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Die Northwest Division in der Saisonvorschau

Posted by Johannes Berendt on October 22, 2007 4:50 p.m. ET

DENVER NUGGETS

NBAE/Getty Images
Allen Iverson

Gewisse Dinge brauchen einfach etwas Zeit. Wie zum Beispiel die Chemie in einem Basketball-Team.

So war auch nach dem Trade von Allen Iverson in den Rocky Mountains nicht alles rosig. 32 Siege und 32 Niederlagen (inkl. Playoffs) standen für die Nuggets nach dem 19. Dezember zu Buche. Aber zumindest konnten sie 16 der letzten 22 Partien in der Regular Season gewinnen. Und wenn man bedenkt, dass Allen Iverson und Carmelo Anthony noch nie zusammen ein Trainingslager bestritten haben, dass George Karl nach dem Trade mitten in der Saison die Offense umstellen musste und dass Kenyon Martin die ganze Saison verletzt war, dann muss man sich wirklich auf die neue Spielzeit freuen. Wer weiß, wozu die Nuggets mit einer vernünftigen Vorbereitung in der Lage sind?

Ihre Aufstellung ist ohne Frage furchteinflößend. Sie haben zwei der drei besten Scorer des Planeten, den Defensive Player of the Year (Marcus Camby) und – so es denn gesund sind – das wohl beste Power Forward Duo (Martin und Nenê) der Liga in ihren Reihen. Mit anderen Worten: Die Nuggets haben alles, um eines der besten Teams der Regular Season zu werden.

Ihr Erfolg wird hauptsächlich von dem gesundheitlichen Zustand ihrer Front Line und der Team Chemistry abhängen. Im Low-Post tummelt sich mit Anthony, Marcus, Nenê, Martin, Eduardo Najera und Steven Hunter jede Menge Talent – aber leider auch ein Höchstmaß an Verletzungsanfälligkeit. Camby, Nenê, Martin und Najera haben in den vergangenen drei Spielzeiten zusammen nicht weniger als 337 Spiele verpasst. Das macht 28.1 pro Spieler pro Saison. Hinter der gesundheitlichen Verfassung der Front Line steht ohne Zweifel das größte Fragezeichen der Liga. Ferner bleibt abzuwarten, ob sich Allen Iverson damit abfinden kann/muss/wird, hinter Melo die zweite Geige zu spielen...

MINNESOTA TIMBERWOLVES

NBAE/Getty Images
Al Jefferson

In Minnesota beginnt eine neue Zeitrechnung. Nach zwölf Jahren in Diensten der Timberwolves hat Kevin Garnett sich diesen Sommer in Richtung Boston verabschiedet. Schon in den letzten drei Jahren haben die T-Wolves die Playoffs verpasst, und das wird dieses Jahr wohl kaum anders sein. Sie stehen vor einem kompletten Neuanfang.

Nach dem Weggang von KG ist der 22-Jährige Al Jefferson Dreh- und Angelpunkt der Franchise. Auch Randy Foye, Corey Brewer und Gerald Green können in den nächsten Jahren zu einer schlagkräftigen Kombo heranwachsen. Foye kann diese Saison einen riesigen Schritt nach vorne machen, wenn er konstanter spielt. Green und Rashad McCants können solide Rollenspieler werden, während Brewer sich über seine Stärken in der Defensive viel Spielzeit erarbeiten könnte. Ricky Davis wird weiterhin das tun, was er am besten kann: in einem schlechten Team gut spielen.
Hinter Jefferson haben die Wolves im Front Court eine sehr interessante Mischung aus Youngstern und Veteranen. Mark Blount wird weiterhin als Center anfangen, und Juwan Howard – der nicht unbedingt in Minnesota spielen will – kommt als erster Forward von der Bank. Ob bei Talenten wie Ryan Gomes und Craig Smith noch genügend Spielzeit für Mark Madsen und Theo Ratliff bleiben wird, erscheint fraglich.
Doch um die T-Wolves könnte es schlimmer stehen. Nicht viele Mannschaften haben einen so talentierten Spieler wie Jefferson, um den man über Jahre hinweg eine Mannschaft aufbauen kann.

Und nicht vergessen: Vor zwölf Jahren waren die Timberwolves in einer ganz ähnlichen Situation...

PORTLAND TRAILBLAZERS

Schlimmer kann es eine Mannschaft kaum treffen. Da fiebert man in Portland der ersten Saison von Number One Draft Pick Greg Oden entgegen – und dann verletzt sich der zukünftige Star am Knie und fällt die komplette Saison aus.

Oden gilt als Spieler, um den man ein Championship-Team bauen kann. Als Freshman erzielte er für Ohio State 15.7 Punkte pro Spiel und schnappte sich 9.6 Rebounds. Sechs bis zwölf Monate ist er nach seiner Operation erst einmal kaltgestellt. Die Blazers sind zwar enttäuscht, bereuen es jedoch nicht, den zukünftigen Superstar verpflichtet zu haben. „Wir haben schon den Richtigen ausgewählt“, so General Manager Kevin Pritchard zu ESPN.com. „Ich kann gar nicht genug betonen, wie leid es ihm tat – er denkt, er hat uns im Stich gelassen. Doch das stimmt natürlich nicht.“

Für Portland ist jedoch nicht alles verloren. Auf mindestens vier Positionen wird um das Recht gekämpft, in der Starting Five zu stehen. Lediglich LaMarcus Aldridge hat seinen Platz sicher. Und dann gibt es ja noch den Rookie of the Year der vergangenen Saison, Brandon Roy. Auch er hat eine goldene Zukunft vor sich. Er muss sich nur daran gewöhnen, dass die Gegner in der Verteidigung künftig ihr Hauptaugenmerk auf ihn richten werden. Ferner hat Portland Zach Randolph im Tausch für Channing Frye zu den Knicks geschickt und die Guards Steve Blake und Taurean Green unter Vertrag genommen.

SEATTLE SUPERSONICS

Wenn doch der Regen oder die enttäuschende Bilanz von 31 Siegen bei 51 Niederlagen die einzigen Sorgen wären, mit denen sich die Fans in Seattle herumschlagen müssen. Unglücklicherweise wurde diesen Sommer heftig um den Bau einer neuen Arena bzw. einen Umzug nach Oklahoma City oder Las Vegas gestritten. Bei den ganzen Diskussionen ist fast in Vergessenheit geraten, dass sich bei den Sonics im sportlichen Bereich einiges getan hat. Dort sorgt nämlich der erste 30 Jahre alte General Manager Sam Presti für Furore. Der frühere Assistenztrainer der San Antonio Spurs sicherte sich den zweiten Draft Pick Kevin Durant und machte darüber hinaus P. J. Carlesimo zum neuen Head Coach. Auch schickte er Ray Allen, den bisherigen Franchise Player, nach Boston für Delonte West, Wally Sczerbiak und Pick Nr. 5, Jeff Green. Rashard Lewis hat sich indes als Free Agent Orlando angeschlossen. Ohne ihn und Allen muss ein Loch von 48.8 Punkten und 11.1 Rebounds pro Spiel gestopft werden. Dazu soll die neue, sehr defensive Ausrichtung beitragen.

Viel Druck wird auf den Schultern von Durant lasten, dessen Einstieg in die NBA für einen unglaublichen Medienrummel gesorgt hat. Er wird probieren, die in ihn gesetzten Erwartungen zu erfüllen. „Ich bin nicht der Heiland. Schließlich bin ich nicht der einzige Spieler auf dem Parkett“, sagte er der News-Tribune. „Ich weiß nicht, warum alle meinen, ich soll die Franchise retten. Ich bin ein Team-Player.“

Genau in dieser Rolle wollen die Sonics ihn auch sehen...

UTAH JAZZ

Nach dem Erreichen der Western Conference Finals sollte in Utah eigentlich alles bestens sein. Mit den erst 25 bzw. 23 Jahre alten Carlos Boozer und Deron Williams haben sie ein unglaublich starkes Inside-Out-Duo. Hinzu kommen zwei weitere Starter, die schon All-Stars waren (Mehmet Okur und Andrei Kirilenko) sowie diverse vielversprechende Youngster auf der Bank. Die Zukunft, sie könnte rosig aussehen – wären da nicht die Äußerungen von Kirilenko nach der Europameisterschaft gewesen. Der Russe hatte sich über seine Rolle im Team beklagt und klang nicht abgeneigt, den Verein zu wechseln. Davon abgesehen haben die Jazz eine sehr starke Mannschaft, die den Fans in Salt Lake City viel Freude bescheren könnte.

Nach seinem Breakout-Year mit 20.9 Punkten, 11.7 Rebounds und einer Trefferquote von 56.1 Prozent sind von Boozer in dieser Saison sicher weitere Heldentaten zu erwarten. Okur reiste im Februar erstmalig zum All-Star Game. 129 seiner Dreier fanden ihr Ziel – Karrierebestleistung. Doch der vielversprechendste Star dürfte Williams sein. Er ist der beste junge Point Guard der Liga. In seinem zweiten Jahr zeigte er enorme Fortschritte und steigerte sich auch in den Playoffs kontinuierlich. Zudem konnte er diesen Sommer bei der Nationalmannschaft viel von Jason Kidd lernen. Seiner Entwicklung abträglich war das sicher nicht.

Vieles wird von Kirilenko und seiner Laune abhängen. Wenn er sich mit seinen Mannschaftskollegen sowie seinem Trainer wieder versöhnt, könnten die Jazz eines der besten Teams der Liga werden. Bleibt er unzufrieden, kann das die Leistung des gesamten Teams negativ beeinflussen.

2006-07 ARCHIVE
Greg Oden
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Kevin Durant
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Carlos Boozer
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