Herzlich willkommen beim NBA Blog Squad Germany. Hier werden in regelmäßigen Abständen Insider ihre Gedanken zur NBA und WNBA niederschreiben. Stars und Journalisten – sie alle teilen dieselbe Leidenschaft für die NBA. In ihren „Blogs“ könnt Ihr nachlesen, was sie zur spannendsten Basketball-Liga der Welt zu sagen haben.

Die Meinungen, die vom Blog Squad geäußert werden, geben lediglich eine persönliche Einschätzung der Blogger wieder, nicht aber die Sichtweise von nba.com, der NBA oder irgendeinem NBA-Team. Nba.com prüft nicht den Wahrheitsgehalt resp. die Genauigkeit der Blogs.


Tobias Seitz
Journalist
Seit 15 Jahren beschaeftigt sich Tobias Seitz nun mit Basketball. Angefangen als Jugendspieler in der Aera Michael Jordan – und inzischen professioneller Basketballspieler, konnte er seinen Traum verwirklichen. 24 Stunden, sieben Tage die Woche dreht sich alles um den orangen Ball, sei es mit Training in den USA oder Analyse fuer den deutschen Basketball Blog http:// www.hoopnation.de, wo ihr Tobias auch erreichen koennt. Ueber die Jahre hat er Spieler und Coaches aus verschiedenen Ligen hautnah kennengelernt, um seine Erfahrung aus dem Mutterland des Basketballs weiterzugeben. Seitz verbringt derzeit seinen Zeit in New Jersey, USA, um sich auf die kommende Saison vorzubereiten.

Nichts für Ungut, Team USA

In den USA würde der folgende Artikel wahrscheinlich nie erscheinen – oder man würde wegen Volksverhetzung angezeigt werden. Das Team USA ist nun also im Viertelfinale. Riesen-Leistung. Ein besseres College Team hätte wahrscheinlich auch gegen Senegal gewonnen. Im Schnitt haben die USA ihre Spiele mit 23 Punkten Differenz gewonnen. Und weiter? Gegen Italien haben die Amerikaner nur gewonnen, weil Carmelo Anthony's Verletzung doch nicht so schlimm war, dass er nicht spielen konnte.

Ich bin einer der wenigen/vielen, die den USA diesen Hype um das neu formierte Dream Team nicht abkaufen, ihnen auch den Weltmeistertitel nicht zutrauen. Die USA sind sicher das talentierteste Team. Ich bezweifle auch nicht, dass sie hart arbeiten. Ich glaube aber fest daran, dass die USA keine Chance gegen Argentinien haben. Der Favorit der Weltmeisterschaft in Japan 2006: Argentinien. Die Argentinier sind der Michael Jordan für Craig Ehlo (Die wahren NBA- oder Jordan- Fans, vielleicht sogar Ehlo Fans wissen wovon ich rede).

Wenn man den USA zusieht, was ja dank DSF auch den Deutschen LIVE zugänglich gemacht wird, sieht man unterhaltsamen Basketball. Man kann sie auf Grund ihrer fast breaks und ihrer high-flying Showeinlagen langsam schon mit der AND1 Mixtape Tour oder den Harlem Globetrottern vergleichen.

Betrachtet man das amerikanische Spiel genauer fällt einem sofort folgendes auf: Die USA machen denselben Fehler wie schon 2004 in Athen – Sie laufen keine Systeme durch. Es ist immer noch dasselbe 1on1 Gezocke wie vor zwei Jahren. Viel schlimmer noch, sie haben keine wahren „shooter“ – was in den nächsten Spielen ein großes Problem werden könnte – sofern Deutschland endlich mal auf ihrem Niveau spielt – und zwar das komplette deutsche Team. Weil wir gerade von Deutschland sprechen: Es wird also nicht einfacher für die USA. Dirk Nowitzki in Topform und Deutschland als Einheit spielend, könnte den USA schon einiges abfordern. Immerhin benötigten die USA einen Buzzer beater von Allen Iverson, um gegen Deutschland in Athen als Sieger vom Platz zu gehen.

Sollte den USA dieser Buzzer beater wieder gelingen, wartet Frankreich oder Griechenland – danach Argentinien. Die Gegner werden also immer besser.

Bis Mittwoch sollten die USA sich einfach Zeit nehmen, ein Offense-System zu lernen. Irgendeins – wenn es nur einfachste early offense ist. Das ist der einzige Weg um auf internationaler Ebene einen Titel gewinnen zu können. Liebe Amerikaner, international heißt weltweit – auch wenn ihr euch gerne als World Champion bezeichnet wenn ihr den NBA Titel gewinnt.

Die USA denken sie können jedes Team aus der Halle rennen. Das wird schwer werden, wenn Argentinien wieder wie eine Eishockey Mannschaft verteidigt – und das werden sie auch…

Posted by Tobias Seitz - August 29, 2006 9:35 am

Die 24 Sekunden Regel

Für die meisten Fans der US Sports (z.B. Football, Baseball, Basketball) hat sich nicht viel an den Regeln des Spiels geändert.
Über die Jahre haben sich die Strategie und die Ausrüstung geändert. Die Athleten sind schneller, großer und vor allem stärker geworden und die verschiedenen Ligen haben ihre Regeln immer ein wenig abgeändert. Im Großen und Ganzen aber, gibt es Grundregeln schon sehr lange. Baseball im 19. Jahrhundert und Football sowie Basketball zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Eine dieser Sportharten hat sich aber durch eine Regeländerung sehr stark verändert. Die NBA, gegründet 1949 aus zwei anderen professionellen Ligen, war nicht immer dieses"highscoring run n' gun" Spiel.

In den 50 igern waren die Basketballspiele ziemlich langweilig, langsam und ein Endstand von 19 zu 18 waren die Regel. Das Team, das zu Beginn davon ziehen konnte, hielt einfach den Ball so lange fest, bis das Spiel vorbei war.

Die NBA versuchte, die "Drei-Punkte-Linie" weiter nach außen zu verlegen, um unter dem Korb mehr Platz zu schaffen – leider brachte das nicht den gewünschten Erfolg.

1954 bekam die NBA dann echte Probleme, weil sich die Fans über die langweiligen Spiele beklagten und die Spiele boykottierten. Keiner wollte die Spiele der NBA mehr sehen, weil es einfach nicht mehr interessant und mitreißend war.

Die einzige Lösung, sich aus diesem Dilemma zu befreien, dürfte für uns heute eigentlich ganz einfach und logisch sein, war aber eine Art Revolution für den professionellen Basketball. NBA Team Besitzer der Syracuse nationals Danny Biasone schlug der NBA vor, die Zeit für einen Angriff zu begrenzen. Somit hatte jedes Team ab 1954 nur noch 24 Sekunden Zeit, um ihren Angriff auf den Korb abzuschließen. Für viele war diese Regeländerung das wichtigste, seit James Naismith das Basketballspiel erfunden hatte.

Diese Regeländerung veränderte das Spiel sofort.
Nun ist es natürlich interessant wieso gerade 24 Sekunden. Was macht die Zahl 24 so interessant? Bei "23" würde ich es ja noch verstehen. Ach halt, das war ein paar Jahrzehnte später.

Das ganze hat eigentlich nur mit einfacher Mathematik zutun. Für Biasone war Basketball am interessantesten, wenn jedes Team ca. 60 Schüsse pro Spiel nimmt. Da die Spiele auch damals schon 48 Minuten gedauert haben, hat Danny Biasone einfach 2880 Sekunden (entspricht 48 Minuten) durch 120 Schüsse (60 pro Team) geteilt und kam genau auf die 24 Sekunden.

Heute kann man sich gar nicht vorstellen, dass Basketball jemals ohne diese einfache Rechnung gespielt wurde.

Posted by Tobias Seitz - August 11 2006 10:00 am

Stillstand in der NBA

Falls man als NBA Fan gehofft hat, dass sein „underdog" Team in diesem Sommer wirklich große Veränderungen vorgenommen hat, um in der bevorstehenden Saison besser abzuschneiden, der wurde leider mal wieder enttäuscht.

Alles begann mit einem der schwächeren Drafts der NBA im Juni und wurde im Juli mit den schwächsten Free Agents fortgesetzt.

Soweit war das ja kein Grund nervös zu werden, da die trades ja immer noch alles ändern könnten. Aber auch hier gabs nur Enttäuschungen. Kein Team konnte sich so mit einem Trade verstärken, dass es das Team in eine völlig andere Position geschoben hätte.

Der kürzliche Trade von Jamaal Magloire nach Portland war wirklich ein super move von den Blazers. Magloire ist für Portland sehr wertvoll, wenn es Februar wird und die trade deadline kommt. Manche Teams werden einiges an Geld zahlen, wenn sie meinen, nur einen guten Spieler weit weg von einem Spitzenteam sind. Die Blazers werden also um einiges mehr für ihn bekommen, als für Steve Blake.

Shane Battier geht für Stromile Swift und Rudy Gay von Memphis nach Houston. Auf kurze Sicht hin gesehen – besser für Houston. Battier wird gut zu Tracy McGrady und Yao Ming passen, wenn – und das ist ein großes wenn – diese beiden gesund bleiben. Dieser Trade kann also ganz schnell nach hinten losgehen, wenn die beiden sich wieder verletzen.

Auf lange Sicht hin gesehen war es ein super Trade für die Grizzlies. Sie haben einen Spieler in ihren Reihen, der von vielen Scouts als der Top Draft Pick angesehen wurden und mit Stromile Swift haben sie nun einen sehr kräftigen Spieler. Diese Saison werden sie wohl die Playoffs nicht erreichen, aber nächste Saison sollten sie die Früchte der Trades dieser Saison ernten können.

Was hat Michael Jordan bei den Bobcats eigentlich bisher getan? Sie haben gerade mal $9 Millionen ausgegeben. Man erkennt hier eine Strategie über mehrere Jahre: Spar dir Geld für den nächsten Sommer, wenn es viel bessere Free Agents gibt (inklusive unrestircted free agents wie Vince Carter, Rashard Lewis, Chauncey Billups und Mike Bibby). Irgendwas mussten sie aber doch auch diesen Sommer getan haben, oder?

Meiner Meinung nach haben nur sich nur zwei Teams wirklich richtig verstärkt – die Bulls und die Hornets.

Der Trade von Ben Wallace sollte sie unter die Top vier Teams im Osten bringen – ob sie es aber damit auch in die Playoffs schaffen ist meiner Meinung nach noch offen. Das passiert nur, wenn junge Spieler wie Luol Deng und Ben Gordon etwas mehr beisteuern und Andres Nocioni genauso wie letzte Saison spielen wird.

Die Rookies werden dieses Jahr keinen großen Einfluss auf das Abschneiden ihres Teams haben (außer sie heißen LeBron oder Chris Paul).

Sogar die Rookies, die noch am ehesten gereift sind, um in der NBA zu spielen, wie Brandon Roy, Adam Morrison und Randy Foye, haben wahrscheinlich keine Chance, ihr mittelmäßiges Team auf die Gewinnerstraße zu bringen.

Wenn man also noch mal genauer überdenkt, was eigentlich diesen Sommer passiert ist, zu welchem Schluss kommt man? Es hat sich nicht viel getan.

Die Bulls und die Hornets haben sich wirklich verstärkt. Die Pacers und die Rockets sollten eigentlich besser sein. Die Pistons und die Spurs haben eher einen Schritt zurück gemacht.

Soviel zu den Hoffnungen, die sich jeder NBA Fan gemacht hat.

Posted by Tobias Seitz - August 8 2006 10:00 am

Wann kommt die Antwort auf "die Antwort"?

The Answer - Allen Iverson. Langsam entwickelt sich das Thema schon zu Michael Ballack bei den Bayern. Geht er oder geht er nicht. Für jemanden der in Philadelphia lebt auch sehr interessant. Letzte Woche haben 76ers Fans, inklusive mir, ihre Hoffnung, Allen Iverson endlich zu traden und einen Neustart zu wagen laut General Manager Billy King begraben müssen.

Es ist sowieso schon sehr schwer es den Fans in Philly recht zu machen - Jeder erwartet in Philadelphia immer das Beste - Mittelmass wird nicht akzeptiert- egal ob bei den Eagels, den Phillies oder eben den 76ers.

Wenn man das Ganze mal objektiv betrachtet - sofern das für mich möglich ist - haben die 76ers mit Allen Iverson denn mittelmässig gespielt? Nein - Allen Iverson und der Rest des Teams haben auf ganzer Linie enttäuscht. Die Playoffs nicht erreicht, nicht als Team gespielt aber Millionen verdient.

Jetzt gibt es wieder einen kleinen Lichtblick fuer 76ers Fans. Allen Iverson ist nun doch wieder verfügbar.
Interessent: Portland Trailblazers.

Wie könnte ein Trade zwischen den Sixers und den Portland ("wir traden alles und jeden") Trailblazers denn aussehen? Iverson für Zach Randolf? Nein, das wird nicht klappen allein oder gerade wegen ihrem salery cap.
Was würde klappen? Iverson und Louis Williams von den 76ern für Zach Randolf, Travis Outlaw und Juan Dixon.

Meiner Meinung nach ist das der beste Deal den die Sixers machen können, um zu vermeiden, dass Iverson seine 60 Millionen bekommt, sich aber an dem Erfolg des Teams nichts ändert.
Iverson ist ein sehr guter Spieler und vorallem ein "hard worker". Ich habe ihn in Athen und einem Trainingscamp in Philly zwei Tage lang beobachten dürfen. Aber er ist kein Teamspieler und die Sixers brauchen unbedingt ein Team.

Also Billy King, bitte überlege es dir diesmal genau!

Posted by Tobias Seitz - August 1 2006 10:00 am