Entlastung für Nowitzki

Posted by Johannes Berendt on April 27, 2009

Warum sich LeBron James wie ein Kind im Süßwarenladen fühlt und was Dirk Nowitzki von deutschen Tugenden hält, verrät Click and Roll Germany. Ferner „seziert“ Haruka Gruber die Leistung des Deutschen in Spiel 3 gegen die Spurs.

Drei Spiele, zwei Siege – so erfolgreich wie dieses Jahr waren die Mavs in den Playoffs lange nicht mehr. Wenn die Mannen um Dirk Nowitzki ihre verbleibenden Heimspiele gewinnen, haben sie zumindest schon einmal die San Antonio Spurs ausgeschaltet.

Einen spannenden Blick hinter die Kulissen des American Airlines Center wirft die neuste Ausgabe von BASKET TV, in der Dr. J. Gelegenheit bekommt, in den Katakomben zu recherchieren. Aber schaut selbst.

Passend zu Beginn der Playoffs hat Dirk Nowitzki der Bild-Zeitung spannende Einblicke in sein Privatleben gegeben. In einem zweiteiligen Interview konnte NBA-Experte Matthias Marburg dem Dirkster viele interessante Dinge entlocken. Dem Würzburger geht es in Dallas wahrlich nicht schlecht.

„Ich mag den relaxten Lebensstil der Amerikaner. Ich bin ja sowieso ein relaxter Typ, den nichts aus der Ruhe bringt. Höchstens auf dem Spielfeld kann ich mal heißlaufen. Aber meine anderen Tugenden sind deutsch. Wie ich mir alles hier erarbeitet habe und weiter erarbeite. Und dass ich immer pünktlich bin. Ich glaube, dass meine deutschen Tugenden mich dahin gebracht haben, wo ich heute bin.“

Die Vorzüge eines Lebens als NBA-Star liegen unter anderem auch in der Haushaltsführung – dort wird Nowitzki gut entlastet.

„Ich habe eine Putzfrau und einen Koch. Einkaufen gehe ich auch nicht selber. Nur meine Klamotten lege ich selber raus.“

Schlechte Laune bereiten ihm höchstens Niederlagen:

„Meine Stimmung hängt von den Ergebnissen ab. Wenn wir verlieren, bin ich am nächsten Tag schlecht drauf. Wenn wir gewinnen, bin ich gut drauf. So richtig zur Ruhe kommen kann ich erst, wenn wir den Titel geholt haben.“

UNTER DEM MIKROSKOP

Unter dem passenden Titel „Nowitzki am Seziertisch“ hat sich unser Blogger Haruka Gruber die Mühe gemacht, den Dirkster einmal genauestens zu analysieren. Hier hat er minutiös jede Aktion des Deutschen in Spiel 3 gegen die Spurs festgehalten, wie zum Beispiel:

„Minus: Bonner schleicht sich an die Dreierlinie, Dirk pennt und ist zu weit weg. Der Wurf geht aber nur an den Ring. 25:16.

Plus: Mittig an der Dreierlinie wird Dirk von Barea angespielt, drei, vier Schritte vor, butterweicher J aus 5 Metern. 27:16.“

Harukas Fazit fällt positiv aus:

„Durchschnittlich in fast jeder Spielminute hatte er eine gute Szene, insgesamt 25 positiven Aktionen standen lediglich 10 negative gegenüber. Besonders im ersten Viertel, als der Grundstein für den Sieg gelegt wurde, spielte Dirk nahezu fehlerlos (11:2). Dennoch gibt’s bei aller Euphorie zwei Dinge zu bemängeln: Nowitzki zog im kompletten Spiel nur dreimal zum Korb, ansonsten verließ er sich wieder einmal auf seinen - diesmal sicheren – Mitteldistanzwurf. Und: Phasenweise spielte Nowitzki in der Verteidigung sehr engagiert, doch zu oft ließ er Bonner aus den Augen. Es war reines Glück, dass der Spurs-Scharfschütze mit der Dreierquote von 44 Prozent diesmal einen Backstein nach dem nächsten warf.“

AUDIENZ BEIM KÖNIG

Für ihr Interview auf welt.de hat Stefanie Boewe eine Audienz beim König erhalten. LeBron James hat sich für die Playoffs hohe Ziele gesetzt.

„Unser Ziel ist die NBA-Meisterschaft. Und das macht es recht einfach, sich zu motivieren, denn nun kommt der beste Teil des Jahres. In den Play-offs fühlt man sich als Spieler so wie ein Kind im Süßwarengeschäft: Man möchte möglichst lange bleiben.“

Und weiter:

„Die Finalniederlage von 2007 ist tatsächlich ein Grund, warum ich heute auf so hohem Level spiele, denn sie zeigt mir, wie nahe wir bereits vor zwei Jahren daran waren. Wenn ich an diesem Punkt meiner Karriere nicht um einen Titel mitspielen wollte und würde, dann würde ich die Zeit meiner Teamkameraden verschwenden.“

Dirk Nowitzki
NBAE/Getty Images

Tim Duncan
NBAE/Getty Images

LeBron James
NBAE/Getty Images