„Mit der Trefferquote eines Schlafwandlers“

Posted by Johannes Berendt on December 18, 2007 11:00 a.m. ET

Nicht bei allen NBA-Teams läuft es rund. Manche spielen gar so unberechenbar wie ein Zufallsgenerator. Da ist dann von notorischen Langsamstartern mit mangelnder Persönlichkeit und Zielschwierigkeiten die Rede. So etwa in der Neuen Zürcher Zeitung, die kein gutes Haar an den Bulls lässt - und die Mannschaft von Scott Skiles so richtig auseinander nimmt.

„Eine Identität hat die Mannschaft bisher nicht gefunden, manchmal begegnen sie sich wie Fremde, die sich auf dem Parkett zum ersten Mal sehen. Chicago ist das Ensemble mit der schlechtesten Trefferquote der Liga, niemand verfehlt den Korb so häufig, nur zwei Teams in der NBA erzielen im Durchschnitt weniger Punkte als die Bulls (92).“

Problem Nummer eins?

„Die Bulls werden als zu gutherziges Ensemble wahrgenommen, ein «bad guy»-Image trägt einzig das 110-Kilogramm-Schwergewicht Ben Wallace. Er ist keiner, dem man im Dunkeln die eigenen Koffer anvertrauen würde. Wallace war das zehnte von elf Kindern. Im Elternhaus gab es keinen Strom; er hat sich zu wehren gelernt.“

Darüber hinaus, so die NZZ weiter, haben die Tradegerüchte um Kobe Bryant Spuren im Locker Room hinterlassen. Und auch Kirk Hinrich bekommt sein Fett weg. Seine „Trefferquote war seit Oktober die eines Schlafwandlers, nie in den letzten vier Jahren traf er ungenauer als in dieser Saison“.

Auch Eidgenosse Thabo Sefolosha weiß bisher nicht zu überzeugen – schwere Zeiten also für Schweizer Basketball-Fans.

VON ALL-STARS UND KORB-ANALPHABETEN
 
Der deutschen Fangemeinde geht es da etwas besser. Die Mavericks haben sich einigermaßen gefangen und sind in den nba.com Power Rankings vom neunten auf den vierten Platz geklettert. Bei den Fans erfreut sich Dirkules nach wie vor großes Beliebtheit. So liegt er in der All-Star Wahl bei den West-Forwards auf dem zweiten Platz (Sport1).

Doch in Zeiten, in denen über alles digital abgestimmt werden kann, ist es unabdingbar, dass nicht nur Besten ihrer Zunft, sondern auch die „Basketball-Stümper“ und „Korb-Analphabeten“ gewählt werden. Das meint zumindest unser Blogger Haruka Gruber – und präsentiert in seinem neusten Post sogleich einige Kandidaten.

„So wirklich spannend wäre die Preisverleihung nicht, denn das Votum wäre eindeutig. Eric Snow könnte mit einer Nominierung rechnen, neben ihm am Galatisch würden Eddy Curry, Kevin Ollie und Rasho Nesterovic Platz nehmen. Aber der Sieger kann nur einen Namen haben: Jason Collins.“

DER PATIENT IST KRANK

American Arena Autor und Blog Squad Mitglied Jürgen Kalwa  beschäftigt sich derweil mit den New York Knicks. Seine Analyse fällt nicht sehr positiv aus.

„Niemand, der im Madison Square Garden für irgendetwas auch nur ein bisschen Verantwortung trägt, war bislang in der Lage, die Malaise exakt diagnostizieren, die das teuerste Team der Liga befallen hat. Alles was jeder weiß und jeder sehen kann, lautet: Der Patient ist krank. Schwer krank.“

ACHTUNG, SCHMERZEN

Ein bisschen Härte könnte den Knicks nicht schaden. Vielleicht sollte man ihnen André Voigts (FIVE) Artikel auf Spiegel Online empfehlen. Er berichtet über die Kunst des Reboundens.

„Rebounder wollen den Ball, offensiv wie defensiv. Es ist fast eine Erlösung für sie, wenn geworfen wird. Endlich können sie ans Werk gehen. Sie erwarten, dass jeder Wurf das Ziel verfehlt. Sie wissen, dass es gleich ein bisschen wehtut, aber das ist egal.“

Dazu Wilt Chamberlain: "Rebounding ist eine Kopfsache und hat nichts mit Körpergröße zu tun. Es geht auch nicht um die Sprungkraft. Es geht darum, vorbereitet zu sein, hochzugehen und den Ball zu packen. Du musst schlau sein und austeilen können."

2007-08 ARCHIVE
Scott Skiles
Garnett

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Kirk Hinrich
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Dirk Nowitzki
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Jason Collins
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Wilt Chamberlain
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