“Hollywood vs. Disneyworld”

Posted by Johannes Berendt on Juni 8, 2009

Die Lakers haben das erste Spiel gewonnen. Click and Roll Germany analysiert die Experteneinschätzungen zu den NBA Finals und berichtet über das Geheimrezept von Lamar Odom.

Dank Kobe Bryant führen die Lakers mit 1:0. Doch wie lässt sich das Aufeinandertreffen der Finalisten am besten verbal beschreiben?

Hier ein paar gelungene Versuche der Journaille. So berichtet Yahoo: „Superstar gegen "Superman", Favorit kontra Favoritenschreck, Dynastie gegen Disney-World. In den nun beginnenden NBA-Finals treffen mit den Los Angeles Lakers und den Orlando Magic zwei Welten aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten.“

Und Rod Ackermann schreibt in der NZZ: Hollywood vs. Disneyworld - „Wie üblich ist die Kulisse mit einer ordentlichen Dosis Hollywood-plus-Disneyland-Glitter verziert, doch an der Devise ändert dies kein Jota: den um den unwiderstehlichen Center Dwight Howard gescharten Frechdachsen aus Florida gleich zu Anfang den Schneid abzukaufen. Ist sich denn nicht ganz Basketball-Amerika (inklusive eines gewissen Barack Obama) einig in der Beurteilung, dass die Lakers diese Best-of-Seven-Serie gewinnen müssten und mit dem 15. Titelgewinn bis auf zwei an Rekord-Champion Boston heranrücken könnten? Ein ungutes Vorzeichen sind allerdings die Ergebnisse der Regular-Season-Matches, die beide von Orlando gewonnen wurden.“

Im Tagesspiegel ist zu lesen: „Es treffen auch zwei unterschiedliche Welten aufeinandertreffen. Orlando erreichte unerwartet, aber verdient die Finalserie nach dem Modus Best of Seven. Im Viertelfinale warfen sie Titelverteidiger Boston Celtics raus, anschließend stoppten sie mit den Cleveland Cavaliers das beste Team der Vorrunde. „Wir sind sehr happy, aber noch nicht zufrieden“, betonte Klubbesitzer Richard DeVos danach. Das Selbstbewusstsein ist nachvollziehbar. In der Stadt, die bislang vorrangig durch ihren Erlebnispark Disneyworld berühmt war, herrscht ein Basketball-Boom wie nie zuvor. Vor allem Centerspieler Dwight Howard schürt die Hoffnungen auf den ersten NBA-Titel. In Sachen Popularität macht er in Orlando sogar Mickey Mouse Konkurrenz. Howard ist das Gesicht des Teams.“

In der Frankfurter Rundschau schreibt Wolfgang Hettfleisch: „Nur einer hat es kommen sehen: Charles Barkley. Der Ex-NBA-Star, der sich seit vielen Jahren als Fernsehkommentator verdingt, hatte vor der Finalserie der Eastern Conference zwischen den Cleveland Cavaliers und den Orlando Magic auf das Team aus Florida getippt. "Sir Charles" garnierte seine Einschätzung mit ein paar abschätzigen Bemerkungen über die Hafenstadt am Eriesee und hat in Ohio seitdem vermutlich nicht mehr viele Freunde. Die anderen Experten schüttelten unisono den Kopf über den als Großmaul bekannten Barkley. Doch der behielt Recht. Die Magischen aus Orlando zogen ins NBA-Finale gegen die Los Angeles Lakers ein.“

GEHEIMREZEPT

Lamar Odom hat ein Geheimrezept: „Es ist lustig, weil ich an den Tagen meiner guten Spiele Süßigkeiten zum Frühstück gegessen habe. Das ist der Grund für meine zweistelligen Quoten bei Punkten und Rebounds“, erfahrt man in der Welt. „Seine Popularität im Team hat seither noch einen Schub bekommen, obschon Odom ohnehin vorn rangierte: Er bringt zu den Auswärtsfahrten haufenweise Süßes mit, das ihm die Fans nun schicken. „Ich wäre gern sein Zahnarzt“, sagt Star Kobe Bryant, guter Freund und Ratgeber seit Collegezeiten.“

Weiter schreibt Jörg Winterfeldt: „Dort, wo Hollywood-Größen wie Jack Nicholson vorn am Spielfeldrand sitzen, brilliert Odom mit seltenen Gaben unter Sportstars: Bodenständigkeit und Humor. Wenn ihm mal einer aus dem Publikum im Spiel herüber schreit „Schöner Wurf“, dreht Odom sich schon mal zu ihm um und antwortet mit Blickkontakt: „Danke, Mann!“ Am 25. Dezember wünschte er den Fans vornan einzeln „Fröhliche Weihnachten“, bis er zum jüdischen Schauspieler Adam Sandler kam. Dem sagte er: „Schönes Chanukka!“ Odom, schwärmt Amerikas Basketball-Legende Earvin Johnson, den alle „Magic“ nennen, „ist wohl einer der nettesten Typen der Liga. Solche wie ihn gibt es nicht viele.“

SONSTIGES

Jürgen Kalwa (American Arena) zeigt die Werbespots von Nike, in denen LeBron und Kobe als Muppet-Puppen zusammen wohnen.

BASKET TV zu den NBA Finals.

Hedo Turkoglu
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Kobe Bryant
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Kobe Bryant & Mickael Pietrus
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