Zwischen Weltraumbestattung und Mondlandung

Posted by Johannes Berendt on March 18, 2008 10:40 a.m. ET

Diese Saison scheint wirklich alles möglich zu sein.

Wer hätte noch vor wenigen Wochen gedacht, dass die Houston Rockets schon bald Basketballgeschichte schreiben würden? Damals glich die Stimmung der einer Weltraumbestattung. Lars Spinnagel blickt im Tagesspiegel zurück:

„Noch im Januar steckten die Rockets tief in der Krise. Mit 17 Niederlagen bei gerade einmal 15 Siegen drohten sie die Play-offs zu verpassen. Tracy McGrady (...) war nach einer Knieverletzung noch nicht wieder fit. Und gerade als Houston dann doch zu siegen begann, erlitt der chinesische Volksheld Ming einen Ermüdungsbruch im Fuß und fiel für den Rest der Saison aus. Ohne ihren 2,29 Meter großen Mann am Brett mussten die Rockets ihr Spiel umstellen, andere mussten einspringen.“

Aller Anfang war und ist schwer. Spiegel Online berichtet:

"Das erste Spiel, das wir ohne Yao bestritten, war wie eine Beerdigung", erinnert sich Guard Rafer Alston. Doch statt sich in ihr Schicksal zu ergeben, begriffen Alston und seine Teamkollegen die Situation als Chance: Jetzt konnten sie zeigen, was wirklich in ihnen steckt. "Wir sind ein gutes Team und wir haben noch genug Spiele um das zu beweisen.“

22 Siege später sieht die Welt schon wieder anders aus. Bei Sportnet.at werden sechs Gründe genannt, warum es bei den Rockets derzeit so gut läuft.

Einer davon ist Dikembe Mutombo.

„Air Zaire ist sich auch mit 41 Jahren nicht zu schade, noch die Basketballstiefel zu schnüren. Er macht das wohl auch, weil er an die Titelchance der Rockets glaubt und die Chemie in der Mannschaft einfach stimmt. Nachdem Yao Ming ausgefallen ist, bemannt Mutombo als Center wie in guten alten Zeiten die Zone, wo er seine Shot-Blocking-Qualitäten voll zur Geltung bringt.“

Doch als Titelfavorit werden die Rockets im Allgemeinen eher nicht gehandelt. Dazu müsste Tracy McGrady endlich mal eine Playoff-Serie gewinnen. Kaum ein Artikel lässt diese Tatsache unerwähnt. Nikolaus Panny im Kommentar bei Sportnet.at:

„Der hoch veranlagte Guard/Forward hat bislang noch kein einziges Playoff-Duell gewonnen. Mit Toronto, Orlando und eben mit dem Team aus der Space City flog „T-Mac“ stets in der ersten Runde raus. Eine schon kuriose Anhäufung von Misserfolg. Spiritualistisch angehauchte US-Kollegen mögen darüber fabulieren, ob McGrady ja möglicherweise verhext ist oder einen Fluch mit sich herumschleppt.“

Pannys Fazit: „Für diese Saison gilt: Alles ist möglich und nix ist fix. Vorhersagen zu wollen, wohin die Odyssey der Rockets am Ende führen wird, ist von vorne herein zum Scheitern verurteilt.“

DER HIGHLANDER AUS OHIO

Unser Blogger Mike Liem beschäftigt sich in seinem jüngsten Post mit drei MVP-Kandidaten. Schlussendlich kann es aber nur einen geben.

„Mit 24 Jahren ist James das beständigste und spektakulärste Naturwunder, was die NBA derzeit im Angebot hat: Eine wundersame Mischung aus Karl Malones Power, Magics Team Play und Court Vision, Dr. J`s Improvisationskunst und Dominique Wilkins Sprungkraft. Jetzt hat er auch noch das Werfen gelernt. Resultat: Einerseits nicht enden wollende Heldentaten des Spielers, andererseits kaum Aussichten auf den Titel mit seinem Team.“

DIE LEIDEN EINES KNICKS-FANS

BASKET-Blogger Mo Wollert hat seinen Knicks in New York einen Besuch abgestattet: „Ich sage euch, live ist das ganze noch schlimmer als im Fernsehen!“