Über die NBA wird nicht nur viel geredet, sondern auch immer mehr geschrieben. Grund genug für Click and Roll Germany, sich einmal genauer im Internet umzuschauen. Jede Woche wird Johannes Berendt die interessantesten deutschen Links und Artikel in heiterer Form präsentieren. Wer nicht genug über die NBA lesen kann, ist hier genau richtig.
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Eine Antwort, 1000 Fragen
Posted by Johannes Berendt on Dec. 14, 2006 9:14 a.m. ET

Viele (vorwiegend männliche) Basketball-Fans dürften in der vergangenen Woche gleich doppelt geschockt gewesen sein. Eva Longoria wird heiraten (Glückwunsch, Tony) – und Allen Iverson die Sixers nach zehn Jahren verlassen.

Doch was machen mit einem Mann, der jede Abwehr im Alleingang ausschalten kann - und das auch jeden Angriff aufs Neue versuchen will? Während Sport1 noch einmal die alle möglichen Ziele unter die Lupe nimmt, analysiert Jan Hieronimi bei Spiegel Online:

"Seine Rolle im Team hatte er sich durch seine Intensität und sein Talent erworben, aber auch durch sturen Ungehorsam gegenüber jenen Trainern, die mehr Teamplay von ihm erwarteten.“

"Seinem neuen Arbeitgeber bleiben somit zwei Optionen - entweder Iverson zum Mittelpunkt der Offense zu machen, wie er es gewohnt ist, oder von ihm zu verlangen, sein Spiel zugunsten der Mannschaft zurück zu fahren."

Lediglich vier Playoff-Kandidaten - die Lakers, Cavs, Heat und die Hawks - würden beim Team-Building noch auf einen Superstar vertrauen, der seine vier Kollegen um sich herum zu Rollenspielern degradiert.

Wie schwer es unter Umständen sein kann, einen Superstar zu traden, weiß BASKET.

"Bereits im Sommer hatten die Sixers versucht AI zu transferieren, hatten aber Schwierigkeiten den Superstar loszuwerden - die Erfahrungen der letzten Jahre mit alternden Stars wie Shaquille O'Neal, Vince Carter oder Jason Kidd haben die Teams der NBA Vorsicht vor solchen Geschäften gelehrt."

Und was meint Sir Charles zum "kleinen Monster" (taz)? "Er ist ein toller Spieler, aber solange er nicht lernt, den Ball mit anderen zu teilen, wird es nirgendwo mit ihm funktionieren."

FRENCH KISS

Was macht man nach einem stinknormalen Auswärtsspiel in Utah? Am besten nach LA jetten und vor Eva Longoria auf die Knie fallen (20min.ch). Auf diese Idee ist jedenfalls Tony Parker gekommen. Das Traumpaar hat sich nun offiziell verlobt. Dabei hat Parker ganz tief in die Trickkiste gegriffen - er hatte das Haus "mit Rosenblüten und Kerzen dekoriert". Ach ja, die Franzosen...

WUNDER GIBT ES IMMER WIEDER

Ein Eidgenosse in der NBA? Da war es lange Zeit noch wahrscheinlicher, dass die Marine der Schweizer zu einer internationalen Seemacht aufsteigen würde.

"Dass es eigentlich an ein Wunder grenzt, dass ein Schweizer Spieler den Sprung ins Basketball-Mekka geschafft hat, ist in Nordamerika kein Thema", berichtet die NZZ, die Thabo Sefolosha in Chicago besucht hat.

Der Sohn einer Schweizer Mutter und eines südafrikanischen Vaters fühlt sich als einer von 83 Spielern in der NBA keineswegs als Exot. Außerdem hat er sich bestens eingelebt.

"Er wurde in 19 von 20 Spielen eingesetzt. Im Durchschnitt stand er 12:01 Minuten (total 228:14) auf dem Parkett und ließ er sich 3,9 Punkte und 1,8 Rebounds notieren. In den drei Kategorien Punkte, Rebounds, Assists liegt er in der ligaweiten Rookie-Wertung jeweils unter den Top 20."

Was ist also sein Ziel für das erste Jahr?

"Ich will den anderen Spielern so viel wie möglich abschauen."

ÖSTERREICH ZIEHT NACH

Deutschland hat Dirk Nowitzki, die Schweiz hat Sefolosha. Kein Wunder, dass die Nachbarn aus Österreich da in nichts nachstehen wollen.

Ein NBA-Star hat nämlich eine ganz besondere Beziehung zum Alpenland: Mike James von den Timberwolves ist nämlich der bis dato einzige NBA-Spieler, der seine Karriere in Österreich begonnen hat. Das hat er nicht vergessen, wie er dem Kurier verraten hat.

"(Ich habe) in St. Pölten geheiratet und mit der Mannschaft meine erste Meisterschaft gewonnen. Das vergisst man nie. Ich erinnere mich auch noch an Mitspieler von damals: Sergej (Orechow), Stefan (Weissenböck), Wolfgang (Jorda)."

Ein Titel in Österreich – das können nicht einmal Stars wie Shaq oder Kobe aufweisen. Auf internationaler Vereinsebene wird James den beiden also immer meilenweit voraus sein.

Auch der deutschen Sprache ist er noch mächtig. Naja, in gewisser Weise zumindest:

"Spreche ich Deutsch? ... Eispalatschinke, ... Knödel."

GLOBALISIERUNGSGEGNER

28 von 30 Teams haben einen Ausländer (oder, politisch korrekt: internationalen Spieler) in ihren Reihen. Nur New York und Miami nicht. Grund genug für Stefanie Boewe in der Welt zu fragen, ob die Knicks einfach "zu blöd" sind.

Sie berichtet:

"Die "New York Times" rätselt inzwischen, ob die Knicks einfach die Zeichen der Zeit nicht erkennen, ob ihre internationalen Scouts unfähig sind, oder ob sie noch unter den Spätfolgen ihres internationalen Experiments mit dem französischen Center Frederic Weis leiden. 1999 hatten die Knicks Weis in der ersten Runde des Collegespieler-Drafts ausgewählt und den späteren Superstar Ron Artest übergangen. Weis allerdings fühlte sich dem Erwartungsdruck in New York nicht gewachsen und reiste noch im ersten Sommertrainingslager nach Frankreich zurück. Seitdem haben die Knicks in ihrem aktiven Kader keine Ausländer verzeichnet."

RADIOACTIVE MEN AUS DEM MORMONENSTAAT

Ohne ein abgeschlossenes Mathe-Studium kommt man beim Analysieren der NBA-Statistiken nicht weit, unkt Haruka Gruber in seinem neusten Blog-Eintrag. Dieses Mal geht es um die Utah Jazz, das beste Team der Liga. Haruka kennt den Grund für den Erfolg.

"Seit dieser Saison heißt die Heimstätte der Jazz EnergySolutions-Arena. Der neue Namenssponsor zählt sich zu den führenden Nuklear-Dienstleistern (klingt irgendwie schräg), 75 Meilen außerhalb von Salt Lake City betreibt EnergySolutions eine Atommüll-Deponie. Monty Burns lässt grüßen. Das Motto bei den Jazz ist also klar: Wie sagen ja zu Radioaktivität! Wen interessiert da schon der Polonium-Skandal im entfernten Europa, das Atom-Doping hat ja durchschlagenden Erfolg."

BITTERE GUMMIPILLE

Ab 1. Januar wird wieder mit dem alten Lederball gespielt. Diese bittere Gummipille musste David Stern jetzt schlucken (Sport1).

Prompt meldete sich auch der von der Auswechselbank verbannte Mark Cuban zu Wort. In der Welt wird er zitiert mit: "Die Erkenntnis, dass es eine bessere Alternative geben könnte, ist ein Zeichen von Führungsstärke, und ich ziehe dafür meinen Hut vor Stern. Jetzt müssen wir nur noch einmal die Regeln zum Verbot von Teambesitzern auf Spielerbänken überdenken."

SONSTIGES

Schon unsere neue Abstimmung gesehen?

Around the Association bei nba.com (Englisch)

Schickt die NBA-Stars nach Las Vegas zum All-Star Game.

Gilbert Arenas bloggt bei nba.com (in englischer Sprache). "Ihr redet mit dem Eastern Conference Player of the Week."

2006-07 ARCHIVE

Heiß begehrt, auch in Indiana: Allen Iverson. NBAE/Getty Images

Bald unter der Haube: Tony Parker und Eva Longoria. NBAE/
Getty Images

Alpenkönig: Mike James wurde schon einmal österreichischer Meister. „Knödel!“ . NBAE/Getty Images

Carlos Boozer, einer der Radioactive Men. NBAE/Getty Images

Pat Riley ein Globalisierungsgegner?. NBAE/Getty Images