Herzlich willkommen beim NBA Blog Squad Germany. Hier werden in regelmäßigen Abständen Insider ihre Gedanken zur NBA und WNBA niederschreiben. Stars und Journalisten – sie alle teilen dieselbe Leidenschaft für die NBA. In ihren „Blogs“ könnt Ihr nachlesen, was sie zur spannendsten Basketball-Liga der Welt zu sagen haben.

Die Meinungen, die vom Blog Squad geäußert werden, geben lediglich eine persönliche Einschätzung der Blogger wieder, nicht aber die Sichtweise von nba.com, der NBA oder irgendeinem NBA-Team. Nba.com prüft nicht den Wahrheitsgehalt resp. die Genauigkeit der Blogs.

David Digili
Journalist
Seit 15 Jahren verfolgt David Digili die NBA - und was der kleine David im Fernsehen sah, was er versuchte, auf dem Platz nachzumachen (selbstverständlich mit überwältigendem Erfolg), worüber er Magazine las, wovon er Trading Cards sammelte und womit er die Spielekonsolen rockte, darüber schreibt der große David für die taz und für die Berliner Tageszeitung B.Z. in regelmäßigen Abständen. Ob ein König in Cleveland, die Wahrheit in Boston, ein Blitz in Miami oder gold-violett in L.A. - die Begeisterung des 25-Jährigen ist dieselbe wie vor 15 Jahren. Für Fragen, Anregungen, Kritik, Hass oder auch bloße Liebesbekundungen steht er unter schreibdemdigili@live.de zur Verfügung.


Amazing Moments
Posted by David Digili - Juni 9, 2009

Ich muss zugeben, ich habe lange überlegt, welche Playoff-Momente in meine Playlist reinkommen...und überlegt...und überlegt...und letztendlich habe ich mich für fünf Szenen entschieden, die für mich die ganze Faszination "Playoffs" wiedergeben.

#5: Bird und "Nique" im Duell 1988. "Larry Legend" gegen den "Human Highlight Film" - zwei der besten Scorer aller Zeiten schenken sich nichts und liefern sich einen packenden Shootout, der das ganze Können, die ganze Abgeklärtheit und die unglaubliche Coolness der beiden Forwards zeigt.

#4: Es ist 1970. Die Knicks im Finale gegen die Lakers. Spiel sieben im "Garden". Knicks-Leader Willis Reed ist verletzt, ganz New York fürchtet nun klare Verhältnisse im entscheidenden Aufeinandertreffen. Doch der Center beißt auf die Zähne, humpelt zum Tip-Off auf den Court - und verhilft seinem Team damit zu einem Adrenalinschub, der den ersten Meistertitel in den "Big Apple" bringt. "Gänsehaut" ist da noch zu wenig...

#3: "Magic" spielt Center. In den Finals. Okay, ich weiß, es ist immerhin einer der besten Spieler aller Zeiten, von dem ich hier spreche. Aber als Rookie das Selbstvertrauen (und vor allem das KÖNNEN) zu besitzen, in den Finals auf der fünf zu spielen und dann auch noch 42 Punkte, 15 Rebounds und 7 Assists zu sammeln - einzigartig. Und er hat immerhin nicht irgendjemanden ersetzt, sondern Kareem Abdul-Jabbar.

#2: Das "Four-Point-Play" von Larry Johnson gegen die Pacers ist für mich das Sinnbild des Wahnsinns-Runs, den die Knicks 1999 hatten. Von Platz acht in die Finals - eine Sensation. Der Jubel im "Garden", als sein Dreier durch das Netz fliegt, diese Erlösung, diese Freude, dieses "Wir haben es" (JA, ich weiß, dass es erst Spiel drei war, es ebnete aber den Weg ins Finale)...

#1: Muss ich dazu noch etwas sagen? Schauts Euch einfach an...(Habe übrigens lange überlegt, ob ich nicht den wirklichen "The Shot" über Craig Ehlo nehme - aber angesichts von Titel Nummer sechs, den DIESER Wurf hier mit sich brachte, war meine Wahl klar).


Die Glücksritter
Posted by David Digili - Juni 4, 2009

Starkes Duo. Lamar Odom und Pau Gasol werden sich gemeinsam um Dwight Howard kümmern müssen.
NBAE/Getty Images
So,

Wahnsinsplayoffs neigen sich dem Ende zu, zwei auserwählte Teams sind übrig geblieben. Was ist in diesen Playoffs nicht alles passiert. Karrieren gingen zuende, es gab unschöne Drohungen und sogar Kriminalfälle. Und aus all dem sind nun die Los Angeles Lakers und die Orlando Magic als Finals-Teilnehmer hervorgegangen.

Zeit, sich die Teams aus Blogger-Sicht mal genauer anzusehen – der Vergleich Position für Position.

Derek Fisher vs. Rafer Alston

Ich sehe immer noch diesen Wahnsinnsdreier von „Fish“ gegen die Spurs 2004 vor mir. Der 34-Jährige fällt nicht dadurch auf, dass er pro Spiel zehn Assists verteilt oder fünf Steals provoziert, er ist vielmehr durch seine Erfahrung (die nebenbei auch noch drei Ringe mit sich gebracht hat) dermaßen abgezockt, dass der Guard nicht wirklich als Schwachstelle zu sehen ist. Alston dagegen hat sich als mehr als solider Ersatz für Jameer Nelson entwickelt. Trotzdem: Punkt L.A. – in DIESEM Fall.

Wenn nämlich Starting Point Guard Nelson doch noch zu Beginn der Finals einigermaßen (das reicht doch, um in den wichtigsten Spielen der Saison aufzulaufen, oder?) fit wird, verschiebt sich so einiges im Kräftegefälle. Der 27-Jährige spielte die mit Abstand beste Saison seiner Karriere, wurde zu Recht ins All Star-Team gewählt und war ein wesentlicher Faktor, dass die Magic souverän die Playoffs erreichten. Dann fiel Nelson im Februar mit einer Schulterverletzung aus – und Orlando musste auf fast 17 Punkte und sechs Assists verzichten. Mit Energizer Nelson hätte auch Routinier Derek Fisher mehr Probleme.

Also: Spielt ein fitter Jameer Nelson – Vorteil Orlando.

Kobe Bryant vs. Courtney Lee

Auch wenn der Magic-Rookie eine ordentliche Saison gespielt hat und auch in den Playoffs hin und wieder glänzen konnte – zuletzt ging dem 23-Jährigen etwas die Puste aus. Auf der anderen Seite…muss ich „KB24“ wirklich noch vorstellen? Drei Meisterschaften, eine Season-MVP-Trophäe, 81 Punkte in einem Spiel, Olympia-Gold, drei Mal All-Star Game MVP, elf Mal All-Star. Weitere Ausführungen unnötig. Der Punkt aller Punkte für die Lakers. (Und einen besonderen Fan hat er auch noch).

Trevor Ariza vs. Hedo Türkoglu

"Mr. Big Shot": Ist Hedo Turkoglu auch in den Finals der Mann für die wichtigen Würfe?
NBAE/Getty Images

Beide Forward haben eine Entwicklung durchgemacht: Der Ex-Magic Ariza hat sich bei den Lakers etabliert – was man ihm nicht hoch genug anrechnen kann. Coach Phil Jackson setzte in den Playoffs auf den starken Defender Ariza anstatt auf Luke Walton, machte den 23-Jährigen zum Starter. „Hedo“ dagegen hat den Schritt getan zu einem der besten Forwards der Liga – ob von der Bank oder in der Starting Five. Und wird immer häufiger zum „Mr. Fourth Quarter“ – sein Buzzer-Beater zum 84:81 in der ersten Runde gegen die 76ers brachte Orlando letztendlich auf die Siegerstraße. Den Celtics – immerhin amtierender Champion – streut er im entscheidenen siebten Spiel 25 Punkte ein. Von Runde zu Runde konnte der 29-Jährige seinen Punkteschnitt steigern. Behält er das bei, könnte Türkoglu der entscheidende Faktor pro Orlando sein.

Punkt: Orlando

Pau Gasol vs. Rashard Lewis

Offensiv hat Lewis in den Playoffs zwar Vorteile gegenüber dem Spanier (19,2 zu 18,2 Zähler pro Partie)…aber das wars dann auch schon. Ich sage voraus (JA, auch in der Gefahr, am Ende wie ein Idiot dazustehen), dass Gasol in den Finals 14-15 Rebounds im Schnitt holt – Dwight Howard kann unter den Körben nicht alles alleine machen für die Magic. Bezeichnend: Lewis und Türkoglu zusammen holten in den Playoffs bisher 10,8 Boards im Schnitt, Gasol ALLEINE 11,3. Von Blocks ganz zu schweigen.

Vorteil Lakers.

Andrew Bynum vs. Dwight Howard

Tja, was soll man da noch sagen? Vor einer Weile noch galt der Lakers-Star als DIE neue Center-Hoffnung – bis er immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen wurde. Auch in den Playoffs bisher ist der 21-Jährige kein Faktor: 6,3 Punkte und 3,6 Rebounds bei knapp 17 Minuten Einsatzzeit sagen alles. Bynum wird wohl in jeder Partie starten, aber dann Gasol und Lamar Odom Platz machen. Die beiden sind in ihrer momentanen Verfassung klar die stärkeren Gegner für Dwight Howard. 40 Punkte, 14 Rebounds und vier Assists in Spiel sechs gegen Cleveland – „Superman“ ist so stark wie noch nie. Wie er gegen das Team Gasol/Odom bestehen wird, ist spannend zu beobachten. Den Kräftevergleich hat er jetzt schon gewonnen.

Schwere Entscheidung. Ich sage: Vorteil Orlando, weil Howard jetzt endgültig zum Superstar reifen wird (ich weiß, dass es komisch ist, bei einem 23-Jährigen von „Reifen“ zu sprechen).

Bank Lakers vs. Bank Magic

Odom ist bei L.A. mehr Starter als Sixth Man, die Lakers haben in der Hinterhand noch Luke Walton, Sasha Vujacic, Jordan Farmar und Shannon Brown. Beim Team aus Florida warten Mickael Pietrus, Marcin Gortat, J.J. Redick oder auch Anthony Johnson auf ihr Stichwort. Bei allem Respekt – so wirklich furchteinflößend sind beide Bänke nicht. Klar ist, dass die Starter weiter den Löwenanteil der Zeit auf dem Court verbringen werden. Gortat hat schon in Ansätzen gezeigt, was er drauf hat (Beispiel? 11 Punkte, 15 Rebounds in Spiel sechs gegen Philadelphia) und bringt auch bei fünf, sechs Minuten Einsatzzeit Energie ins Spiel. Pietrus kann von allem etwas, genau wie Luke Walton bei den Lakers. Aber für die L.A.-Bank spricht auch noch die Erfahrung einer Finals-Teilnahme 2008, daher:

Eine knappe Entscheidung für die Lakers.

Phil Jackson vs. Stan Van Gundy

Der Magic-Coach kann sich zwar der Unterstützung eines Verwandten sicher sein, aber auf dem Papier ist e seine klare Sache für den “Zen-Meister”: Neun Championships hat Phil Jackson schon als Trainer, jetzt soll die zehnte folgen. Überraschend aber: In der Regular Season gewann beide Spiele – Orlando!

Vorteil dank des größeren Trophäenschranks: Los Angeles.

Wertet man also nun die Point Guard-Position erst mal als „Punkt für beide“, dann ergibt sich ein 5:3 für die Lakers - das Trio Bryant/Gasol/Odom ist einfach stärker als das Gegenstück Howard/Türkoglu/Lewis. Spielt ein angeschlagener Jameer Nelson, der einen fitten Rafer Alston auf die Bank verdrängt, könnte es sogar ziemlich deutlich werden. Oder doch als psychologischer Effekt die Magic zum Titel powern. Ich weiß, ein bisschen viel „könnte“…

Frühestens in vier Spielen wissen wir mehr.

Also dann…bis neulich


Der „Shogun“ schlägt zurück (aber ohne Playoffs)
Posted by David Digili - April 14, 2009

Zu alt? Von wegen! Sogar von der Linie ist Shaq in dieser Saison stark. Das sagt doch alles, oder?
NBAE/Getty Images
Ja, ich muss es zugeben: Auch ich hatte „The Big Aristoteles“ abgeschrieben. Man musste sich doch nur mal seine Stats der vergangenen Spielzeiten ansehen, die fast schon schneller in den Keller schossen als Starburys Image. Als er dann auch noch nach Phoenix getradet wurde, dachte ich in meiner trügerischen Sicherheit: Jetzt ist es wirklich aus mit „Diesel Power“, Shaq wird sich da nur noch verramschen und eh für zwei Drittel der Saison mit kleineren und größeren Wehwehchen ausfallen.

Und was passierte? Der viermalige NBA-Champion drehte noch mal richtig auf (und JA, ich habe die Überschrift mit Bedacht gewählt. Oder müsst Ihr dabei nicht an die Sith aus „Star Wars“ denken, die auch schon besiegt schienen? Natürlich ist Shaq nicht ganz so fies drauf…) – okay, mit kleineren oder auch mal größeren Auszeiten dazwischen – und war der vielleicht einzige echte Lichtblick in einer enttäuschenden Suns-Mannschaft. 28 Double-Doubles sprechen eine deutliche Sprache und strafen alle Experten Lügen.

Als Shaq dann auch noch zusammen mit seinem Ex-Teammate-und-Ex-Erzfeind Kobe die All-Star-Game-MVP-Trophäe abräumte, wurde es endgültig wieder zu einer Saison mit dem „Shogun“. Der wie gewohnt austeilte gegen seine potentiellen Nachfolger: Raptors-Forward Chris Bosh wurde nach einem verbalen Schlagabtausch zur NBA-Inkarnation von „Ru Paul“, Portlands Joel Przybilla zum Weichei und dessen Teamkollege Greg Oden zum „Low Level Ninja“ abgestempelt.

Das ist doch der Shaq, den jeder sehen will. Der endlich nicht mehr gefühlte vierzig Partien pro Saison wegen kleiner Wehwehchen verpasst (in dieser Saison fehlte er nur in sieben Spielen)…und sogar seine Freiwürfe trifft (60,9 Prozent – für Shaq-Verhältnisse ist das ein Quantensprung), so gut wie bisher nur ein einziges Mal in seiner 17-jährigen NBA-Karriere (in der Saison 02/03 traf er unglaubliche 62,2 Prozent). Der Shaq, der tönt: „Ich werde noch mit 40 Großes leisten“.

Umso schlimmer, dass „The Big Shaqtus“ in diesem Jahr zum ersten Mal überhaupt die Playoffs verpassen wird. Denn auch wenn Shaq seinen Zenit wohl doch noch nicht überschritten hat (oder will man 18,1 Punkte, 8,6 Rebounds und 1,5 Blocks pro Spiel eines 37-jährigen als „schlecht“ bezeichnen??) – die Suns haben es.

Bald vereint? Wir von der Journaille müssten uns über Nachrichten aus Dallas dann auf keinen Fall mehr Sorgen machen...
NBAE/Getty Images

Mit Verletzungspech (Amaré Stoudemires – erneutes – vorzeitiges Saisonende) und vor allem einer etwas fragwürdigen Personalpolitik (der Trade von Defense-Stopper Raja Bell und Allrounder Boris Diaw zu den Charlotte Bobcats für Guard Jason Richardson hat nicht wirklich etwas gebracht – die Suns konnten von 52 Spielen seitdem nur 27 gewinnen) hat sich Phoenix selbst ins Abseits manövriert. Der Titeltraum ist wohl endgültig vorbei, das letzte Eingeständnis, dass das Projekt „Championship“ ein Misserfolg ist, war die Entlassung vom glücklosen Coach Terry Porter, der Mitte Januar durch Alvin Gentry ersetzt wurde (an der Bilanz der Suns hat sich seitdem übrigens nichts geändert).

Die letzten Partien – insbesondere dieses 116:140 bei den Mavericks, wo die Vorentscheidung im Kampf um die letzten Plätze fiel, machten klar: Nach 16 Jahren werden die Playoffs 2008/09 die ersten ohne Shaq. Irgendwie komisch, oder? Besonders bitter, dass Phoenix ausgerechnet gegen die Mavs, bei denen „Superman“ (so, hab ich jetzt alle Spitznamen erwähnt?) auch immer wieder mal im Gespräch war, das Nachsehen hatte.

Kein Wunder, dass sich der Center schon Gedanken über das nächste Jahr macht – wundert Euch also nicht, wenn Ihr beim Urlaub in Arizona plötzlich Shaq beim Anprobieren eines Trikots mit der Aufschrift „Dallas“ erwischt: „Er macht privat keinen Hehl daraus, dass er zu den Mavs will“, bestätigt ein Kumpel des Veterans. Und auch Mavericks-Boss Mark Cuban übt sich (allerdings noch verhaltener) im Experimentieren mit der Gerüchteküche: „Die Liga ist so verrückt, da sollte man wirklich niemals ‚nie’ sagen“, so der offensichtliche James-Bond-Fan.

Mal sehen, ob Shaq in der kommenden Saison tatsächlich in Texas auf dem Court steht. Abschreiben werde ich ihn auf keinen Fall mehr.

Also dann…bis neulich.

Posted by David Digili - März 19 2009


Das Leben nach Iverson & Camby in Denver
Posted by David Digili - März 19, 2009

Bei jedem Blick auf die Tabelle wird für mich wieder deutlich, was sich in Colorado so alles getan hat. Die Nuggets stehen in der Western Conference vor Teams wie Dallas, New Orleans, Utah oder auch Phoenix.

Chauncey Billups
NBAE/Getty Images
Was wurde das Nuggets-Frontoffice zu Saisonbeginn kritisiert: Nicht nur verscherbelte man Defense-Monster Marcus Camby für einen Zweitrunden-Draftpick (also: für NICHTS) nach Los Angeles zu den Clippers, NEIN, man ließ auch noch Allen Iverson zu den Pistons gehen (und bekam dafür natürlich unter anderem Denver-Native Chauncey Billups zurück). Trotz Billups’ beeindruckender Trophäenkammer, in der immerhin eine NBA Finals-MVP-Auszeichnung und ein Championship-Ring Staub fangen – der Jubel über den Trade war eher in Detroit groß: „Wir haben Allen Iverson“ frohlockte man in der Autostadt. Und in Denver sah man vor allem nach dem Camby-Abgang schon die ganze Saison den Colorado River hinabfließen.

Und jetzt, fast 70 Saisonspiele später? Die Detroit Pistons, mit ihrem Ex-Cornrows-Träger Iverson (immer noch ungewohnt, oder?), der auch noch einige Zeit ausfiel, haben mit 33 Siegen und 33 Niederlagen die schlechteste Bilanz seit Jahren und könnten theoretisch sogar noch die Playoffs verpassen. Die Clippers sind auch mit Camby und Baron Davis die Clippers und machen keine Anstalten, auch nur ansatzweise in die Nähe des Wortes „Erfolg“ zu kommen.

Die Nuggets dagegen, auch ohne den „Cambyman“ und „The Answer“ (alle Wortspiele á la „Iverson war nicht die Antwort“ bitte verdrängen), stehen mit einer Bilanz von 43 Siegen bei 25 Niederlagen auf Platz vier im Westen. Von einer verfehlten Personalpolitik spricht niemand mehr in Denver. Chauncey Billups brachte den Erfolg aus Detroit mit, das Team hat die beste Bilanz seit über 20 Jahren. In der Saison 1987/88 war man zuletzt ähnlich erfolgreich (da waren noch Spieler wie Alex English und Fat Lever im Team – laaaang ist’s her).

Der (plötzlich fast) unsichtbare Dritte

A propos „wer den Erfolg nach Denver brachte“: Wo gerade ja LeBron und Flash punkten, triple-doublen und überhaupt spielen wie die Verrückten, fällt mir auf: Da fehlt doch einer… Wurde nicht vor nicht allzu langer Zeit immer von DREI Spielern gesprochen, die die NBA „übernehmen“ sollten (mal abgesehen von der „Takeover“-Mission von „Agent Zero) ? Es gab da doch noch so einen Spieler mit Cornrows in Denver (NEIN, nicht den, der jetzt die Pistons ins Mittelmaß spielt und JA, ich hab oben schon erwähnt, dass der jetzt keine Cornrows mehr hat)…ein Forward, der vor zwei Jahren noch knappe 29 Punkte pro Spiel gemacht hatte…ja, wieso redet eigentlich niemand mehr so wirklich von Carmelo Anthony? 21,9 Punkte, 7,1 Rebounds und 3,3 Assists sind doch eigentlich Zahlen, für die die meisten anderen NBA-Spieler wahrscheinlich alles tun würden (vielleicht – aber nur vielleicht – wurde sogar Eddy Curry dafür auf seine tägliche Donut-Ration verzichten. Obwohl…).

Das erinnert doch fast schon an den Hitchcock-Klassiker „Der unsichtbare Dritte“, in dem Cary Grant die ganze Zeit für einen anderen gehalten wird. Hier ist es also „Melo“ in der Grant-Rolle, der ja immerhin Captain und Topscorer seines Teams ist, in einem Viertel einfach mal 33 Punkte erzielt…und trotzdem denkt man doch irgendwie zuerst an „Mr. Big Shot“, wenn man an den Grund des Erfolges der Nuggets denkt, oder?

Im Film übrigens kann am Ende alles aufgeklärt werden, und Cary Grant ist wieder er selbst. Mal sehen, ob Anthony das auch hinbekommt…

Also dann…bis neulich.

Posted by David Digili - März 19 2009