NBA.de Awards Watch
Gut ein Sechstel der Saison 2011/12 ist bereits um. Zeit für ein Zwischenfazit. Wer führt im Rennen um die diversen NBA Awards? Kurze Anmerkung: Der Coach of the Year wird erst zur Saisonhälfte das erste Mal besprochen. Bei der kurzen Vorbereitung kann niemand wirklich die Leistungen der Herren im Anzug bewerten.
MVP
1. LeBron James, SF, Heat
Stats: 30,1 PPG, 7,6 RPG, 7,6 APG, 60,1 FG%, 36,9 PER
Um ehrlich zu sein, ist es noch nicht mal knapp. Topscorer? 60,1 Prozent aus dem Feld? Sind wir in den 60er-Jahren? Sind das Zahlen von Wilt Chamberlain? Natürlich wird James diese Quote nicht halten können. Aber … während er vergangene Saison (inklusive Playoffs) nur 2,1 Würfe pro Partie nach einem Post-up am Zonenrand nahm, sind es in den Spielen bisher 4,0. Dies allein erklärt nicht die hohe Trefferquote, aber ein ernst zunehmendes Spiel am Brett wäre für LBJ vielleicht der finale Schritt zur Totaldominanz. Apropos in Sachen Player Efficiency Rating hat er dies bereits erreicht. Kein anderer NBA-Profi, der mehr als fünf Spiele absolviert hat, knackt momentan die 30er-Marke!
2. Kevin Durant, SF, Thunder
Stats: 25,7 PPG, 6,5 RPG, 3,5 APG, 49,2 FG%, 40,0 3P%, 26,0 PER
Durant wirft bisher so wenig auf den Korb (18,3 Versuche pro Partie) wie seit seiner Rookie-Saison (17,1) nicht mehr. Dafür ist er so konstant treffend unterwegs wie noch nie. Erfreulich: die Assists. KD scheint mehr zum Playmaker zu werden – muss er auch, vor allem nach dem Ausfall von Ersatzaufbau Eric Maynor.
3. Dwight Howard, C, Magic
Stats: 18,6 PPG, 14,6 RPG, 2,4 BPG, 2,0 APG, 59,1 FG%, 25,0 PER
Es immer wieder erstaunlich, wie wenig die defensive Präsenz Howards gewürdigt wird. Neben Hedo Türkoglu, Ryan Anderson, Jason Richardson, etc. wirkt Superman wie einer dieser Artisten, der rotierende Teller auf so langen Stäben jongliert – ständig muss er hin und her sprinten, damit nichts kaputt geht.
4. Kevin Love, PF, Timberwolves
Stats: 24,0 PPG, 14,9 RPG, 1,8 APG, 44,2 FG%, 41,3 3P%, 25,6 PER
Was so ein paar verlorene Pfunde doch ausmachen … Fragt sich: Ist das wirklich war? Ist Kevin Love der momentan beste Power Forward der Liga? Schwer dagegen zu argumentieren.
5. LaMarcus Aldridge, PF, Trail Blazers
Stats: 22,6 PPG, 7,8 RPG, 2,1 APG, 0,8 BPG, 49,0 FG%, 21,8 PER
Warum Aldridge und nicht etwa Blake Griffin? Er ist der beste Spieler im Überraschungsteam des Westens. Wenn er dieses Jahr nicht All Star wird …
Defensive Player
1. Dwight Howard, C, Magic
Siehe den obigen Kommentar. Im Kader der Magic findet sich kein anderer auch nur überdurchschnittlicher Verteidiger, der viel spielt. Trotzdem belegt Orlando den 11. Platz im Defensiv-Rating. Ohne Howard? Fragt nicht …
2. Gerald Wallace, SF, Trail Blazers
Wallace ist ein Biest! In allen Defensivsituationen, in denen der Blazer in dieser Saison bisher involviert war, trafen seine Gegner zusammen polarwinterkalte 21,1 Prozent! Was Wallace in dieser Saison bis jetzt mit seinen Gegenspieler anstellt, grenzt an übelstes Mobbing.
3. Andre Iguodala, SF, Sixers
Das Player Efficiency Rating (PER) von Statistikguru John Hollinger besagt, dass durchschnittliche NBA-Profis ein PER von 15,0 auflegen. Iguodalas Gegner bringen es bis jetzt auf 9,4!
Rookie
1. Ricky Rubio, PG, Timberwolves
Stats: 9,9 PPG, 3,9 RPG, 7,4 APG, 1,3 SPG, 44,9 FG%, 17,8 PER
Rubio liebt das Pick-and-Roll, reboundet, verteidigt effektiv am Mann und in den Passwegen (auch wenn er ein bisschen zu viel spekuliert), vor allem aber passt er … oh, wie er den Spalding passt! Wenn der Spanier lernt, wann und wo er effektiv zum Brett gehen kann, um zu punkten … dann dürfte er bald All Star sein.
2. Kyrie Irving, PG, Cavaliers
Stats: 15,0 PPG, 3,9 RPG, 5,1 APG, 0,8 BPG, 43,7 FG%, 19,2 PER
Der erste Pick der Draft erfüllt in Cleveland voll die Erwartungen. Er schießt nicht nur aus sicherer Entfernung, sondern nimmt den Drive. Defensiv muss er allerdings noch zulegen. Gegenspieler punkten gegen ihn nach einem Pick-and-Roll in 41,8 Prozent der Fälle.
3. Norris Cole, PG, Heat
Stats: 10,9 PPG, 1,7 RPG, 3,9 APG, 1,6 SPG, 45,6 FG%, 14,28
Wer als Rookie in ein Team mit drei Superstars kommt, für das es nur den Titel als Ziel gibt, sofort eine große Rolle spielt und Verantwortung übernimmt, der hat nicht nur Potenzial sondern auch ein gesundes Selbstbewusstsein. Ein Star wird Cole nie werden, aber NBA Champion wäre ein schöner Trostpreis.
Sixth-Man
1. James Harden, SG, Thunder
Stats: 17,8 PPG, 4,7 RPG, 3,7 APG, 47,6 FG%, 35,4 3P%, 25,5 PER
Wer ist der Shooting Guard in der NBA, der bisher den höchsten PER-Wert auflegt? Genau, James Harden. Kein anderer Zweier punktet derzeit so effizient. Kommt er für die Thunder ins Spiel, gibt er dem Team einen extrem wertvollen Ballhandler, der offene Würfe für sich selbst und andere kreieren kann. Der Mann ist ein All Star!
2. Thaddeus Young, SF/PF, Sixers
Stats: 12,6 PPG, 5,4 RPG, 0,9 APG, 1,6 SPG, 55,6 FG%, 20,6 PER
Natürlich ist Young nicht mal der beste Bankscorer der Sixers, das ist Lou Williams (auf dem vierten Platz dieser Liste). Der Combo-Forward bringt aber eine Menge mehr als „nur“ Punkte. Er verleiht den Sixers eine neue, um einiges schnellere Dimension, wenn er auf das Feld kommt.
3. Ricky Rubio, PG, Timberwolves
Stats: 9,9 PPG, 3,9 RPG, 7,4 APG, 1,3 SPG, 44,9 FG%, 17,8 PER
Wahrscheinlich wird Rubios Name in dieser Liste spätestens nach dem All-Star-Break nicht mehr auftauchen. Dann dürfte er starten. Und Luke Ridnour umgezogen sein.
Most Improved
1. Kyle Lowry, PG, Rockets
Stats: 15,3 PPG, 6,2 RPG, 10,0 APG, 2,0 SPG, 43,8 FG%, 26,5 PER
Lowry legte 2010/11 ein PER von guten 16,5 auf. Was er bisher abliefert ist mit 26,5 auf Superstarniveau! Dabei muss er ein Team dirigieren, aus dessen erster Fünf 40 Prozent der Spieler getradet werden sollte und irgendwie jeder seinen Namen in Tradegerüchten wiederfindet – jeder bis auf Lowry.
2. Ryan Anderson, PF, Magic
Stats: 18,0 PPG, 7,3 RPG, 0,9 APG, 43,7 FG%, 39,7 3P%, 25,3 PER
Ein Wort: Wahnsinn! Irgendwo lächelt Antoine Walker selig, wenn er die Zahl der Dreierversuche Andersons pro Partie sieht: 8,1-mal drückt der Power Forward aus der Distanz ab. Dabei kann er mit dem Dribbling wenig anfangen und eigentlich nur dieses eine Talent.
3. DeAndre Jordan, C, Clippers
Stats: 7,5 PPG, 7,0 RPG, 3,0 BPG, 1,2 SPG, 63,6 FG%, 14,5 PER
Offensiv ist vom Big Man wenig zu erwarten – außer eben den Alley-Oops, die ihm Chris Paul wirft. Defensiv muss er allerdings den Laden zusammenhalten. Das tut Jordan und bleibt trotz mehr Spielzeit effektiv.


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