Power Rankings - 1/28/2009

Rolf Hasbargen
Direkt aus dem Mutterland des Basketballs präsentiert unser Blogsquad-Autor Rolf Hasbargen ab sofort jede Woche die offiziellen NBA Power Rankings. Die Rangliste ermittelt die aktuellen Kräfteverhältnisse zwischen den 30 NBA-Teams und bietet zugleich einen informativen Wochenrückblick – inklusive Analysen und Hintergrund-Stories.

Die offiziellen NBA Power Rankings wurden von www.nba.com Redakteur John Schuhmann verfasst und werden in freier Übersetzung von Rolf Hasbargen präsentiert.


Puuuuh - Die Hälfte der kräftezehrenden regulären Saison ist überstanden!

Auch in den Power Rankings kristallisiert sich immer deutlicher heraus, welche Teams am besten mit den Anforderungen des schonungslosen Terminplans und der unentwegten Qual des Biorythmus umgehen können.

Boston zurück auf Kurs
Die Boston Celtics zeigten sich in der letzten Woche von allen widrigen Umständen unbeeindruckt: Der Titelverteidiger eroberte sich mit Bravour den Platz an der Sonne in den Power Rankings zurück.

In dem Duell gegen die Orlando Magic - Spitzenreiter der letzten Woche - imponierten die Celtics mit einer bärenstarken Defensivleistung: Kevin Garnett, Kendrick Perkins und Glen ‘Big Baby’ Davis entnervten Dwight Howard mit Hilfe einer präzisen Verteidigungsrotation. Im Kollektiv limitierten sie den Center auf 11 Punkte und 11 Rebounds.

Das Team aus New England hat darüberhinaus in der letzten Woche die prestigeträchtigen Duelle gegen die Phoenix Suns, Dallas Mavericks und Miami Heat mit einem durchschnittlichen Vorsprung von sage und schreibe 18,5 Punkten für sich entscheiden können.

Laut Headcoach Doc Rivers ist das Potential der Mannschaft aber noch nicht völlig ausgeschöpft: “Wir finden so langsam zu alter Form zurück. Wir sind noch nicht ganz da, aber man kann es bereits erahnen.”

Business as usual in Dallas? Dallas-Coach Carlisle zog nach der deutlichen 100-124 Niederlage vor dem Team aus Boston seinen Hut: "Die Celtics haben heute eine hervorragende Leistung gezeigt”, so Carlisle nach dem Spiel am Sonntag. ”Wir sind bisher noch auf keine Mannschaft getroffen, die effektiver in der Verteidigung spielt.”

Der Headcoach der Mavericks hat mit seinem Team im Laufe der letzten Woche Wechselbäder der Gefühle durchlebt: Auf den umjubelten 95-93 Triumph mit Nowitzki-Buzzerbeater gegen die Philadelphia 76ers am Montag, folgte zwei Tage später eine desolate Vorstellung gegen die Milwaukee Bucks.

"Das war wirklich peinlich", analysierte Nowitzki nach der 99-133 Niederlage das Spielgeschehen. "Die Bucks haben alles bekommen, was sie wollten – offene Würfe und freie Bahn zum Korbleger. Das war in jeder Hinsicht einfach nur schlecht.”

Am Freitag Abend gegen die Pistons bemühte sich das Team dann um Wiedergutmachung: “Nach der Pleite in Milwaukee ging es heute Abend um unseren Stolz'', kommentierte Jason Kidd den 112-91 Sieg.

Die Verteidigung der Pistons konnte den stark aufspielenden Dirk Nowitzki (26 Punkte) im Palace of Auburn Hills zu keiner Zeit in den Griff bekommen: "Ich habe wirklich alles versucht um Dirk zu stoppen, aber wenn er mit seinen 2,13 m zu diesem Fadeawayshot ansetzt, ist es einfach schwierig irgendetwas dagegen zu unternehmen”, so der resignierte Rookie Amir Johnson nach der Begegnung.

Nach diesem Lichtblick wurden die Mavericks aber bereits zwei Tage später in Boston regelrecht abgefertigt. Die Celtics durchbrachen bereits vor Beginn des letzten Viertel die 100 - Punkte Marke.

“Ich denke nicht, dass die Celtics 40 Punkte besser sind als wir”, versuchte Nowitzki nach der Partie die Niederlage schönzureden. ”Wir müssen dieses Spiel schnell abhaken. So läuft es eben in der Liga – man gewinnt einige wichtige Spiele, und dann gibt es wieder eine enttäuschende Niederlage.”

Sonntagsspaziergang in Los Angeles

Kobe Bryant zeigt im Vergleich zu Nowitzki nach einer Niederlage zumeist eine etwas verbissenere Reaktion, doch zur Zeit sind die Lakers (Platz zwei in den Power Rankings) überaus erfolgreich ( 14 Siege aus den letzten 17 Spielen) - es geht harmonisch in Los Angeles zu.

Die Black Mamba freute sich nach dem deutlichen Sieg gegen die San Antonio Spurs (99-85) am Sonntag über die Rückkehr von Guard Jordan Farmar: “Er ist der Motor unserer zweiten Reihe. Jetzt wo er zurück ist, kann jeder wieder auf seiner gewohnten Position spielen, und die Räder in unserem Getriebe greifen ineinander.”

Die Gedanken sind frei Die Milwaukee Bucks konnten seit dem Jahreswechsel in neun von elf Spielen das Spielfeld als Sieger verlassen. Sie haben sich so nach einem miserablen Saisonstart heimlich, still und leise in den Dunstkreis der Playoffränge in der Eastern Conference hervorgearbeitet.

Nachdem im Dezember Celtics Legende Kevin McHale das Ruder von Flip Saunders übernommen hat, verpasste er dem Team um Al Jefferson und Rookie Kevin Love nach und nach eine ausgeprägte Siegermentalität.

“Die Jungs spielen wieder mit Selbstvertrauen”, zeigt sich der Assistenzmanager Fred Hoiberg hellauf begeistert. ”McHale hat die außergewöhnliche Fähigkeit in Deinen Kopf zu blicken, und herauszufinden, wie Du tickst.”

Trotz der eiskalten Winternächte am “North Pole” (Zitat Kevin Garnett) pilgern nun auch immer mehr Zuschauer in die heimische Arena, um sich mit eigenen Augen von dem psychologischen Motivationszauber Kevin McHales zu überzeugen.


TEAM (LAST WEEK) REC. BREAKDOWN
1 Boston (3) 37-9 Die Celtics haben ihre Mini-Krise überstanden. Sie konnten letzte Woche gegen die Suns, Heat, Magic und Mavs ungefährdete Siege einfahren. Kurioserweise erzielte das Team aus Boston dabei am Mittwoch und Sonntag insgesamt 31 Dreier, trafen jedoch am Donnerstag kein einziges Mal von Downtown.
2 L.A. Lakers (5) 35-8 Das Comeback von Guard Jordan Farmar und ein Triumph gegen den Rivalen San Antonio - die Lakers verlebten einen überaus angenehmen Sonntagnachmittag. Center Andrew Bynum glänzte am Mittwoch gegen die L.A. Clippers mit 15 Rebounds und Career High 41 Punkten, und legte danach zwei weitere Double-Double aufs Parkett.
3 Cleveland (2) 34-8 Die Cavs verloren zwar gegen die Lakers, konnten aber auf ihrem Westküstentrip die Spiele gegen Portland und Utah für sich entscheiden. Trotz ihrer Verletzungssorgen sind LeBron & Co zurück an der Spitze der Eastern Conference.Am Donnerstag steht ein weiteres Auswärtsspiel gegen die Orlando Magic auf dem Programm.
4 Orlando (1) 33-10 Die Magic konnten lediglich eine Woche den ersten Platz der Power Rankings für sich behaupten. Das Team aus Orlando verlor erstmals seit Anfang der Saison zwei Begegnungen in Folge. Die Defensive konnte die Angriffsreihen der Celtics und der Heat nicht in den Griff kriegen, und Guard Jameer Nelson zeigte eine ungewohnte Abschlußschwäche (10 von 27).
5 San Antonio (4) 29-14 Die Spurs behielten in den Duellen gegen die Bobcats und Nets die Oberhand, verloren aber am Sonntag gegen die Lakers. In den anstehenden Duellen gegen die Jazz, Suns und Hornets muß das Team aus San Antonio eine konstantere Leistung in der Defensive zeigen.
6 Denver (6) 29-15 Statistiken dokumentieren, dass sich die Leistungen der Nuggets seit dem Handbruch Carmelo Anthonys nicht signifikant verschlechtert haben - dazu hat sicherlich beigetragen, dass die meisten Spiele vor heimischer Kulisse stattfanden. Die nächsten 10 ihrer 12 Spiele muß das Team aus Denver nun auswärts antreten, allerdings geht es dabei zumeist gegen vermeintlich schwächere Gegner.
7 Houston (11) 28-17 Yao Ming hat sich am Freitag im Spiel gegen Indiana eine Prellung am Knie zugezogen, und musste das Spiel gegen die Detroit Pistons von der Bank aus verfolgen. Tracy McGrady und Ron Artest sprangen jedoch nach überstandenen Verletzungen rechtzeitig in die Bresche, und verhalfen den Rockets zu einem knappen Sieg. Yao sollte bald wieder genesen sein, so dass die Rockets endlich in ihrer Wunschformation auflaufen können.
8 Philadelphia (9) 21-21 Forward Elton Brand ist wieder einsatzbereit. Die 76ers sind nun gefordert einen Weg zu finden, um den Neuzugang von den L.A. Clippers in den erfolgreichen Offensivrythmus zu integrieren.
9 New Orleans (7) 26-14 Die Hornets konnten trotz der Verletzung ihrer Stammkräfte Tyson Chandler und David West zwei ihrer letzten drei Spiele gewinnen. Peja Stojakovic hat durch seine Dreierausbeute (9-16) einen entscheidenden Anteil dazu beigetragen. West wird voraussichtlich in den nächsten Tagen wieder einsatzbereit sein, während Chandler wohl noch ca. drei Wochen aussetzen muß
10 Portland (10) 26-17 Die Trailblazers haben gegen die neun erfolgreichsten Mannschaften der Western Conference eine Bilanz von lediglich fünf Siegen gegenüber zehn Niederlagen. Zunächst muss sich das Team aus Oregon nun mit den Clippers und Bobcats auseinandersetzen, danach stehen Spiele gegen die Jazz, Hornets und Mavericks auf dem vollgespickten Terminkalendar.
TEAM (LAST WEEK) REC. BREAKDOWN
11 Miami (12) 23-19 In der letzten Woche musste das Team aus Miami gegen die Celtics zunächst eine Niederlage hinnehmen, konnte daraufhin aber die Magic in die Schranken weisen. Dwyane Wade & Co sind den Pistons bei dem Rennen um den fünften Platz der Eastern Conference weiterhin dicht auf den Fersen.
12 Phoenix (8) 24-18 Das Team aus Arizona hat am Sonntag gegen die Hawks zur Abwechslung mal ein Spiel mit guter Defensivarbeit für sich entscheiden können. Nichtsdestotrotz hat die Offensivabteilung der Suns in den letzten sieben Spielen (2-5) im Durchschnitt miserable 19.1 Turnover produziert.
13 Atlanta (14) 26-17 Die nächsten 19 Spiele (davon 14 auswärts) werden die Weichen für den weiteren Saisonverlauf der Hawks stellen. Es wird sich zeigen, wie robust und reif das junge Team ist. Bis dato lautet die Auswärtsbilanz 9-12.
14 Utah (13) 25-20 Das Team aus Salt Lake City blickt auf eine ernüchternde Woche zurück: Sie haben drei Spiele in Folge verloren, besetzen keinen Playoffrang mehr und müssen voraussichtlich längere Zeit auf Andre -AK47- Kirilenko (Knöchelverletzung) verzichten. Zumindest haben die Jazz in zwölf der nächsten 17 Spiele Heimvorteil, und hoffen ihre Heimstärke unter Beweis stellen zu können.
15 Dallas (16) 25-19 Die Mavericks haben auf ihrer Reise in den Osten gegen die Pistons und die 76ers Siege erzwungen, in den Begegnungen gegen die die Bucks und die Celtics fiel das Team um Dirk Nowitzki allerdings regelrecht in sich zusammen, und kassierte haushohe Niederlagen
16 Detroit (15) 24-19 Am Wochende hagelte es für die Pistons gegen die Rockets und die Mavericks aufgrund schlechter Defensivleistungen zwei Heimniederlagen. Die neue Spielstrategie des Pistons-Coach Mike Curry den Maskenmann Richard Hamilton von der Bank kommen zu lassen, trägt bisher noch keine Früchte.
17 Minnesota (20) 15-27 Welches Team kann die beste Bilanz seit dem Jahreswechsel vorweisen? Die Minnesota Timberwolves! - Das Team von Coach Kevin McHale hat durch solide Defensive und Offensive in neun ihrer letzten elf Spiele den Triumph davontragen können.
18 Milwaukee (18) 22-25 Nachdem die Bucks in ihrer Verteidigung bereits Andrew Bogut schmerzlichst vermissen, gab es letzte Woche eine weitere Hiobsbotschaft: Topscorer Michael Redd wird in dieser Saison aufgrund einer komplizierten Verletzung nicht mehr auf den Court zurückkehren.
19 Indiana (19) 17-27 Das Team aus Indiana hat gegen starke Teams gute Defensivarbeit gezeigt, und hat in den letzten sechs Spielen vier Mal den Platz als Sieger verlassen. Wenn die Pacers auch in Zukunft an die gezeigten Leistungen anknüpfen können, werden sie in der Tabelle der Eastern Conference nach oben klettern.
20 Charlotte (17) 12-26 Die Bobcats sind auf dem besten Wege in dieser Saison die erste Playoffteilnahme der Franchisegeschichte unter Dach und Fach zu bringen. In dieser Woche müssen jedoch Reifeprüfungen gegen die Lakers, Blazers, Nuggets und Jazz absolviert werden.
TEAM (LAST WEEK) REC. BREAKDOWN
21 New York (24) 18-25 Die Rückkehr des 2,08m großen Italieners Danillo Galinari hat frischen Wind in die problembeladende Offensive der Knicks gebracht. Das Team aus dem Big Apple konnte ein Miniserie von drei Siegen aufs Parkett legen.
22 New Jersey (22) 20-24 Die Pleiten in den letzten Begegnungen haben zur Folge, dass die Nets erstmals seit Beginn dieser Spielzeit ohne eine positive Bilanz dastehen. Sieben der nächsten elf Spiele müssen sie nun in der Fremde gegen Kontrahenten mit einer besseren Bilanz antreten.
23 Toronto (23) 18-28 Der Spanier Jose Calderon hat nicht nur 86 Freiwürfe in Folge versenkt, er hat darüberhinaus in den zwei Spielen seit seiner überstandenen Verletzung 15 von 19 Würfen getroffen und 18 Assists erzielt. Nachdem die Raptors sieben Spiele in Folge verloren haben, konnten sie nun immerhin zwei Spiele in Folge gewinnen.
24 Chicago (21) 18-27 Obwohl sowohl Joakim Noah als auch Tyrus Thomas am Sonntag gegen die Timberwolves ansprechende Leistungen zeigten, stand nach Spielschluss eine weitere Niederlage auf dem Papier. Die Bulls haben nun fünf Partien in Folge verloren, und müssen die nächsten sechs Spiele auf fremden Terrain austragen.
25 Oklahoma City (25) 9-35 Kevin Durant erzielte bei dem Defensivdebakel gegen die L.A. Clippers am Freitag 46 Punkte und 15 Rebounds, und konnte damit in beiden Kategorien seine bisherige Karrierebestleistung einstellen. Doch welchen Nutzen haben solch individuellen Rekorde, wenn das Team das Spielfeld letztendlich als Verlierer verlässt?
26 Golden State (27) 14-31 In der Oracle Arena gab es im Laufe der letzten Woche zwei Begegnungen mit Herzschlagfinale zu bewundern – zum Leidwesen der Warriors-Fans bejubelte am Ende jedoch jeweils das Gästeteam den Buzzerbeater.Im Krimi gegen die Cavaliers feierte Monta Ellis sein ersehntes Comeback, und erzielte prompt 20 Punkte.
27 Washington (28) 9-34 Die Wizards dümpeln in dieser Saison so vor sich hin, und sind kurz davor das Team mit der schlechtesten Bilanz der Liga zu sein. Die Tradedeadline rückt näher - es stellt sich die Frage, ob das hochkarätige Trio Gilbert Arenas, Butler und Jamison auch in Zukunft gemeinsam im Jersey der Wizards auflaufen wird.
28 Sacramento (26) 10-35 Das Team aus Kalifornien muss zunächst gegen die Cavs antreten, bevor gleich am nächsten Tag die Big Three warten. Irgendwie deutet alles darauf hin, dass die Kings am Donnerstag mit sieben Niederlagen in Folge dastehen.
29 L.A. Clippers (29) 10-33 Trotz einer langen Verletzungsliste triumphierten die Clippers im Kellerduell gegen die Okahoma City Thunder, mussten sich aber am Sonntag mit nur acht einsatzbereiten Spielern den wiedererstarkten Golden State Warriors geschlagen geben.
30 Memphis (30) 11-32 Der neue Coach Lionel Hollins hat in Memphis nun alle Hände voll zu tun: Jeder einzelne Spieler im Roster der Grizzlies ist durchaus talentiert, die einzelnen Mannschaftsteile greifen aber bisher nicht ineinander.