In Uneinigkeit vereint - Wie die Jury den Dunk Contest sah
Posted by Johannes Berendt on Februar 19, 2006 12:30 p.m. CT

Spektakulär war er auf jeden Fall, der Rising Stars Slam Dunk Contest, doch hat auch der richtige Mann gewonnen?

Darüber war sich nicht einmal die Jury einig.

Mit seinen 1.74 Metern ist Nate Robinson zwar immer noch größer als die meisten Bundesliga-Fußballspieler, einen Dunking würde man dem bulligen Guard der Knicks allerdings nicht ohne Weiteres zutrauen. So scheint es nicht verwunderlich, dass es bis zum zweiten Jahr am College dauerte, bis er zum ersten Mal in einem Spiel slammen konnte. Diesen Samstag wandelte der kleine Mann aber auf den Spuren von Spud Webb, eben dem „Zwerg“, der 1986 in Dallas nach den Sternen und dem Titel griff.


Josh Smith und Nate Robinson (NBAE/Getty)



Spud Webb und Andre Iguodala (NBAE/Getty)

Robinson (erster Dunk mit einem Volleyball im Alter von 14) holte Webb aus dem Publikum, zog ihm ein Hawks-Trikot an und dunkte einfach über ihn drüber. Damit punkte er „wegen des Nostalgiewertes“ nicht nur bei Clyde Drexler. Volle Punktzahl von allen fünf Juroren.

Unglücklich war, dass Robinson im Tiebreaker sage und schreibe zwölf Versuche benötigte, bis er den Ball in die Maschen donnern konnte. Drei Zehnen, eine Neun, eine Acht lautete das Votum. „Es ist nicht schön mit anzusehen, wenn jemand 15 Versuche braucht“, rumpelte die NBA-Legende Moses Malone. „Das war für mich nie und nimmer eine Zehn. Schon eher eine Sieben oder Acht.“

Der frühere Rockets-Star Elvin Hayes zückte die Bestnote, ohne sich jedoch dabei wohl zu fühlen.

„Ich war total überrascht, dass der kleine Mann noch so viel Kraft in den Beinen hatte“, staunte Hayes. „Immerhin war das so etwa sein 15. Versuch. Da hätte ich nicht so etwas erwartet. Doch ich bin der Meinung, dass Andre hätte gewinnen sollen.“

Vielleicht möchtet Ihr Euch zum Vergleich noch einmal die Bildergalerie der Dunks (RobinsonIguodala) zu Gemüte führen.

Clyde Drexler gab beiden Akteuren im Tiebreak eine Neun. Aber nach welchen Kriterien urteilt er?

“Ein bisschen Power, Finesse, Kreativität und wie geschmeidig der Dunk ausgeführt wird”, sagt “The Glide”.

Für ihn war Robinson ein würdiger Champion – auch wenn er den Bonus des Underdogs hatte. „Die NBA ist nun mal ein Land der Giganten. Aber Nate hat verdient gewonnen.“

Einigkeit bei der Jury bestand hingegen bei der Wahl des besten Dunks der Nacht. „Iguodala von hinter dem Korb – boom. Das war einer der spektakulärsten Dunks, die ich je gesehen habe“, so Hayes.

VERWIRRUNG UM SMITH – DUMM GELAUFEN
Vorjahressieger Josh Smith verwirrte sich selbst und die Jury, als er vor seinem ersten Dunking ein Stück Tape knapp anderthalb Meter vor der Freiwurflinie auf den Boden kleben ließ. Alle hielten die Markierung für den Absprungort. Smith hob aber von knapp vor der Freiwurflinie ab. Sein beidhändiger Dunk hatte sicherlich mehr verdient als 41 Punkte gemessen an den geschürten Erwartungen ist das Votum aber wohl nachvollziehbar.

Aber was war los?

„Er dachte, er hätte nicht genügend Anlauf und hat es sich dann halt anders überlegt“, verriet uns sein College-Kumpel Dwight Howard.

Dumm gelaufen, in jederlei Hinsicht.

 

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