NBA.de Power Rankings 2012/13

von André Voigt

Wie stark sind die Teams der NBA zu Saisonbeginn? Welchen Einfluss haben Verletzungen, Neuverpflichtungen und die Zusammenstellung der Kader auf die Kräfteverhältnisse in der NBA? Wir ranken für euch alle 30 Teams.

Kritik? Eine andere Reihenfolge im Kopf? Dann gebt sie uns auf http://www.facebook.com/NBADeutschland

1
Heat
„Smallball“ lautet seit den Playoffs 2012 die Devise am South Beach. Die Heat wollen nichts hören von traditionellen Positionen. Sie spielen ihren eigenen Ball mit LeBron James und Dwyane Wade als Defensivmagneten, die die Verteidigung von den Dreierschützen weg ziehen. Der Gegner steht vor dem ewigen Dilemma: Die Superstars eins-gegen-eins ziehen lassen oder darauf wetten, dass die Schützen nicht treffen.
2
Lakers
Sie mögen zu Saisonbeginn ein wenig Zeit brauchen, um zueinander zu finden. Diese Erste Fünf hat aber einfach zu viel Talent, ihre Skills ergänzen sich zu gut, um ähnlich ins Stottern zu geraten wie etwa die Heat in der Premierensaison der South Beach Superfriends. Die flache Bank der Lakers wird zu Beginn nur eine untergeordnete Rolle spielen.
3
Spurs
Gregg Popovich hat ein perfektes Team für die reguläre Saison gebaut. Drei noch immer fähige Stars werden von einer effizienten Gruppe ebenso intelligenter Rollenspieler perfekt ergänzt. Jeder kennt den Gameplan, niemand neidet dem anderen die Würfe.
4
Thunder
Die Thunder sollten in einigen Wochen, unter den ersten drei Teams der NBA zu finden sein. Doch so ein Trade, wie der von James Harden nach Houston ist nicht nur ein Tauschgeschäft. Harden, Kevin Durant, Russell Westbrook und Serge Ibaka sind zusammen in der Liga groß geworden. Sie waren eng befreundet, wollten gemeinsam irgendwann die „Larry O’Brien“-Trophy stemmen. Wie kommt das Team mit dem Deal klar? Fallen die Thunder in ein emotionales Loch? Wer ist jetzt der Playmaker von der Bank?
5
Celtics
Coach Doc Rivers hat eine Menge Teile, mit denen er diese Saison puzzeln kann. Kevin Garnett, Paul Pierce und Rajon Rondo sind das Korsett. Jeff Green ist wieder genesen, Courtney Lee, Jason Terry, Darko Milicic, Jason Collins sowie Leandro Barbosa sind neu, die Youngster Jared Sullinger und auch Fab Melo versprechen viel.
6
Nuggets
Das tiefste Team der Liga mag keinen absoluten Superstar in seinen Reihen haben, doch das spielt in der regulären Saison erst mal nur eine untergeordnete Rolle. Coach George Karl lässt diese Truppe auf dem rechten Basketballweg wandeln und wird eine Menge Teams überrennen.
7
Clippers
Es wird eine Saison der Entscheidung für die Clipps. Denn: Chris Paul wird Free Agent im kommenden Sommer. Eine erfolgreiche Spielzeit wäre hilfreich, um ihm zum Bleiben zu überreden. Doch hat dieser überathletische Frontcourt genug Defensivmuskulatur, um wirklich zur Spitze zu gehören?
8
Grizzlies
Passen Rudy Gay und Zach Randolph zusammen? Diese Saison muss eine Antwort auf diese Frage liefern, ansonsten könnte es einen Blockbuster-Trade zur Saisonmitte geben. Doch trotz dieser Frage sind die Grizzlies das vielleicht hartgesottenste Team der NBA und nach dem Playoff-Aus 2012 (Randolph war nicht fit) unterbewertet.
9
Pacers
Indy ist tief, sorgt sich aber um das Knie von Danny Granger. Wie schlimm ist die Verletzung wirklich? Kann er dauerhaft schmerzfrei spielen oder wird er das Leiden mit sich herumschleppen? Paul George könnte seine Rolle einnehmen, doch wer rutscht dann auf die Zwei?
10
Jazz
Irgendwie werden die Jungs vom Salzsee unterbewertet. Dabei ist die Besetzung auf Power Forward und Center die vielleicht vielversprechendste sowie tiefste der ganzen NBA! Paul Millsap, Al Jefferson, gefolgt von Enes Kanter und Derrick Favors – wer kann so viel Talent auf den großen Positionen bieten? Wird einer der werdenden Free Agents (Millsap und Jefferson) während der Saison gegen Hilfe im Backcourt getauscht?
11
Bulls
Ohne Derrick Rose sind die Bulls keine Titelfavoriten – ganz egal, was 2011/12 passierte. Damals hofften die Rest-Bulls die ganze Zeit auf sein Comeback. Diese Saison hoffen sie vielleicht sogar, dass er gar nicht spielt. Warum sollte er eine Folgeverletzung riskieren, wenn er eh erst im Januar oder Februar ins Geschehen eingreifen kann? Zudem wurde die Defensive durch den Abgang Ömer Asiks nach Houston arg geschwächt.
12
Nets
Sie sind teuer, sie sind tief, defensiv aber kaum beschlagen und Deron Williams zeigte sich in den vergangenen beiden Spielzeiten nicht gerade von seiner besten Seite. Wie schnell finden die Nets nach ihrem Umzug zueinander? Und: Wer verteidigt eigentlich hart am Brett?
13
Hawks
Viele, die in den Falken ein Lottery-Team sehen, scheinen vergessen zu haben, dass mit Josh Smith und Al Horford noch immer zwei Big Men auf All-Star-Niveau im Kader stehen. Um diese beiden Jungs scharen sich ein paar exzellente Schützen (Kyle Korver, Anthony Morrow), Scorer Lou Williams sowie Jeff Teague als Point Guard mit Breakout-Potenzial.
14
Knicks
Bitter: Amar’e Stoudemire verpasst die kommenden sechs Wochen mit seiner Knieverletzung. Dies zwingt die Knicks dazu, Smallball zu spielen – mit Carmelo Anthony auf Power Forward – und legt den Finger in die hässlichste Wunde dieses Kaders: Die großen Positionen sind hinter Stoudemire und Tyson Chandler nur mit Fast-Rentnern (Kurt Thomas und Marcus Camby) besetzt.
15
Sixers
Was ist mit Andrew Bynum? Ist der Center trotz seiner Knieprobleme zum Saisonstart fit, sind die Sixers ein Team mit Top-Ten-Talent. Ohne den Neuzugang fehlt es an Präsenz am Brett. Können Evan Turner und Jrue Holiday den dringend benötigten Schritt in ihrer Entwicklung machen?
16
Bucks
Zwei Scorer im Backcourt, Verteidiger am Brett. So scheint die Formel in Milwaukee zu lauten. Wenn Ersan Ilyasova das Guard-Tandem Brandon Jennings und Monta Ellis offensiv entlasten kann, kein schlechter Plan.
17
Timberwolves
Bis Kevin Love und Ricky Rubio wieder genesen sind, dürfen die T-Wolves nicht zu viel Boden auf die Playoff-Plätze verlieren. Doch sind Andrei Kirilenko und Brandon Roy in der Lage, in die Bresche zu springen? Bis zu Loves Rückkehr werden wir herausfinden, wie gut Derrick Williams wirklich ist.
18
Warriors
Ohne Andrew Bogut ist schwer vorstellbar, dass dieses Team überhaupt irgendwie Körbe des Gegners verhindern kann. Immerhin ist David Lee einer der schlechtesten Verteidiger auf der Vier und Festus Ezeli ein Rookie, der noch eine ganze Menge über Teamdefense in der NBA lernen muss …
19
Mavericks
Kein Dirk Nowitzki, kein Chris Kaman, dafür Eddy Curry … Vier neue Starter … Vielmehr muss über die Misere der Mavs derzeit nicht geschrieben werden. Immerhin: Darren Collison und O.J. Mayo müssen von Beginn an zeigen, dass sie bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.
20
Trail Blazers
Können die Blazers von den Verletzungen der Konkurrenz profitieren? Eventuell, wenn Rookie-Aufbau Damian Lillard und Frischling Meyers Leonard auf der Fünf zumindest spektakulär (Lillard) sowie solide (Leonard) daher kommen. Mit Nic Batum, Wes Matthews und LaMarcus Aldridge steht das Fundament bereits, die Neuzugänge müssen sich trotzdem schnell in der Liga akklimatisieren.
`
21
Rockets
Ist James Harden der Spieler, der aus den Rockets ein Playoffteam macht? Nein, das dürfte auch der Bärtige nicht auf Anhieb hinbekommen. Doch sollte der Neue sich schnell im System von Coach Kevin McHale zurechtfinden, sollte er in der Lage sein, zusammen mit Jeremy Lin, für die Jung-Raketen Würfe zu kreieren, könnte dieses Team überraschen.
22
Raptors
Wie gut ist Rookie-Center Jonas Valanciunas? Und wie kommen die Raptors mit ihrem beinharten Anfangsprogramm mit nur sieben Heimspielen in den ersten 22 Partien zurecht? Coach Dwane Casey wird vor allem darauf achten, ob sein Team in der Defense den nächsten Schritt machen kann.
23
Hornets
Anthony Davis wird „Rookie des Jahres“ – es sei denn ihn ereilt eine tragische Verletzung. Die Hornets haben aber noch einen langen Weg vor sich, bis sie sich in den Playoff-Dunstkreis vorarbeiten, vor allem da Eric Gordon und Austin Rivers noch immer mit den Folgen ihrer Verletzungen zu kämpfen haben.
24
Suns
Goran Dragic gibt jetzt in Phoenix den Nash-Vertreter, was er ja schon einmal war. Doch kann der Slowene den T-Wolves-Altlasten Wes Johnson und Michael Beasley dabei helfen, ihr Potenzial zu realisieren? Wie passt Luis Scola in den Fastbreak-Stil?
25
Pistons
Wenn es ein heißes, junges Team im Osten gibt, dann sind es die Pistons. Brandon Knight, Greg Monroe und Andre Drummond können an der Seite ihrer Veteranen für Furore sorgen – allerdings muss Knight mehr zum Vorbereiter werden.
26
Cavaliers
Die Cavs mögen nicht das talentierteste Team der verbleibenden Mannschaften auf dieser Liste sein, doch sie haben mit Kyrie Irving den besten Spieler dieser Gruppe in ihren Reihen. Außerdem spielt das Team von Coach Byron Scott „the right way“ und hat in Tristan Thompson einen echten Sleeper-Kandidaten im Kader.
27
Kings
„The right way“? Den haben die Kings in der Vergangenheit nur extrem selten gefunden. DeMarcus Cousins mag statistisch diese Saison die 20-Punkte-10-Rebound-Marke überspringen, ein absoluter Star ist er mit seinen Einstellungsmängeln nicht. Der Kader der Kings ist nicht untalentiert, passt aber nicht zueinander und agiert in keinem schlüssigen Konzept.
28
Wizards
John Wall fällt wohl bis zum 30. November aus, Nene plagt der gefürchtete Fersensporn, der ihn limitieren dürfte. Rookie-Shooter Bradley Beal traf in der Preseason 28,0 Prozent von der Dreierlinie. Bitterer könnten die Aussichten für die Wizards nicht sein.
29
Magic
Wie motiviert können die Überlebenden des Dwight-Howard-Desasters in Orlando sein? Außerdem: Wer ist der Go-to-Guy? Arron Afflalo? Glen Davis? Wie viele der Spieler werden am Saisonende überhaupt noch das Trikot der Magic tragen?Letztes Ranking: 5
30
Bobcats
Michael Kidd-Gilchrist wird seinen Weg in der NBA machen … auch wenn es vielleicht etwas dauern wird. Und genau das lässt sich auch – irgendwie – über die Bobcats sagen. Kidd-Gilchrist, Bismack Biyombo, Kemba Walker und BJ Mullens sollen in dieser Saison einen weiteren Schritt in ihrer Entwicklung machen. Vielleicht gewinnen sie sogar doppelt so viele Spiele wie 2011/12 …

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