Western Conference Semis Scouting Report: Thunder vs. Lakers

André Voigt

Die Meinungen, die im Playoff Blog geäußert werden, geben lediglich André Voigts persönliche Einschätzung wieder, nicht aber die Sichtweise von NBA.de, der NBA oder irgendeinem NBA-Team.

Thunder vs. Lakers – Es ist die Serie, der zweiten Playoff-Runde!

Beim Boxen lautet eine alte Weisheit „Styles make fights“. Besser könnte die Faszination dieser Serie nicht zusammengefasst werden.

Hier die jungen, athletischen, den Fastbreak liebenden Thunder. Dort die behäbigen Lakers mit ihren zwei Sevenfootern, die den Halbfeldangriff bevorzugen.

Oklahoma City pflügte in vier Spielen durch die Auftaktrunde gegen die Mavericks. Dallas gestaltete zwar die beiden ersten Partien knapp, die Thunder fanden jedoch immer die richtige Antwort … so wie das Spitzenteams, die wissen, worauf es in den Playoffs ankommt, eben machen.

Die Lakers quälten sich über sieben Partien gegen beherzt aufspielende Nuggets, obwohl von L.A. ein schneller Sieg und die damit verbundene, wohltuende Pause erwartet worden war. Noch schlimmer als die drei Niederlagen gegen Denver war jedoch die Tatsache, dass es klar erkennbar nicht komplett stimmt bei den Lakers.

Denn wer fühlte sich aufgrund der Körpersprache L.A.s bei den Niederlagen in den Spielen fünf und sechs nicht an den Sweep aus dem Vorjahr erinnert? Hingen da nicht wieder die Schultern? Folgte nicht auch hier erst spät, fast zu spät die Reaktion?

Sahen die Lakers phasenweise nicht extrem hilflos aus, wenn Denver nach vorne sprintete oder im Halbfeld mit mehreren Schützen außen die Defensive L.A.s auseinanderzog?

Ja, ja und ja.

Es sind Warnsignale, die auch Kobe Bryant erkannt hat. Sonst wäre er nie so öffentlich auf seine Mitspieler los gegangen. Er weiß, dass gegen die Thunder ein anderes Lakers-Team auf dem Parkett stehen muss.

Denn L.A. ist zum ersten Mal seit Jahren der klare Underdog in einer Playoff-Serie. OKC kann genau so spielen, wie es die Lakers nicht können, kann genau da attackieren, wo es Kobe und Co. am meisten schmerzt.

Der Fastbreak mit Russell Westbrook, Kevin Durant und James Harden mag unter der Führung des Erstgenannten nicht immer so effizient sein, wie das sein sollte, aber Westbrook lernte in dieser Saison, sich besser im Zaum zu halten.

Außerdem läuft auch Serge Ibaka – der mit seinen Blocks gern mal einen Schnellangriff einleitet – gerne den Break mit … und die Serie gegen Denver zeigte, dass die Lakers-Big-Men das oftmals nicht tun.

Im Halbfeld können die Thunder à la Mavericks 2011 vier Schützen nach außen stellen und Westbrook oder Harden das hohe Pick-and-Roll zelebrieren lassen.

Liest sich alles wie eine klare Sache für OKC. Die Lakers können die Serie trotzdem eng gestalten und sogar gewinnen, wenn folgende Dinge passieren.

Pau Gasol und Andrew Bynum müssen ihre Matchups am Brett gewinnen, die Thunder zum Doppeln zwingen. Keine leichte Aufgabe, sind Ibaka, Kendrick Perkins und Nick Collison doch drei der besten Innenverteidiger der NBA. Unmöglich ist dies aber nicht. Bynum und Gasol haben die Skills, die es braucht.

Metta World Peace muss Kevin Durant ähnlich physisch angehen und ihn so limitieren, wie in der gemeinsamen Playoffserie 2010 – damals traf KD in nur zwei Spielen besser als 40,0 Prozent aus dem Feld, erzielte nur einmal über 30 Punkte.

Vor allem aber muss L.A. irgendwie Westbrook in den Griff bekommen. Problem: Kobe Bryant wäre der beste Verteidiger für diese Aufgabe. Einzig: Sie würde ihn derart aufreiben, dass seine Offensive leiden würde.

Fazit: Es muss eine Menge richtig laufen für die Lakers, um diese Serie zu gewinnen. Das wird es nicht. OKC spielt genau den Stil, der den Lakers weh tut. Diese Thunder sind nicht mehr das grüne Team voller Youngster von 2010. Sie standen bereits in den Conference Finals, haben den Champion gesweept, Harden ist als dritter All Star erwacht. Es ist ihr Jahr.

Prognose: Thunder – Lakers 4-2

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