) zwei Auswärtsspiele in Folge gewinnen.können, verloren dann aber in den eigenen vier Wänden ohne Mike Bibby (Knöchelverletzung) gegen die Clippers aufgrund einer miserablen Defensivleistung.
17 New Jersey (24) 24-29 Die Nets haben seit November vor allen Dingen in der Verteidigung starke Verbesserungen gezeigt. Bis zur Niederlage gegen Orlando am Sonntag konnte das Team aus New Jersey in vier Begegnungen in Folge den Sieg davontragen.
18 New York (17) 21-31 Brandon Roys Nackenschlag in letzter Sekunde war das I-Tüpfelchen auf eine sehr problematische Woche für die Knicks. Nichtsdestotrotz hegen Chris Duhon & Co immer noch berechtigte Hoffnungen auf einen Playoffrang in der Eastern Conference
19 Milwaukee (20) 19-28 Ramon Sessions hat bei der Niederlage gegen die Pistons am Samstag 44 Punkte und 12 Assists abgeliefert. Zwei seiner Assists hatten Dreier zur Folge, so dass der Guard insgesamt bei 70 Punkten seines Teams direkt involviert war. Rechnerisch hat Sessions damit eine ähnlich beeindruckende Leistung abgeliefert, wie Kobe Bryant am Montag in dem Spiel gegen die Knicks (61 Punkte und drei Assists).
20 Chicago (20) 23-29 Ach, wenn das Wörtchen wenn nicht wär…Wenn Rookie Derrick Rose in zwei Spielen in den entscheidenden Momenten seine Würfe erfolgreich abgeschlossen hätte, würden die Bulls nun eine erfolgreichere Bilanz ihrer Auswärtstour (jetzt 4-3) verzeichnen.
Team (letzte Woche) Bilanz Analyse
21 Charlotte (19) 21-31 Die Bobcats haben im Anschluss an den Sieg gegen die Lakers in Los Angeles fünf Spiele in Folge verloren. Am Samstag wurde Adam Morrison im Tausch mit Vladimir Radmanovic an die Lakers abgegeben.
22 Minnesota (22) 17-34 Nachdem Al Jefferson am, Freitag gegen Houston noch 36 Punkte und 22 Rebounds erzielte, musste er am Sonntag bei der Niederlage gegen die Pistons mit einer Knieverletzung vom Spielfeld humpeln. Eine eh schon verkorkste Saison nimmt damit für die Timberwolves ihren weiteren Verlauf.
23 Indiana (21) 21-33 Die Pacers mussten am Sonntag gegen Washington erneut eine denkbar knappe Niederlage hinnehmen. In den nächsten Wochen stehen nun lösbareAufgaben auf dem Programm, so dass das Team aus Indiana die Playoffränge weiterhin fest im Blick hat.
24 Oklahoma (25) 13-40 Kevin Durant klettert auf der Liste der Liga-Topscorer stetig nach oben – im Januar 30,3 Punkte im Schnitt bei einer Wurfquote von 51%. Das Team aus dem Bundestaat Oklahoma profitiert selbstverständlich von solch herausragenden Leistungen ihres 2,06 grossen Forwards.
25 Golden State (26) 18-35 Die Warriors haben die Hälfte ihrer letzten 14 Spiel gewonnen, konnten dabei die Suns und Jazz in ihre Schranken weisen und brachten die Spurs in Overtime an den Rand einer Niederlage. Das Team aus dem wunderschönen Kalifornien hat sich damit in den letzten Wochen wieder zu einem ernstzunehmenden Gegner entwickelt
26 Toronto (23) 21-34 Chris Bosh laboriert an einer Knieverletzung, und die Raptors haben sechs Spiele in Folge verloren. Das Team aus Kanada muss damit die Hoffnungen auf die Playoffs wohl endgültig begraben. Es bleibt jedoch zu bezweifeln, dass General Manager Bryan Colangelo auf diese frustierende Situation mit der Tradefreigabe für Chris Bosh reagiert.
27 LA Clippers (29) 13-40 Daumen hoch für die Clippers: Sie haben dank ihrer besten Offensivleitungen der Saison gleich zwei Partien in Folge gewinnen können. Vor allen Dingen der Erfolg gegen die Hawks hat das Potential der Mannschaft endlich einmal vor Augen geführt.
28 Memphis (30) 15-37 Die Grizzlies beendeten ihre gruselige Serie von zwölf Niederlagen und konnten in der letzten Woche gleich in drei von vier Begegnungen den Platz als Sieger verlassen. Das Team vom neuen Headcoach Lionel Hollins zeigt sich vor allen in der Offensive stark verbessert - in der Defensive muss das Team jedoch noch konstantere Leistungen abrufen.
29 Washington (28) 11-42 Nachdem Caron Butler zwei Spiele aussetzten musste, erzielte er 35 Punkte und 13 Rebounds und war damit bei dem Sieg gegen die Pacers das Zünglein an der Waage. Die Wizards sprangen damit von Messers Schneide - und stehen lediglich auf dem vorletzten Rang der Power Rankings.
30 Sacramento (28) 11-43 Nach den drei Niederlagen der letzten Woche hat das Team aus Sacramento die schlechteste Bilanz der Liga. Die Kings übernehmen damit in dieser Saison erstmals die rote Laterne der Power Rankings.