Über die NBA wird nicht nur viel geredet, sondern auch immer mehr geschrieben. Grund genug für Click and Roll Germany, sich einmal genauer im Internet umzuschauen. Jede Woche wird Johannes Berendt die interessantesten deutschen Links und Artikel in heiterer Form präsentieren. Wer nicht genug über die NBA lesen kann, ist hier genau richtig.
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Von gutem Benehmen und Eltern-Bonus
Posted by Johannes Berendt on Dec. 1, 2006 6:01 a.m. ET

Man könnte fast meinen, Click and Roll Germany wäre zu einem Fachblatt der Erziehungswissenschaft verkommen. Wer sonst würde darüber schreiben, wie man mit Würde altert, in welcher Metropole es einen Eltern-Bonus gibt oder wieso Benehmen Glücksache zu sein scheint. Doch wir versprechen: Es geht auch diese Woche wieder ausschließlich um Basketball.

Fangen wir mal locker an...

ALL-STAR PICKS

Dass unser Blogger Owen Hargreaves seinen Landsmann Steve Nash zum All-Star Spiel schicken würde, war ja irgendwie klar. Wen aber hat er sonst noch nominiert?

Auch sein Kollege Philipp Lahm, immerhin deutscher Fußball-Nationalspieler, ist ein echter Basketball-Experte. Bei Click and Roll Germany verrät er seine Starting Line-up:

West : T. Duncan, D. Nowitzki, K. Bryant, S. Nash, Yao Ming;

East: P. Pierce, L. James, A. Iverson, D. Wade, S. O´Neal.

Falls Ihr es noch nicht getan habt, solltet Ihr schnellstens abstimmen. Schickt Dirk und Co nach Las Vegas.

Auch anderswo kann man auf nba.com/germany seine Stimme abgeben. Ein Monat ist gespielt. Zeit für ein erstes Zwischenfazit. Wer hat Euch bislang am meisten enttäuscht? Miami? Chicago? Oder doch die Atlantic Division? Einfach im Menü links Eure Stimme abgeben.

WIE MAN IM ALTER JUNG BLEIBT

Was ist eigentlich aus dem besten Export zwischen Volkswagen und Dirk Nowitzki geworden? Detlef Schrempf arbeitet mittlerweile als Assistant Coach bei den Seattle Supersonics. Die Kollegen von NBA TV haben ihn kürzlich interviewt (Englisch). "Es hält mich jung, mit 20-Jährigen zu arbeiten", so `Det the Threat´. Er ist gerade dabei, herauszufinden, ob er diese Tätigkeit die nächsten zehn Jahre machen will. Ferner hält er keinen der Co-Trainer in der Liga für überbezahlt und vergleicht das Flair bei Spielen der Nationalmannschaft mit College Games.

ELTERN-BONUS RETTET MARBURY

Das Spiel hat er nicht revolutioniert, dafür aber den Schuhmarkt. Dank Stephon Marbury gibt es in den USA wieder erschwingliche Basketball-Treter. Sportlich läuft es allerdings mies - die Knicks sind wie immer grottenschlecht.

"Marburys Schuld an dieser Lage ist unbestreitbar. Als Spielmacher ist er der Kopf des Teams. Mißt man seine Statistiken an seinem Jahresgehalt von 17 Millionen Dollar, ist Marbury vermutlich der überbezahlteste Spieler der Liga. Trotzdem war seine Popularität nie größer“, liest man in der FAZ.

Wie, zum Teufel, hat er das bloß geschafft? Tom Krome kennt das Geheimnis.

„Ich habe es satt, daß die Schuhindustrie Millionen von Eltern ein schlechtes Gewissen einredet“, sagt Marbury. Sein neuer Schuh, der Starbury One, kostet 14,98 Dollar. Dabei sind die Modelle in den Läden keine abgespeckte Version des Originals. Seit Saisonbeginn spielt Marbury in genau denselben Schuhen, die seine Fans aus den Regalen nehmen. Qualität, zeigt der Star, muß nicht teuer sein."

Anstatt von der Öffentlichkeit im Big Apple ob der schlechten Leistungen geteert und gefedert zu werden, wird er verehrt. Das verdankt er nur einem dicken "Eltern-Bonus". Aber: "Wenn die Saison voranschreitet und die Knicks, das teuerste Team der Liga, weiter im Keller herumdümpeln, wird auch die Zustimmung für Marbury kippen."

"BENEHMEN IST GLÜCKSSACHE"

Die neuen (strengen!) Verhaltensregeln erfreuen Fans und Medien gleichermaßen. Nicht hingegen die Spieler. Matti Lieske berichtet in der Financial Times Deutschland.

"Null Toleranz" heißt die Devise, und das ist wörtlich gemeint. Jeder Anflug von Protest gegen Schiedsrichterentscheidungen zieht sofort ein technisches Foul nach sich, zwei Verstöße bedeuten den automatischen Ausschluss."

Nachdem es Dwyane Wade gleich im ersten Spiel erwischt und sich die Zahl der technischen Fouls in den ersten 70 Partien verdreifacht hatte, hagelte es Kritik der Spieler. Die Gewerkschaft dachte sogar über eine Klage nach. Aber nach knapp einem Monat Spielzeit haben sich die Gemüter beruhigt.

"Nun zählen auch Kopfschütteln, Abwinken, ein entsetztes "No!" oder böse Blicke als strafwürdige Vergehen. Andererseits ist vier Wochen nach Saisonbeginn das eingetreten, was die Befürworter der Regelung prophezeit hatten. Die Spieler haben sich daran gewöhnt, sehen sich extrem vor und kassieren inzwischen weniger Strafen. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die Sache schnell teuer wird."

Wieder einmal scheint David Stern richtig gelegen zu haben. Wie auch damals bei der Einführung des Dress Codes: "Die Spieler fügten sich erst zähneknirschend, als sie dann merkten, dass dunkle Anzüge mächtig cool aussehen können, etwas bereitwilliger", schreibt Lieske.

WIE KAM DER JAZZ NACH UTAH?

Bären in der Elvis-Stadt? Da ist wohl mal wieder ein NBA-Team umgezogen. Wäre ja nicht das erste Mal, wie Tobias Pox in seiner Kolumne bei Spiegel Online berichtet.

"Im nordamerikanischen Sportraum hingegen sind Umzüge von Clubs gang und gäbe. Die Clubs werden "Franchises" genannt, was allein schon sprachlich mehr wirtschaftliche als sportliche Assoziationen weckt, und sind das Privateigentum von schwerreichen Besitzern oder Besitzergruppen, die neben Meisterschaftstiteln vor allem nach Gewinn trachten. Rein ökonomisch natürlich - die Gefühle treuer Fans geraten zur Nebensache."

Ferner verrät er Euch, wie Utah zu seinem Beinamen gekommen ist - und wie man sich als Club-Besitzer ganz schnell unbeliebt machen kann (nicht nur im Basketball).

DIE SENSATION DES SAISONAUFTAKS

Otis Smith ist zwar nicht der Uli Hoeness, dafür aber der Dietmar Beiersdorfer der Orlando Magic, findet Roland Schekelinski. Bei Sport1 berichtet er über den grandiosen Saisonstart der Magic. Schließlich konnten die Jungs aus Florida vor drei Jahren gerade einmal 21 Spiele gewinnen. Und nun stehen sie ganz weit oben:

"Die Magic des Jahres 2006 sind dagegen eine ganz spezielle Mischung. Bunt zusammen gewürfelt. Irgendwie wohl aus der Not geboren. Stars haben sie, aber auch die sind anders als die anderen. Der eine war ein Superstar, galt für kurze Zeit mal als legitimer Nachfolger von Michael Jordan, verletzte sich dann so schwer, dass die Karriere schon beendet war. Grant Hill heißt der, erlebt gerade seinen ca. siebten Frühling, denkt mit 34 aber schon ans Aufhören."

Für Furore sorgt auch Darko Milicic, der immerhin vor Dwyane Wade und Carmelo Anthony gedraftet wurde. Aber auch Spieler wie Trevor Ariza, Carlos Arroyo oder Tony Battie zeigen (endlich) mal, was sie können. Hinzu kommt noch Star-Rebounder Dwight Howard. So "recht erklären" kann sich den Höhenflug keiner. Ergo: Die Magic sind die "Sensation des Saisonauftakts: Nicht mehr. Aber auch nicht weniger".

EINE ZWEITE ROOKIE-SAISON?

Wenn es den Begriff "zweite Rookie-Saison" geben sollte, dann passt er wohl zu keinem besser als Andray Blatche, der den 25. September 2005 angeschossen, ausgeraubt und mit mindestens einem Schutzengel überlebte. Nach dem hinterhältigen Überfall, bei dem eine Kugel sein Herz nur Knapp verfehlte, kann er diese Spielzeit zum ersten mal voll angreifen, berichtet Goranka Zloporubovic (Five) bei Spiegel Online.

"Du musst schnell erwachsen werden", sagt der Forward, "nach allem, was ich letztes Jahr durchgemacht habe, fühle ich mich jetzt erwachsen. Ich bin bereit."

EIN TAG IM LEBEN EINES BASKETBALL-REPORTERS

Wie sieht eigentlich der Tagesablauf eines Basketball-Journalisten aus? Emrah Kilic von BASKET erzählt es Euch in seinem Blog bei nba.com/germany.

SONSTIGES

Die NBA.com Power Rankings.
Immer gut: der Crossover-Online Wochenrückblick.

2006-07 ARCHIVE

Star mit Eltern-Bonus: Stephon Marbury. Joe Murphy NBAE/Getty Images

Genießt sein neues Leben als Assistant Coach: Detlef Schrempf. NBAE/
Getty Images

"Veteran Leadership": Grant Hill. NBAE/Getty Images

Andray Blatche - zweites Jahr, erster richtiger Versuch. NBAE/Getty Images