Von Pitbulls, Kampfschweinen und dreiköpfigen Monstern

Posted by Johannes Berendt on November 27, 2007 10:15 a.m. ET

Ein grünes Monster mit drei Köpfen – der Respekt vor den Boston Celtics ist gewaltig. Unlängst wurde sogar David Stern von einem Taxifahrer gefragt, ob Kevin Garnett und Co. wohl alle 82 Spiele gewinnen werden. Mittlerweile hat auch der Rekordmeister die erste Niederlage hinnehmen müssen – doch die Bewunderung für KG, Paul Pierce und Ray Allen ist geblieben, schreibt die NZZ.

„Jetzt spielen drei All-Stars für die Celtics, die im Karrieredurchschnitt gemeinsam über 65 Punkte pro Partie erzielen. Die Celtics sind wieder eine relevante Grösse in der Liga – «sie haben in Boston ein Monster mit drei Köpfen erschaffen», schrieb ein Kolumnist. Das Trio wird bereits mit den «big three» aus den achtziger Jahren verglichen – mit Larry Bird, Kevin McHale und Robert Parish.“

Allerdings gibt es auch das, was man neudeutsch wohl eine „Downside“ nennt:

„Noch nie in der Geschichte der NBA hat ein Team den Titel gewonnen, deren drei Topscorer älter als dreißig Jahre alt waren. Allen ist 32-jährig, Garnett 31 und Pierce 30. Jeder von ihnen kennt die NBA-Finals nur vom Hörensagen oder vom Fernsehen.“

Die Fans – oder Altmeister Larry Bird – stört das wenig, wie man in der Schwäbischen Zeitung liest:

„‚Es ist schön, dass Boston endlich wieder eine konkurrenzfähige Mannschaft hat’, freut sich die ehemalige Nummer 33 über das Comeback seiner Celtics. Auch die Fans sind elektrisiert. Alle Heimspiele bis Mitte April sind ausverkauft. Boston boomt - und zwar landesweit. Im Vorjahr war der Verein in Sachen Merchandising die Nummer sieben unter allen NBA-Teams, jetzt ist er Erster. Garnetts Trikot mit der Nummer fünf verkauft sich von der Ostküste bis rüber nach Oregon.“

DER KING ALS MVP?

Kein Wunder, dass KG auch einer der MVP-Kandidaten bei Sport1 ist. Dort wirft Rainer Nachtwey einen statistischen Blick auf die Protagonisten, die am Ende der Spielzeit zum Wertvollsten Spieler gewählt werden könnten. Sein Favorit: LeBron James.

„James spielt derzeit alles in Grund und Boden. Zwei Triple-Doubles in Serie und insgesamt bereits vier nach 14 Spielen sprechen eine deutliche Sprache.“ (...)

„Sollte James die Quote halten, würde er am Ende der Regular Season auf 23 Triple-Doubles kommen. Gelingt dem 22-Jährigem mit seinen Cavs der Einzug in die Playoffs, führt kein Weg an ihm vorbei, ihn als MVP auszuzeichen.“

Im Crossover-Online MVP-Race liegt allerdings Garnett vorne.

„DIE PITBULLS UNTER DEN KAMPFSCHWEINEN“

Bei Spox.com widmet sich Haruka Gruber indes den Schattenmännern der Liga und präsentiert die fünf härtesten Arbeitstiere. Voll des Lobes ist er dabei für Brandon Bass.

„Mit Bass haben die Mavs endlich ihren Marc Wilmots gefunden. Einer, der einfach kompromisslos das erledigt, was zu erledigen ist - auch wenn man mit solch einer selbstlosen Attitüde nur selten zum All-Star oder Werbemillionär aufsteigt.“

Damit schafft Bass es allerdings noch lange nicht in die Top Five. Die wird nämlich angeführt von keinem geringeren als Bruce Bowen.

„Egal, ob fieses Brustwarzenkneifen, respektloses Trash-Geschwätz oder unbarmherzige Kettenhund-Bewachung: Bowen erledigt eben das, wofür Duncan, Parker und Ginobili zu schade sind. Als Samariter pfui, als Arbeitstier hui: Bass mag eine Bestie sein, noch ist ein Pit-Bull der Regent unter allen Kampfschweinen.“

2007-08 ARCHIVE
Kevin Garnett
NBAE/ Getty Images

Ray Allen
NBAE/Getty Images