Ein Big Trade für den Big Apple?

Kein Tag vergeht momentan ohne neues Tradegerücht um Dwight Howard oder Deron Williams. Logisch. Die US-Sportsender müssen ihre 24 Stunden laufenden Nachrichtenkanäle füllen … und sei es mit mehr oder weniger heißer Luft.

Was aber Stephen A. Smith im New Yorker Radioableger von ESPN am vergangenen Montag zu berichten hatte, war extrem interessant. Denn: Stephen A. Smith ist nicht irgendein Blogger.

Der streitbare Journalist gilt als gut vernetzt, berichtete als erster über die Zusammenkunft von LeBron James, Dwyane Wade und Chris Bosh in Miami. Mit anderen Worten: Wenn Smith etwas sagt, hören Fans und Liga ganz genau hin.

Haben die New York Knicks wirklich bei den Orlando Magic in Sachen Dwight Howard angefragt, wie Smith berichtete? Liegt das Angebot „Amar’e Stoudemire plus Tyson Chandler für Dwight Howard“ wirklich auf dem Tisch von Orlandos General Manager Otis Smith?

Davon ausgehend, dass Stephen A. Smiths Quellen verlässlich sind, stellen sich eine Reihe Fragen. Macht eine solche Offerte Sinn? Wie kann ein solcher Trade von Statten gehen? Kann er das überhaupt? Wie würden beide Teams nach dem Deal aussehen? Warum sollten beide Franchises diesen Schritt wagen?

Bei den Knicks scheint, mehr und mehr die Erkenntnis zu reifen, dass das Duo Amar’e Stoudemire/Carmelo Anthony nicht so erfolgreich zusammenarbeiten kann, wie es sich die Verantwortlichen erhofft haben. Bekommt der eine den Ball, steht der andere meist recht unbeteiligt herum. Defensiv lassen beide All Stars den Mitspielern gern den Vortritt.

Die Bilanz des Teams spricht eine klare Sprache … New York liegt derzeit auf dem dritten Platz der Atlantic Division, würden die Playoffs heute beginnen, der Madison Square Garden würde dunkel bleiben.

Gleichzeitig bietet der eigene Kader keine Hoffnung auf Besserung. Natürlich wartet das Team auf die Genesung von Aufbau Baron Davis. Wie effektiv der schussfreudige, oft übergewichtige Point Guard allerdings nach seiner Rückenverletzung sein kann, fragen sich nicht nur die Fans im Big Apple.

In Orlando läuft es auf der anderen Seite besser als erwartet. Die Magic sehen sich jedoch Gefahr gegenüber, den werdenden Free Agent Howard im Sommer ohne Gegenleistung zu verlieren.

An Offerten für den Übercenter mangelt es nicht. Nur: Reicht das Angebot der Knicks, um Orlando davon zu überzeugen, schon während der Saison einen Trade durchzuziehen?

Sicher ist, dass es einen Deal erst nach dem 1. März geben kann. Als Free Agent der vergangenen Offseason, darf Tyson Chandler nicht früher getraded werden.

Einigen sich beide Seiten danach, könnte der Trade wie folgt aussehen:

Orlando bekommt … Amar’e Stoudemire und Tyson Chandler
New York bekommt … Dwight Howard, Hedo Türkoglu und Quentin Richardson.

Die beiden Rotationen sähen dann wie folgt aus:

New York
PG B. Davis
SG L. Fields
SF C. Anthony
PF H. Türkoglu
C D. Howard
6. I. Shumpert
7. T. Douglas
8. J. Jeffries
Orlando
PG J. Nelson
SG J. J. Redick
SF J. Richardson
PF A. Stoudemire
C T. Chandler
6. R. Anderson
7. G. Davis
8. C. Duhon

Basketballerisch macht ein Transfer für beide Seiten durchaus Sinn. In New York könnte Mike D’Antoni eine Small-Ball-Aufstellung auf das Parkett schicken, ohne sich zu große Sorgen in Sachen Defense machen zu müssen – Howard würde Türkoglus Reboundschwäche auf der Vier kompensieren. Hauptsache es stehen mit dem Türken und dem – dann hoffentlich fitten – Davis zwei Distanzschützen parat, die Platz für Howard am Brett sowie die Anthonys Isolationen schaffen.

In Orlando kompensiert Chandler in der Defensive den Abgang von Superman, Stoudemire bietet die Chance viel Pick-and-Roll sowie Pick-and-Pop zu spielen. Umringt von Distanzschützen wird der Power Forward ähnlich viel Platz bekommen wie einst bei den Phoenix Suns.

Fazit: Ein solcher Trade würde für beide Teams enorm viel Sinn machen. Orlando würde keinen Absturz erleiden und auf absehbare Zeit Planungssicherheit. Die Knicks würden sich neu erfinden und hätten ein Starduo, dessen Stärken sich viel besser ergänzen als beim Vorgängermodell.

Eines ist sicher: Diese Offerte der Knicks wird alle anderen Bieter für Howard dazu zwingen, die eigenen Angebote nachzubessern. Dallas, L.A. und haben viel zu tun. Die Knicks liegen vorn.

SOCIAL MEDIA