Der NBA.de Blogtable vor Spiel 3

Wer gewinnt das erste Spiel in Miami? Wer wird BIGGER spielen: LeBron oder KD? Können Russell Westbrook und Kevin Durant beide Topleistungen bringen?

Wer gewinnt Spiel 3?

André Voigt, NBA.DE Blogger

Die Thunder. Miami hat mir in der zweiten Partie zu wenig gezeigt, Natürlich waren LeBron James und Dwyane Wade aggressiver, gingen öfter zum Korb und verließen sich nicht auf den Sprungwurf. Natürlich spielen sie jetzt vor ihren Fans. Es kann aber nicht die Rede davon sein, dass sie ein Rezept gefunden haben, die Thunder zu stoppen. OKC hat sich selbst geschlagen, Miami war gut genug, den Vorsprung über die Zeit zu bringen.

Ich denke, wir werden ein wütendes Thunder-Team sehen, das sich ganz genau angeschaut hat, was in Spiel zwei falsch lief und darauf reagiert. Das Spacing wird besser sein, Kevin Durant wird früher, öfter den Ball bekommen und Russell Westbrook erkennen, wo er attackieren sollte und wo lieber nicht.

KD ist offensiv noch nicht explodiert in dieser Serie, Spiel drei ist extrem wichtig. Ich denke, dass er etwas Besonderes leisten wird.

David Digili, NBA.DE Blogger

Wenn das so einfach zu sagen wäre. Miami ist - wie OKC auch - zuhause nur sehr, sehr schwer zu schlagen. Aber als Gegner wartet ja nicht irgendjemand. Ich denke aber, dass in diesen Finals nicht viel vom "Heimvorteil" zu sehen sein wird - zu gleichwertig sind diese Teams trotz unterschiedlicher Ansätze.

Es sind viele "Wenns" dabei: WENN LeBron seine Form hält und seine größte Stärke - den Zug zum Korb - ausspielt, WENN D-Wade die Unterstützung ist, der er (endlich wieder) in Spiel 2 war, WENN Chris Bosh, Mario Chalmers und Shane Battier weiter in wichtigen Momenten da sind...dann wird es ganz schwer für die Thunder.

Sebastian Dumitru, NBA.DE Blogger

Da meine Glaskugel zur Zeit kaputt ist, habe ich ein paar Statistiken aus dem Archiv gekramt: in den letzten 20 Jahren war die Heim-Auswärtsbilanz in Spiel drei ausgeglichen (10-10), aber acht dieser siegreichen Auswärtsteams holten später auch den Meistertitel; nur vier der letzten 20 Champions gewannen Spiel drei in eigener Halle; und seitdem das aktuelle 2-3-2 Format in den Finals eingeführt wurde (1985), holten gleich 20 von 27 Mannschaften, die in der Serie 1-0 führten, am Ende auch den Pokal.

Selbst wenn die Heat Spiel drei also gewinnen sollten (wovon ich ausgehe) - die NBA-Historie spricht insgesamt gegen sie.

Wer hat in Spiel 3 den größeren Auftritt - KD oder LeBron?

André Voigt, NBA.DE Blogger

Durant. Also wenn es um die Punkte geht. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass James ein Spiel auf mehr Ebenen beeinflusst als KD. Als Gesamtkunstwerk sind seine Leistungen höher einzuschätzen. Wenn es aber um das Scoring geht, so glaube ich, dass Durant in Spiel drei BIGGER sein wird.

David Digili, NBA.DE Blogger

Spielt das denn eine Rolle? Heat-Coach Erik Spoelstra und sein Thunder-Kollege Scott Brooks sollten dem Basketball-Gott jeden Tag dafür danken, dass sie diese beiden Spieler in ihren Teams haben (und das werden sie wahrscheinlich auch tun). Die beiden bringen so konstant Top-Leistungen, dass es einfach unglaublich ist. Belege gefällig? LeBrons letztes Spiel unter 19 Zählern datiert vom 25. MÄRZ (17 Zähler, ironischerweise gegen OKC), Durant blieb zuletzt sogar am 20. März darunter (18 Punkte gegen Utah).

Viel wichtiger ist doch, wie ihre jeweilige "Supporting Cast" drauf ist - wie schon gesagt: Die Finals werden nicht im Duell der beiden wohl besten Basketballer der Welt entschieden.

Sebastian Dumitru, NBA.DE Blogger

Durant ist in diesen Playoffs auswärts noch beeindruckender als auf heimischem Parkett und erzielt in fremden Hallen mehr Punkte bei besseren Quoten (54,3% aus dem Feld) und besserer Defense. James überzeugte bisher in jedem Auftaktspiel einer Serie mit jeweils 32 Punkten. Der MVP wird in der American Airlines Arenas auch heute wieder absolut auf der Höhe sein und sich vielleicht sogar in einen Triple Double Rausch spielen. Es wäre für ihn das erste dieser Postseason und insgesamt achte seiner Karriere.

Können Russell Westbrook und Kevin Durant wirklich nebeneinander existieren?

André Voigt, NBA.DE Blogger

Natürlich können sie das. Die Frage ist falsch gestellt: Was müssen beide tun, damit sie noch besser werden? Westbrook muss ein bisschen mehr Aufbauspieler sein, muss mehr für andere kreieren, das kam in Spiel zwei viel zu kurz. Er muss besser erkennen, wann sein Wurf fällt und wann nicht. Das kann er, das hat er in dieser Saison schon gezeigt.

Die Beiden funktionieren sehr, sehr gut zusammen, sonst wären die Thunder nicht hier. Könnte Westbrook ein wenig mehr "stockton" sein? Sicher. Aber dann wäre dieses Team wahrscheinlich fast unschlagbar.

David Digili, NBA.DE Blogger

Ach, nicht schon wieder diese Frage. Das hatten wir im letzten Jahr doch auch schon: Läuft es bei den Thunder mal nicht so perfekt, wie es alle erwarten, wird sofort alles in Frage gestellt.

Dann möchte ich mal eine Gegenfrage stellen: 50:32 in der Saison 2009/10. 55:27 und Conference Finals in der Saison 2010/11. 47:19 und Finals 2011/12. Irgendwelche Anzeichen dafür, dass es im Zusammenspiel der beiden hakt? Ich bleibe zwar dabei, dass Westbrook für meinen Geschmack immer noch zu häufig überdreht und kein Meister im Treffen von Entscheidungen ist, aber trotzdem hat Oklahoma City mit den beiden den besten "One-Two-Punch" der Liga - oh, zusammen mit Miami natürlich.

Sebastian Dumitru, NBA.DE Blogger

Aber klar doch. Oklahoma City ist seinem Plan so weit voraus, das es schon beinahe unheimlich ist, und das liegt fast nur an diesen beiden. Westbrook und Durant stellten das höchste Scoring-Duo der abgelaufenen Saison (51,6 PPG). Sie sind die Protagonisten einer der besten Playoff-Offensiven aller Zeiten. Und obwohl man Westbrook gerne zum Sündenbock abstempelt, funktioniert der Thunder-Angriff ulkigerweise besser, wenn er mehr Würfe nimmt als Durant (29-8 Siege gegenüber 27-14 bei umgekehrter Konstellation) und seine Usage Rate höher ist.

Es wird schon seine Gründe haben, warum Durant seinen Mannschaftskollegen zu Saisonbeginn immer wieder in Schutz nahm und Presti ihn für keinen Spieler der Welt traden wollte - auch nicht für Chris Paul oder Rajon Rondo. Durant ist die Seele des Thunder-Spiels. Westbrook ist das Herz... Rhythmusstörungen inklusive.

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