Power Rankings - 2/4/2009

Rolf Hasbargen
Direkt aus dem Mutterland des Basketballs präsentiert unser Blogsquad-Autor Rolf Hasbargen ab sofort jede Woche die offiziellen NBA Power Rankings. Die Rangliste ermittelt die aktuellen Kräfteverhältnisse zwischen den 30 NBA-Teams und bietet zugleich einen informativen Wochenrückblick – inklusive Analysen und Hintergrund-Stories.

Die offiziellen NBA Power Rankings wurden von www.nba.com Redakteur John Schuhmann verfasst und werden in freier Übersetzung von Rolf Hasbargen präsentiert.


Im letzten Jahr sorgten Anfang Februar die Blockbuster-Deals für große NBA-Schlagzeilen: Schnäppchen Pau Gasol wird mit Schleifchen von Memphis nach Los Angeles geschickt –und Shaquille O’Neal wechselt zu den Phoenix Suns, um für die Wüstensöhne in Arizona den Big Cactus zu spielen.

Auch in diesem Jahr regt sich wieder geschäftiges Treiben auf dem Spielerbasar. Man darf gespannt sein, ob in den Wochen vor der Trade Deadline am 19. Februar noch einige Deals unter Dach und Fach gebracht werden, welche die Power Rankings in ihren Grundfesten erschüttern.

Jason Kidd
Alles im Blick – bei den Mavs sagt Jason Kidd jetzt die Spielzüge an.
NBAE/Getty Images
Aufsteiger der Woche: Dallas Mavericks

Die Dallas Mavericks kletterten in den Power Rankings ganze fünf Ränge nach oben und stehen damit in den Top Ten der heißesten Korbballcrews!

In einer vergleichsweise erholsamen Woche mit lediglich zwei Begegnungen konnten die Mavs am Mittwoch dank einer ausgewogenen Teamleistung in der Offensive (sechs Spieler punkteten im zweistelligen Bereich) die Golden State Warriors mit 117-93 aus der eigenen Halle fegen. "Wir haben in der Verteidigung eine gute Rotation gezeigt. Wir haben flinke Finger bewiesen, und uns die Rebounds gepflückt. Dieses Spiel haben wir in der Defensive gewonnen,“ präsentierte sich Nowitzki nach dem Spiel sichtlich zufrieden.

Am Sonntag zeigte der gebürtige Würzburger bei dem 111-96 Sieg gegen die Miami Heat in der American Airlines Arena eine wahre Galavorstellung: Dirk erzielte 30 Punkte, traf zwölf seiner 14 Würfe aus dem Feld und versenkte darüber hinaus all seine fünf Freiwurfversuche. Gegenspieler Udonis Haslem widmete Nowitzki nach dem Spiel eine wohlklingende Lobeshymne: "Ich war bei jedem Wurf direkt an ihm dran. Ich kann Nowitzki nur zu seiner Leistung gratulieren.”

Im Anschluss an das Spiel gegen Miami verkündete Headcoach Rick Carlisle, dass in der Zukunft bei den Mavericks nicht mehr an der Seitenlinie über die Spielzüge entschieden wird – die Verantwortung für die Angriffsstrategie liegt von nun an in den Händen des erfahrenen Point Guards Jason Kidd: "Er dirigiert das Spielgeschehen auf dem Feld, und ich werde ihm hier und da ein bisschen unter die Arme greifen. Wir brauchen Jason in dieser Führungsrolle - als einen Spielmacher, der direkt auf dem Court die Spielzüge ansagt.”

Patient der Woche: Milwaukee Bucks
(präsentiert von Gast-Autor Mike Liem)

Bogut & Villanueva
Andrew Bogut & Charlie Villanueva – zusammen durch dick und dünn
NBAE/Getty Images

Schockstarre in Milwaukee: Scharfschütze Michael Redd fällt für den Rest der Saison verletzt aus. Redd landete auf dem Fuß seines Backcourt-Partners Luke Ridnour und riss sich dabei das verflixte Kreuzband.

Ob es den oft unterschätzten Bucks (24-27) gelingt, auch ohne den Olympioniken in die Playoffs einzuziehen... fraglich, im schwachen Osten jedoch keineswegs ausgeschlossen. Was für die Bucks (und Coach Skiles) spricht, sind ihre bemerkenswerte Einstellung und Defensive, die unter der Abwesenheit von Redd nicht leiden wird. Fragt sich nur, wie das Team in der Offensive den plötzlichen Wegfall von 21,6 Punkten kompensiert. Auf Dauer kann die Ersatzlösung auf der Shooting-Guard-Position nicht Ramon Sessions (1,91 Meter) heißen, obwohl der, wie viele seiner Mitspieler eine recht ordentliche und kämpferisch tadellose Saison abliefert.

Gut, dass sich der australische Goliath alias Andrew Bogut aus dem Krankenlazarett zurückgemeldet hat und in limitierter Spielzeit andeutet, dass nicht nur sein Rücken hält, sondern er weiter kontinuierliche klitzekleine Schritte nach vorn macht. Vielleicht wird aus dem ja irgendwann mal ein richtig Guter. (Think: Chris Kaman, nur besser.)

Für positive Schlagzeilen und Playoff-Träume in Milwaukee sorgt auch Power Forward Charlie Villanueva, der mit einem Stirnband auf die Welt gekommen ist und sich nach anfänglichen Anpassungsproblemen endlich an die beinharte Basketball-Philosophie von Coach Skiles gewöhnt hat – und es darum aus dessen Abstellkammer geschafft hat.

Noch besser: Ohne Redd darf Charlie sogar das tun, was er am liebsten mag und am besten kann: schießen, werfe, schmeißen, punkten. In den ersten vier Spielen nach der Verletzung des Top-Scorers erziele Villanueva 96 Punkte. Die Bilanz? 3:1 – und immer noch der achte Playoff-Platz.


Team (letzte Woche) Bilanz Analyse
1 Boston (1) 40-9 Während sich die Defensive der Celtics in der letzten Woche in gewohnter Stärke präsentierte, lief auch die Offensive zu imponierender Form auf: Das Team um Guard Rajon Rondo produzierte kaum Turnover, traf 50 % ihrer Wurfversuche aus dem Feld und 48 % von Downtown.
2 Orlando (4) 36-10 Das Team aus Orlando kann gutgelaunt auf die Schlagzeilen der letzten Woche zurückblicken: Mickael Pietrus ist zurück, drei Spieler für das Allstar-Spiel nominiert (Jameer Nelson, Dwight Howard, Rashard Lewis ), beeindruckender Triumph gegen die Cleveland Cavaliers.
3 L.A. Lakers (2) 37-9 Die Lakers warten gespannt auf die Resultate der ‘magnetic resonance imaging’–Untersuchung (MRI) des rechten Knies von Andrew Bynum. Eine längere Verletzungspause ihres Centers würde die Defensive des Teams aus Los Angeles arg schwächen.
4 Cleveland (3) 37-9 Der Sieg am Sonntag gegen die Pistons sicherte den Cavaliers ihren ersten Auswärtserfolg gegen eine der sechs besten Mannschaften der Eastern Conference. Zydrunas Ilgauskas erzielte am Freitag in seinem ersten Spiel nach überstandener Verletzung 20 Punkte und 11 Rebounds. Am nächsten Sonntag steht für Big Z & Co das prestigeträchtige Duell gegen die Lakers auf dem Programm.
5 San Antonio (5) 32-14 Die San Antonio Spurs konnten in den Spielen gegen die Jazz, Suns und Hornets mit guten Offensivleistungen die Oberhand behalten - nichtsdestotrotz bereitet die Defensive dem Spitzenreiter der Southwest Division immer noch großes Kopfzerbrechen.
6 Denver (6) 31-16 Die Nuggets behaupteten dank starker Performances in der Defensive auch ohne ihren Topscorer Carmelo Anthony die Spitzenposition der Northwest Division. Melo feierte am Freitag bei dem 110-99 Erfolg gegen die Charlotte Bobcats sein Comeback.
7 Portland (10) 29-17 Die Trailblazers konnten ihre letzten vier Spielen für sich entscheiden. In den anstehenden Auswärtsspielen (sieben von zwölf Spiele ‘on the road’) muss sich nun zeigen, ob das Team von Coach Nate McMillan an die starken Defensivleistungen der letzten Woche anknüpfen kann.
8 New Orleans (9) 28-16 In den zwei Spielen nach der Bekanntgabe seiner Nominierung für das Allstar-Spiel hat David West eine magere Wurfquote von 35.1 % abgeliefert – in beiden Spiele mussten die Hornets eine Niederlage hinnehmen. Aufgrund schlechter Verteidigung reichten am Samstag auch die 38 Punkte von Chris Paul nicht aus, um gegen die Spurs einen Sieg davonzutragen.
9 Houston (7) 29-19 Die Geschichten rund um die Verletzungen in Houston nehmen immer bizarrere Formen an: Am Mittwoch konnten Tracy McGrady, Ron Artest und Yao Ming in Philadelphia das dritte Mal in dieser Saison gemeinsam auflaufen– und verlieren das dritte Mal (93-95). Am Freitag verletzte Yao Ming im Training versehentlich Tracy McGrady am linken Knöchel - und tags darauf gewinnen die Rockets gegen die Warriors.
10 Dallas (15) 27-19 Headcoach Rick Carlisle überlässt jetzt Guard Jason Kidd die Entscheidungen über die Spielzüge im Angriff. Die Mavericks lieferten prompt zwei ihrer besten Offensivleistungen dieser Saison ab. In dem Duell gegen die Miami Heat glänzte das Team von Dirk Nowitzki mit einer Trefferquote von 60%.
Team (letzte Woche Bilanz Analyse
11 Philadelphia (8) 23-23 Am Samstag im Spiel gegen die Nets (83-85) sah zunächst alles danach aus, als ob die Sixers locker-flockig ihrem dritten Sieg in Folge einfahren können. Zum Ende der Partie konnte das Team aus Philadelphia jedoch keinen einzigen ihrer letzten 18 Würfe erfolgreich abschließen.
12 Miami (11) 25-21 In der Defensive der Heat fehlt zur Zeit Shawn Marion’s Einsatz und Präsenz, glücklicherweise ist aber Dwyane Wade in dieser Saison bisher von Verletzungen verschont geblieben. Headcoach Erik Spoelstra macht nun auch aus den Ambitionen auf den vierten Platz der Eastern Conference keinen Hehl mehr.
13 Phoenix (12) 25-20 Im Monat Januar haben die Suns erstmals seit April 2004 mehr Spiele verloren als gewonnen. Nach Angaben des “Arizona Republic’ traf sich der Trainerstab und das Management im Anschluss an die Niederlage gegen die Bulls hinter verschlossenen Türen mit den Veteranen Grant Hill und Steve Nash.
14 Utah (14) 26-22 Die Jazz kassierten in fünf ihrer letzten sechs Spiele eine Niederlage. In ihrer Verteidigung vermissen sie schmerzlichst den verletzten Andre Kirilenko. Dem Litauer wurden am Freitag Knochenfragmente aus dem verletzten Knöchel entfernt – es wird sich im Laufe dieser Woche herausstellen, wann AK 47 wieder auf den Court zurückkehren kann.
15 Atlanta (13) 27-20 Die Hawks haben in der letzten Woche all ihren drei Begegnungen auf fremden Terrain verloren– Joe Johnson & Co haben damit eine Auswärtsbilanz von miserablen 5-15. Will sich das Team aus Atlanta aber eine gute Ausgangsposition für die Playoffs erarbeiten, muss die Auswärtsschwäche in den nächsten Partien (11 von 15 Spiele auswärts) in den Griff bekommen werden.
16 Detroit (16) 25-21 Seit Anfang der Saison 2003-04 bis hin zum Ende der letzten Spielzeit waren die Pistons überaus heimstark (160-45). In dieser Saison verzeichnen die Pistons dahingegen bisher eine dürftige Heimbilanz von 13-11. In den letzten sieben Spielen musste sich das Team von Allen Iverson im Palace of Auburn Hills sechs Mal geschlagen geben.
17 New York (21) 21-25 Am Montag gegen die Rockets konnten die Knicks in dieser Saison erstmals eine Partie gewinnen, in der sie am Ende des dritten Viertels noch zurücklagen. Nach einer erfolgreichen Woche (Siege gegen die Hawks und Pacers) erwarten die Knickerbockers im Madison Square Garden mit den Lakers, Cavs und Celtics die Elite der Liga.
18 Milwaukee (18) 24-27 Die ersehnte Rückkehr von Center Andrew Bogut und erstaunliche Leistungen von Charlie Villanueva (27.0 Punkte und 9.3 Rebound im Schnitt in den letzten drei Partien) verhalfen den Bucks (8. Platz in der Eastern Conference) zu zwei aufeinanderfolgenden Siegen.
19 Charlotte (20) 19-28 Die Bobcats konnten am Dienstag nach zwei Spielverlängerungen einen beeindruckenden Sieg (117-110) gegen die Lakers erzwingen. Das Team aus Charlotte konnte damit fünf der letzten sechs Spiele gegen Kobe & Co für sich entscheiden. Das Team muss nun voraussichtlich den ganzen Februar auf ihren Forward Gerald Wallace verzichten.
20 Chicago (24) 21-27 Nachdem die Bulls Führungsetage die Saison in aller Öffentlichkeit als ‘Disaster’ abstempelte, zeigte das Team eine Trotzreaktion und gewann auf ihrem Trip in den Westen drei Spiele in Folge. Vor allem der 2,06 große Forward Luol Deng machte dabei auf sich aufmerksam - 20 Punkte im Schnitt bei einer Wurfquote von 54 %.
Team (letzte Woche) Bilanz Analyse
21 indiana (19) 19-29 Bevor die Pacers am Wochenende gegen die Knicks eine Heimniederlage hinnehmen mussten, haben sie in den eigenen vier Wänden sieben Spiele in Folge gewonnen. Eine hartnäckige Knieverletzung beeinträchtigt zur Zeit die Leistung von Danny Granger. Der Topscorer der Pacers zeigte in den letzten neun Begegnungen eine ungewohnt schwache Wurfausbeute von 35 %.
22 Minnesota (17) 16-30 Nach dem Jahreswechsel konnten die Timberwolves zunächst zehn von zwölf Partien für sich entscheiden, im Laufe der letzten Woche kassierten sie jedoch drei Niederlagen in Folge. Al Jefferson musste am Donnerstag erfahren, dass er nicht für das All-Star-Spiel nominiert wurde. Der 2,08 grosse Allroundkünstler spielte sich daraufhin in den Partien gegen die Lakers und Celtics (je 34 Punkte) den Frust von der Seele.
23 Toronto (23) 19-30 Nach der Rückkehr von Jose Calderon und Jermaine O’Neal konnten die Raptors zunächst drei Spiele in Folge gewinnen, darauf folgten jedoch Niederlagen gegen die Bucks und die Magic. Der Spanier Calderon scheint immer noch unter den Nachwirkungen seiner Rückenverletzung zu leiden.
24 New Jersey (22) 21-27 Die Nets zeigten am Samstag gegen Philadelphia eine beachtliche Leistung in der Verteidigung - lediglich 25 Punkte der 76ers in der gesamten zweiten Hälfte des Spiels. Nach einer heiklen Phase (1-8) konnte das Team von Vince Carter so endlich mal wieder ein Erfolgserlebnis feiern.
25 Oklahoma City (25) 11-37 Die Thunder haben in den letzten Wochen Fortschritte in der Defensivabstimmung erkennen lassen. Nachdem sich aber Forward Desmond Mason am Knie verletzte, kassierte das Team aus dem Bundestaat Oklahoma gegen die Utah Jazz und Sacramento Kings insgesamt 232 Punkte.
26 Golden State (26) 15-33 Bei dem Sieg gegen die Hornets am Freitag zeigten die Warriors ihre bisher beste Defensivleistung der Saison. Das Team von Coach Don Nelson muss nun in neun der nächsten zehn Spiele gegen die bestplatziertesten Teams der Western Conference antreten.
27 Sacramento (28) 11-38 Nach den Niederlagen gegen die Cavs, Celtics, Bulls haben die Kings nun all ihre 21 Begegnungen gegen Teams aus der Eastern Conference verloren.
28 Washington (27) 10-37 Am Samstag behielten die Wizards im Kellerduell gegen die Clippers die Oberhand, und konnten damit die Serie von fünf Niederlagen beenden. ‘Agent Zero’ Gilbert Arenas wird in dieser Saison seinem Spitznamen voraussichtlich alle Ehre machen, und ‘zero’ Spiele absolvieren.
29 L.A. Clippers (29) 10-37 In der letzten Woche gewannen lediglich zwei der 30 NBA-Teams keine einzige Begegnung: Die L.A. Clippers und die Memphis Grizzlies. Diese Teams landen damit genau wie in der letzten Woche auf den letzten beiden Plätzen der Power Rankings.
30 Memphis (30) 11-35 Das Team um den neuen Headcoach Lionel Hollins musste zwölf Spiele in Folge den Platz als Verlierer verlassen. In den anstehenden Duellen gegen die Clippers und Wizards haben die Grizzlies allerdings die realistische Chance diese Negativserie zu beenden.