Rolf Hasbargen
In seiner Jugend eiferte Rolf Hasbargen seinen Idolen Jordan und Barkley nach und feilte auf der heimischen Einfahrt stundenlang akribisch an seinem Tomahawkdunk. Der 1,97 m große Bilderbuchathlet war auf dem besten Weg, als erster Ostfriese in die Geschichtsbücher der NBA einzugehen, doch Mädchen und Parties sorgten für eine folgenschwere Wende in seiner Basketball-Laufbahn. Heute residiert der Patchworkkarrierist (30) im Königreich des Basketballs und genießt das Spektakel NBA live auf dem heimischen Fernsehschirm oder auf der Tribüne als Teil der enthusiastischen Anhänger der Golden State Warriors. Seine Email ist: blogbasketball@gmail.com.

Im NBA Inside Report beleuchtet Rolf Hasbargen die Playoff-Serie zwischen den Dallas Mavericks und den San Antonio Spurs. Hier erfahrt Ihr, was Jason Kidd und Erick Dampier mit Tony Parker vorhaben...

Dirk Nowitzki
NBAE/Getty Images

Das Gesetz der Serie

Im ersten Spiel der Playoffserie gegen die San Antonio Spurs bejubelten die Dallas Mavericks am Samstag Abend im AT&T Center einen hart erkämpften 105-97 Triumph. Im Vorfeld des zweiten Spiels der Serie machte sich nach aller berechtigten Freude über den wichtigen Etappenerfolg bei den Dallas Mavericks allerdings Respekt und Ehrfurcht vor dem Team von Head Coach Greg Popovich breit: Die gestandenen Veteranen der Spurs haben in den letzten Jahren in den Playoffs einfach zu häufig ihre Standhaftigkeit und Hartnäckigkeit unter Beweis gestellt. “Pop ist einer der besten Head Coaches der Liga - er scheut sich nie davor, Dinge zu ändern”, erwartete Mavericks Point Guard Jason Kidd eine Justierung der taktischen Ausrichtung der Spurs.

Im ersten Spiel richtete vor allen Dingen Mavericks Ersatz-Point Guard Jose Juan Barea mit seinen beherzten Vorstößen direkt in das Zentrum der Verteidigung großen Schaden auf Seiten der Spurs an.

“Du kannst nicht einfach dabei zuschauen, wie Barea im letzten Viertel fünf oder sechs Mal zum Korb zieht. Ich denke nicht, dass die Spurs das noch einmal zulassen werden”, prophezeite ein illusionsloser Dirk Nowitzki vor Spiel 2. “Und Tony Parker wird zum Korb ziehen," orakelte der 2,13 m große Forward weiter.

Zum Leidwesen der Mavericks sollte der ‘Dirkster’ auf ganzer Linie Recht behalten…

Tony Parker wie im Training

Tony Parker begann die zweite Partie am Montag Abend wie von der Tarantel gestochen, penetrierte unermüdlich die Verteidigung der Mavericks und erzielte alleine im ersten Viertel acht Punkte durch Korbleger.

"Das war wie im Training bei einer Korblegerübung - Tony hat einfach fantastisch gespielt", bewundert Nowitzki nach der 84-105 Niederlage der Mavericks die Leichtigkeit des Franzosen.

Im letzten Viertel wurde Tony Parker beim Spielstand von 95-73 nach insgesamt 38 erzielten Punkten ausgewechselt – die Zuschauer erheben sich zu Standing Ovations, auf der Bank wartet eine liebevolle Schultermassage von Manu Ginobili auf den Matchwinner.

Die Stars der Mavericks verblassen auf dem Statistikbogen vor dem Angriffswirbel des 27-jährigen: Jason Terry (16 Punkte), Dirk Nowitzki (14 Punkte) und Josh Howard (sieben Punkte) erzielten gemeinsam insgesamt lediglich 37 Punkte. "Wir sind nach der Niederlage am Samstag nicht in Panik geraten," kommentiert Parker nach dem deutlichen Erfolg der Spurs. "Wir haben uns zusammengesetzt, um uns Videomaterial anzusehen – wir haben analysiert, was wir im ersten Spiel der Serie falsch gemacht haben und haben daraufhin einige Änderungen vorgenommen.”

Nach den gemeinsamen Fernsehstunden haben die Spurs einen massiven Abwehrriegel unter dem Korb ausgetüftelt, der von den statischen und vorhersehbaren Offensivbemühungen der Mavericks in keiner Phase des Spiels geknackt werden konnte.

Dem Treiben von J.J Barea wurde überdies durch einen altbewährten Sonderbewacher Einhalt geboten: Der 37-jährige Bruce Bowen gönnte dem völlig überforderten Puerto Ricaner keinen Zentimeter Freiraum und zwang ihn zu wilden Würfen und unkontrollierten Pässen.

In der Offensive ging das Team aus San Antonio indessen mit mehr Entschlossenheit und Aggressivität zur Sache – Tony Parkers herausragende Leistung steht stellvertretend für das couragierte Auftreten des gesamten Teams.

Auf Wiedersehen am Donnerstag

"Tony Parker ist der Kopf der Schlange. Wir müssen versuchen den Kopf abzuschneiden”, bemüht Jason Terry Vergleiche aus dem Tierreich, um die Taktik der Mavericks für die nächste Begegnung am Donnerstag Abend im American Airlines Center zu beschreiben.

Ochse Erick Dampier versucht derweil den trickreichen Guard einzuschüchtern: "Jedes Mal, wenn Parker zum Korb zieht, müssen wir dafür sorgen, dass er auf seinem Rücken landet”, blökt der 2,11 große Center. ”Bei meinem ersten Foul wird er auf dem Boden landen - das garantiere ich.”

Posted by Rolf Hasbargen - April, 23 2009