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Von Tafelrittern und Posterboys
Posted by Johannes Berendt on Jan. 2,
2007 11:40 a.m. ET
Click and Roll wünscht allen Lesern ein frohes neues Jahr mit Körben nur beim Basketball. Darth Vader, Tingeltangel-Bob und Posterboys mit Pornomatten – 2007 fängt gut an. Wir starten in Los Angeles. Gehasst, geliebt, gefürchtet - an Kobe Bryant und seiner Spielwiese scheiden sich nach wie vor die Geister. 81 Punkte mögen ausreichen, um sich einen Platz in der ewigen Bestenliste der NBA zu sichern. Nicht aber genügen sie, um die Kritiker zum Schweigen zu bringen, die ihm Ego-Zocke vorwerfen. Doch seit vergangenem Sommer hat sich Kobe - der "Darth Vader" der NBA - verändert. Christian Zdrilic analysiert bei Spiegel Online: "Er nimmt nur noch 19,7 Würfe pro Spiel (statt 27,2), erzielt aber noch immer einen Punktedurchschnitt von 28,7. Nicht nur seinen Mitspielern fällt die Veränderung auf. "Man sieht, dass Kobe seinen Mitspielern zutraut etwas auf dem Platz zu bewegen. So etwas kommt, wenn man länger gemeinsam spielt", sagt Avery Johnson." Und Tex Winter, der legendäre Assistant Coach der Lakers (ehemals Bulls), sieht Parallelen zu Michael Jordan. "Was Kobe nun zu tun bereit ist, ist das gleiche was Jordan lernen musste", zitiert ihn Spiegel Online. "Michael war zum Teil sogar schlimmer als Bryant, wenn es um den Versuch ging ein Spiel allein zu entscheiden. Als er aber wirklich begriff, dass es ein Teamsport ist, wurden wir viel effektiver. Die gleiche Entwicklung sehe ich nun bei Kobe." REVOLUTIONÄRE POSTERBOYS Bei Sport1.de findet sich ein sehr lesenswerter Bericht über Adam Morrison. "Was haben Larry Bird, Che Guevara, Rage Against The Machine und Karl Marx gemeinsam? Adam Morrison, Rookie von den Charlotte Bobcats, hat sie alle in seinem Schlafzimmer gehabt. Sie hingen als Poster über seinem Bett. Und irgendwie hat sich Morrison von allen ein Scheibchen abgeschnitten." Was genau er sich von den revolutionären Posterboys abgeschaut hat, weiß Tobias Kimmel. Zudem schreibt er über Morrisons Diabetis-Probleme - für Zuckerkranke sei er Aushängeschild, Ikone und Hoffnungsträger: "Genau zwei Stunden und 15 Minuten vor jeder Partie stärkt er sich mit einem Steak samt Röstkartoffeln. Dann legt er auf dem Parkett los." In Amerika kennt man den Youngster vor allem wegen seines umstrittenen Auftritts in der College-Meiserschaft, als er nach dem Ausscheiden seinen Kummer nicht verbergen wollte. Dazu schreibt Kimmel: "Heute lacht kein Gegner mehr über Morrison. Und das ist wegen seines ausgefallenen Stylings schon bemerkenswert." Crossover-Online nimmt derweil die Neulinge der Liga unter die Lupe. Dort ist Oldie Jorge Garbajosa mittlerweile zu einem Kandidaten für den Rookie of the Year Award aufgestiegen. VIDEO HIGHLIGHTS Vom Besten das Beste: In der Online-Videothek bei NBA.com findet sich so mancher Leckerbissen. Die Top Ten Plays 2006, die besten Steals, die besten Crossovers, die besten Plays von Dwyane Wade und Kobe Bryant. Stundenlanges Stöbern garantiert! KING JAMES OHNE TAFELRITTER? Ein Hofstaat voller Tingeltangel-Bobs – Haruka Gruber beklagt sich in seinem neusten Blog-Eintrag über die mangelnde Unterstützung für King James. „Dem modernen Artus fehlen die Tafelritter. James kümmert sich, wie es einem König gebührt, um fast alles, nur ohne Unterstützung kommt auch der Doogie Howser des Basketballs nicht weit. Nur ein Beispiel: Bei allen Spielern aus der Starting Five außer James ist der diesjährige Punkteschnitt schlechter als der Karriereschnitt – indiskutabel.“ VOM SOCKENWÄSCHER ZUM CLUTCH SHOOTER Wie hart der Weg in die NBA sein kann, zeigt das Beispiel von Suns Guard Raja Bell. Sven Simon von Five berichtet, wie er durch die "Buchstabensuppe der US-Aufbauligen“ schwamm - USBL, CBA, IBL. "Die Kings wohnen in einer Absteige an einer Trucker-Gaststätte. Bei den Windjammers muss er als Rookie die dreckigen Socken und die Unterwäsche des Teams waschen, bevor es abends zum Spiel geht. "Ich mochte das nicht, aber dennoch machte es Sinn für mich", sagt Bell (...). "Jungs, die du irgendwann schon mal geschlagen hast, tauchen in der NBA auf, und du sitzt im Bus zum Auswärtsspiel nach Nirgendwo." Doch Bell gibt nicht auf. Bei den Sixers bekommt er einen Vertrag bis zum Saisonende - und steht im Juni in den Finals gegen Kobe Bryant. "Einige Wochen vorher hatte er noch mit seinem Vater in einer YMCA-Halle gezockt, um sich in Form zu halten“, schreibt Simon weiter. „Alle Medien berichten über den Verteidigungsarbeiter, beim Einkauf muss er 45 Minuten Autogramme geben. "Die größte Basketball-Bühne der Welt - und ich stehe drauf", sagte er damals: "Ein aufregendes Gefühl." Bei so viel Willenskraft passt auch das Zitat von Suns Coach Mike D´Antoni ins Bild. Der kam nicht drum herum, Bell in den Playoffs gegen die Clippers trotz einer Wadenverletzung aufzustellen. "Ich hätte ihn erschießen müssen, um ihn am Auflaufen zu hindern. Also war die Frage: 'Töten wir ihn oder lassen wir ihn spielen?", so D´Antoni. Bells Dank? Ein Dreier aus der Ecke zur zweiten Verlängerung. SONSTIGES Wie teuer "drei blinde Mäuse" sein können, weiß nun auch Jason Kidd (szon.de). Michael Jordan lässt sich scheiden. Mike Fratello ist seinen Job als Coach der Grizzlies los (Nachrichten.ch). Die All-Star Wahl. |
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Über die NBA wird nicht nur viel geredet, sondern auch immer mehr geschrieben. Grund genug für Click and Roll Germany, sich einmal genauer im Internet umzuschauen. Jede Woche wird Johannes Berendt die interessantesten deutschen Links und Artikel in heiterer Form präsentieren. Wer nicht genug über die NBA lesen kann, ist hier genau richtig.




