Western Conference Semis Scouting Report: Spurs vs. Clippers

André Voigt

Die Meinungen, die im Playoff Blog geäußert werden, geben lediglich André Voigts persönliche Einschätzung wieder, nicht aber die Sichtweise von NBA.de, der NBA oder irgendeinem NBA-Team.

San Antonio gegen L.A. … das andere L.A. das ist eine Serie zwischen Teams an den beiden Enden des Spektrums der NBA-Playoffs.

Hier die vierfachen Champs aus Texas, die sich über die Jahre mehrfach neu erfunden haben, um der Konkurrenz trotz des eigenen Alters voraus zu sein.

Dort der ehemals schlechteste Treppenwitz der Liga, der selbst nach dem Einzug in die zweite Runde noch immer auf der Suche nach der eigenen Identität ist.

Der Ausgang der Serie sollte klar sein … 4-0 Spurs, vielleicht 4-1, wenn es gut läuft für die Clipps.

Und natürlich spricht viel für das Team von Coach of the Year Gregg Popovich: die Erfahrung, die Tiefe, die Klasse der gleich drei Go-to-Guys.

Und viel gegen die Clippers: kein Verteidiger auf dem Flügel, die berechenbare Offensive, der einfallslose Vinny Del Negro auf der Trainerbank.

Doch vielleicht kümmern sich diese Clippers einfach nicht darum, dass ihre Chancen mehr als gering sind? So wie einst Jim Carrey in Dumm & Dümmer.

Denn wenn die Serie gegen die Memphis eines gezeigt hat, dann dass diese Team aus L.A. Selbstvertrauen hat, seine Rollen kennt, auch dreckig gewinnen kann und einem Leader folgt, der in der Crunch-Time den Unterschied macht.

Auf eben diesen Anführer wird es gegen San Antonio noch mehr ankommen. Chris Paul wird es mit Tony Parker zu tun bekommen.

Das Matchup der beiden Point Guards Deluxe wird DAS Duell der gesamten Serie sein. Kann Paul es für sich entscheiden?

Hier sind Chris Pauls Zahlen der Spiele gegen die Spurs 2011/12:

  • 28.12.2011 Clippers 90, San Antonio 115
    Paul: 10 Punkte, 9 Assists, 30,0 FG%, 50,0 3P%

  • 18.02.2012 – Clippers 100, San Antonio 103
    Paul: 21 Punkte, 6 Assists, 31,6 FG%, 33,3 3P%

  • 09.03.2012 – Clippers 120, San Antonio 108
    Paul: 36 Punkte, 11 Assists, 60,0 FG%, 50,0 3P%

Das Problem bei diesen Zahlen aus Sicht der Fans in L.A.: Am 9. März fehlte Parker, in den anderen beiden Partien legte er gegen Paul 22,0 Punkte, 9,5 Assists, 1,5 Turnover sowie eine Wurfquote von 54,8 Prozent auf.

Dass Paul in der Postseason gegen ein ausgeruhtes Spurs-Team plötzlich den Spieß gegen den Franzosen umdrehen kann, ist unwahrscheinlich.

Genau so unwahrscheinlich wie ein Seriensieg der Clipps, die die Schwachstelle der Spurs nicht attackieren können.

Die Texaner sind anfällig für lange Teams, weil sie neben Tim Duncan nur Tiago Splitter als echten Big Man aufbieten können – so breit DeJuan Blair auch sei mag, ihm fehlen halt entscheidende Zentimeter.

Deshalb ist Popovich extrem froh gegen das andere Team aus L.A. antreten zu müssen und nicht die Lakers.

San Antonio weiß, dass nur Paul sie schlagen kann. Dafür müsste er aber mit seinem extrem fähigen Gegenspieler fertig werden und einer Teamdefense, die vom Trainer des Jahres bestens eingestellt sein und vom … Nichttrainer des Jahres … Del Negro nicht gekontert werden wird.

Fazit: Chris Paul wird für einen Heimsieg gut sein. Mehr dürften die Spurs nicht zu lassen. Es sei denn, die lange Pause nach ihrem Sweep gegen die Jazz sorgt für fehlenden Rhythmus zum Auftakt und ein 0-1. Dann sind sogar zwei Siege für L.A. drin.

Prognose: Spurs – Clippers 4-1

SOCIAL MEDIA