Bescheidenheit ist eine Zier

Posted by Johannes Berendt on April 3, 2009

Was Dirk Nowitzki jungen Leuten rät und welche positiven Charaktereigenschaften er sich selbst zuschreiben würde, weiß Click and Roll Germany. Ebenfalls dabei: Die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Liga und die Entwicklung von Dwight Howard.

Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr. Auf Dirk Nowitzki trifft dieses altbekannte Statement nun überhaupt nicht zu. Der Würzburger besticht schon seit Jahren durch sein zurückhaltendes Auftreten, seinen Fleiß und seine Teamfähigkeit. Die Süddeutsche Zeitung hat mit Nowitzki ein sehr interessantes Interview über Schlüsselqualifikationen und den Berufseinstieg geführt.

„Ein klassisches Bewerbungsgespräch hatte ich noch nicht, das stelle ich mir auch nicht einfach vor. Mein ganz persönlicher Vorstellungstermin war damals das Spiel mit der Weltauswahl in San Antonio. Dieser selbstbewusste Auftritt war für meine Karriere richtungweisend. Viele NBA-Scouts haben mich gesehen und das hat mir schließlich einen Vertrag bei den Dallas Mavericks eingebracht.“

Auf die Frage nach seinen positiven Charakterzügen antwortete er (treffend):

„Fleiß, Ehrgeiz und die Fähigkeit, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.“

Und weiter:

„Meine Bescheidenheit ist ja keine bewusste Entscheidung. Ich verstelle mich eben nicht in meinem Beruf, sondern trete so auf, wie ich bin. Meine Familie hat mir sehr dabei geholfen, dass ich nicht abhebe und mich auf den Sport konzentriere.“

Diese Woche bekommt Nowitzki übrigens Besuch aus Deutschland.

„Am Wochenende reist (Dirk )Bauermann nach Dallas um mit NBA-Star Dirk Nowitzki über dessen Teilnahme an der Europameisterschaft in Polen (7. bis 20. September) zu diskutieren“, erfährt man in der Kölnischen Rundschau.

Wir sind gespannt.

PATRICK EWING HILFT DWIGHT HOWARD

Johannes Korge (FIVE) hat bei Spiegel Online den „wohl besten Athleten der Liga“ portraitiert. Langsam zahlt sich für Dwight Howard die Zusammenarbeit mit Patrick Ewing aus.

„Der ehemalige Knicks-Center widmet sich exklusiv den Magic-Big-Men, Howard profitiert vom Erfahrungsschatz aus 17 NBA-Jahren. (...) Die ersten Anzeichen sind unübersehbar. Howards Dunk-Quote ist deutlich gesunken, von 3,28 pro Partie im vergangenen Jahr auf 2,57 Slams in der laufenden Spielzeit. (Zusammen) mit Ewing feilt Howard in Extraschichten an weiteren Varianten seines Offensivspiels. Vor allem Wurffinten und Nahdistanz-Sprungwürfe aus der Drehung stehen auf dem Trainingsplan. "Er hat schon jetzt eine sehr gute Beinarbeit", lobt Trainer Stan Van Gundy. "Aber gegen die guten Center in der Liga braucht er einfach verlässliche Shot-Fakes und mehr Waffen als nur Sprungkraft."

FINANZKRISE IM BASKETBALL?

Ebenfalls bei Spiegel Online findet sich ein interessanter Artikel von Andre Voigt (FIVE) über die Auswirkungen der Finanzkrise auf die NBA.

„Früher galt in der NBA das Mantra "Win now!", heute geht der erste Blick in die Bilanzbücher. Alle Trades, die zur Deadline stattfanden, waren solche, die keine finanziellen Belastungen zur Folge hatten. Und deshalb scheiterte vermutlich auch der Deal, der Tyson Chandler von New Orleans eigentlich nach Oklahoma City schicken sollte. (...) Folglich werden in der Liga zuallererst Finanzentscheidungen getroffen. Auch die Titelfavoriten sparen: Veteranen wie Drew Gooden (San Antonio), Joe Smith (Cleveland) oder Stephon Marbury (Boston) werden zu Minimumkonditionen verpflichtet. Diese Deals repräsentieren die einzige finanziell machbare Art der Verstärkung in der NBA 2009. Die Folge: Dominante Mannschaften mit tiefen Kadern gibt es sehr wenige. In den am 18. April beginnenden Playoffs kann alles passieren.“

Dirk Nowitzki
NBAE/Getty Images

Dwight Howard
NBAE/Getty Images

Tyson Chandler
NBAE/Getty Images