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Die Wüstenrevolution
Posted by Johannes Berendt on Nov. 27,
2006 11:01 a.m. ET
Entertainment ist in Utah ja bislang eher ein Fremdwort gewesen. Und das in jederlei Hinsicht. So meinte einst ein gewisser Dennis Rodman - nicht zuletzt wegen der strikten Alkohol-Restriktionen -, sein Lieblingsort im ganzen Bundesstaat wäre der Flughafen, weil er von dort schnellstmöglich wieder nach Hause käme... Doch zumindest auf dem Court haben sich in der Wüste die Dinge geändert: In Utah steppt seit in paar Wochen der Bär - dank Boozer, Kirilenko, Okur und Williams. Vergessen sind die erfolgreichen, aber langweiligen Zeiten von "Stockalone": "Utah Jazz, das steht doch für langweiliges, immer wiederkehrendes Pick-and-Roll mit Karl Malone und John Stockton", spricht Sport1.at vielen Anhängern aus der Seele. "Für Fans des NBA-Klubs aus dem Mormonenstaat perfekt demonstrierte basketballerische Schläue, für den Rest trotz der Erfolge einfach nur Einschlafhilfe." Dabei war es doch so schön, über die "gerne einmal polygamen Mormonen" in Utah Witze zu machen. "Zudem bringt die Kombination aus tiefer Religiosität und Hang zu militaristischen Analogien regelmäßig Spott über Salt Lake City", erklärt Tobias Pox in seiner Kolumne bei Spiegel Online. "Schließlich wird der Star des NBA-Teams Utah Jazz (Andreij Kirilenko) "AK-47" genannt, trägt also das gleiche Kürzel wie die weltberühmte Kalaschnikow. Sturmgewehr und Forward sind beide "Made in Russia"." Doch genug der Scherze. Die Gegner von Jerry Sloan - laut Pox die NBA-Version des Paten - haben nicht viel zu lachen. Derzeit sind die Jazz das beste Team in der NBA. Das haben die Jazz vor allem Boozer zu verdanken: "Der Power Forward konnte in den vergangenen Spielzeiten verletzungsbedingt nur bei der Hälfte aller Partien mitwirken und nicht zeigen, warum ihm sein Arbeitgeber fürstliche elf Millionen Dollar pro Saison überweist. Nun ist er gesund und überzeugt nicht nur als Scorer, sondern auch als einer der hungrigsten Rebounder der Liga", lobt Pox. Des weiteren helfe die Ausgeglichenheit des Kaders über die Verletzung von AK-47 hinweg. So haben die Rookies Ronnie Brewer und Paul Millsap bisher einen starken Eindruck hinterlassen. Die Kollegen von Sport1.at haben noch ein paar interessante Stats notiert - oder wusstet Ihr, dass kein Team öfter foult als die Jazz? ZWISCHEN GLORIA UND ABFUHR Da es in der Regular Season in erster Linie um "einen langen Atem" geht, solle man doch bitte den Höhenflug der Jazz (genau wie die anfänglichen Schwierigkeiten der Suns und Mavs) nicht allzu ernst nehmen. Das findet zumindest Rod Ackermann von der NZZ. Denn aller Anfang ist ja bekanntlich schwer. Diese Erfahrung macht auch der erste und einzige Schweizer in der NBA - Thabo Sefolosha. Denn so rosig, wie in der heimische Presse berichtet wurde, läuft es für den 22-Jähirgen noch nicht: "Trotz einigen Anfangserfolgen steht dem schlaksigen Vaudois eine lange Zeit der Bewährung bevor. Angesichts der auch in Chicago erbitterten mannschaftsinternen Konkurrenz um eine feste Position als Starter gestaltet sich seine Aufgabe enorm schwierig. Garantien für den Erfolg gibt es keine (...)." Dafür gibt es Hoffnung - der Schweizer könnte mal zu einem soliden Role Player reifen: "Zwischen Glorie und Abfuhr gibt es indes auch noch eine dritte Existenzmöglichkeit: jene des soliden, mannschaftsdienlichen Spielers." Nicht, dass es ihm so geht wie Andrea Bargnani: "Vom begeisterten Echo auf Bargnani, der als erster Europäer überhaupt die Draft-Spitzenposition belegt hatte, ist nicht viel übrig geblieben, und abermals bewahrheitet sich die Einsicht, dass in der NBA die Ersatzbank schnell zum Schleudersitz werden kann. Für Versager steht allemal williger Ersatz bereit - angesichts der in Aussicht gestellten Millionengagen nicht verwunderlich." NICHT VERGESSEN Habt Ihr schon Eure Starter für das All-Star Game gewählt? WIE SHAQ - AUCH VON DER LINIE? Schon einmal haben die Lakers einen 17-Jährigen gedraftet. Der Rest ist bekanntlich Geschichte. Vielleicht wird ja auch die Karriere von Andrew Bynum einen ähnlichen Verlauf nehmen. Goranka Zloporubovic (FIVE) stellt bei Spiegel Online den blutjungen Center vor. So hat sich beispielsweise Lakers-Legende Kareem Abdul-Jabaar des Youngsters angenommen. Bynums Highlight im Rookie-Kalender? Natürlich die Rangelei mit Shaq. Lustig auch eine Anekdote aus der Draft-Nacht 2005. WO BLEIBT DR. EVIL Keine Frage, die Rangelei hätte nba.com Blogger Haruka Gruber gefallen. In seinem neusten Eintrag verrät er nämlich, wie sehr ihm die Bad Boys der Liga fehlen. "Wo bleiben in dieser Spielzeit die richtigen Dr. Evils? Massenschlägereien sind nicht in Sicht, die Knicks liefern auch keine richtigen Schlagzeilen und seit der neuen Regelauslegung kriegen sogar Good Guys Technische hinterhergeschmissen wie K-Fed Platten-Verrisse." Gott sei Dank gäbe es ja Uni-Coach Bobby Knight. "Die College-Coach-Legende ließ in seiner Karriere von wüsten Schiedsrichter-Beleidigungen, einem Angriff auf einen Polizisten bis hin zu Übergriffen gegen seine eigenen Studenten fast nichts aus." Was er dieses Mal verbrochen hat, erfahrt Ihr hier. SONSTIGES Crossover Online wagt einen Blick hinter die Kniescheibe. Die Mavs eilen von Sieg zu Sieg (ZDF), denn das Sieger-Gen ist zurück (Sport1.de). Die Top 10 Plays der vergangenen Woche (NBA TV). |
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Über die NBA wird nicht nur viel geredet, sondern auch immer mehr geschrieben. Grund genug für Click and Roll Germany, sich einmal genauer im Internet umzuschauen. Jede Woche wird Johannes Berendt die interessantesten deutschen Links und Artikel in heiterer Form präsentieren. Wer nicht genug über die NBA lesen kann, ist hier genau richtig.




